Mittwoch, 30. Juli 2008

I love New York 2

Menschen, die nicht bereits unter dem Begriff "MTV- Generation" einzuordnen sind, werden sie vielleicht noch nicht kennen- New York alias Tiffany ist wieder auf der Suche nach ihrem Traumprinzen.
Nachdem sie in der Reality Show Flavor of Love in zwei Anläufen vom ehemaligen Rapstar abgelehnt wurde, stampften die Produzenten eine New York- Show aus dem Boden und schufen endgültig die Kunstfigur.

Das Prinzip ist ähnlich der Flavor of Love Show. Der fleischgewordene Traum von chauvinistischen Männern kann im Laufe der Woche aus 20 Männern ihren Wunschpartner wählen. Dabei nähert sie sich den verschiedensten Männern an und muss regelmäßig Kandidaten den Laufpass geben.

Die vermeindlichen "Märchenprinzen" könnten verschiedener nicht sein. Der erste Teil endete damit, dass sich Tiffany gegen den wilden und unzähmbaren Reality und für den oberflächlich charmanten und sensiblen Tango entschied. Nachdem in der Reunion- Show Tango seinen Heiratsantrag zurücknahm und sich von Tiffany trennte, bevor sie überhaupt tatsächlich zusammen kommen konnten, war New York wieder Single und bereit für den zweiten Teil der Show.


I love New York 2 ist noch schräger und verrückter als der erste Teil. Die Kandidaten könnten unterschiedlicher nicht sein. Unter ihnen befindet sich Midget Mac. Er ist die kleinwüchsige Macho- Version, der Tiffany mit Humor und Leidenschaft für sich gewinnen möchte. Dann gibt es noch It, der geistig umnachtet regelmäßig für Chaos und Verwirrung sorgt. Des Weiteren gibt es Tailor Made, der im Samtanzug New York mit Geschenken kaufen möchte.

Womöglich ist er in seiner Rolle als Kandidat der ehrlichste unter den Männern. Ernst meinen kann es wohl Niemand mit der Frau, die ja selbst nicht ernst zu nehmen ist.

Es ist zum Brüllen, wenn man im TV verfolgen kann, wie New York leidenschaftlich in eine Banane beißt und dabei Geräusche macht, die einem Pornofilm entsprungen sein können. Sehr lustig ist es auch, wenn sie tief in ihre Trickkiste greift und Gefühle imitiert.

Die Liebhaber der Show werden nie vergessen können, wie die Frau regelmäßig den ausgeschiedenen Männern ihren Popo zeigte, damit auch jeder Zuseher vor dem Fernsehbildschirm ihren am OP Tisch neu gebastelten Körper bewundern konnte.

Feminist/Innen und emanzipierte Frauen werden sicherlich meiner Meinung sein: Diese Frau ist die Wunschvorstellung eines chauvinistischen Zuhälters. In erster Linie ist sie am Körper der Männer interessiert und möchte beschützt bzw. geführt werden. Gerne lässt sie sich durch Geschenke beeindrucken und ist begeistert, insofern ein Mann ihr die Größe seines Penis nennt.

Was läuft falsch auf dieser Welt, dass solche Shows den Geschmack der Menschen treffen und erfolgreich sind?


Kein Wunder, dass Frauen auf dieser Erde immer noch vergewaltigt, geschlagen, eingesperrt und besessen werden. Serien wie "I love New York 2" zeigen den Männern dieser Erde: "Hey- Sie will es doch so und wenn sie Nein sagt, meint sie eigentlich Ja."

Der neue Kennedy


Immer wieder hört man in den Nachrichten, dass Barack Obama als "neuer Kennedy" bezeichnet wird. In diesem Zusammenhang fällt einem sofort die Zeit der Studentenrevolten ein- die guten alten 68er Jahre, die konservativen und reaktionären Politikern wie Sarkozy in Frankreich immer noch ein Dorn im Auge sind.

Tatsächlich ist es so, dass Politiker/Innen in den U.S.A enorm abhängig sind von den Geldgebern. Letztendlich muss auch Obama seinen Geldgebern Rechenschaft ablegen und insofern diese nicht zufrieden sind, wird auch sein Stern schnell untergehen.
Grundsätzlich erinnert dieser Mann, mit schwarzen und weißen Vorfahren trotzdem an die gute alte Zeit der Studentenrevolten. Er spricht davon, dass wir Alle können. Yes, we can - und damit gibt er all denen Grund zur Hoffnung, wirklich etwas bewegen zu können.

Gerade die Hoffnungslosigkeit und Unmöglichkeit irgendetwas verändern zu können führt zu Frust und zur Ablehnung der Politik. Auch in Österreich ist ein großer Frust unter den Menschen zu erkennen.
Womöglich würde es die müden Politgeister auch erwecken, insofern ein Mensch auf die Politbühne treten würde und verlautbaren: Ja, wir können etwas ändern.

Dabei würde dieser Mensch nicht lediglich von einer Verlangsamung der negativen Auswirkungen des Neoliberalismus und Turbokapitalismus, eines geringen finanziellen Ausgleichs des ungerechten Systems und eine Verbesserung der individuellen Lebenssituationen aller finanziell schwachen Menschen ansprechen, sondern er würde die Möglichkeit der Überwindung dieser Probleme deklarieren.
Allerdings wäre in diesem Fall der neue Kennedy um Längen politisch idealistischer als der ermordete Politiker.

Die Menschen warten auf einen Politiker, der klar macht, dass es die Besitzenden sind, die Politik für die Minderheit und gegen die breite Mehrheit der Menschen machen und dass es diese breite Mehrheit sein muss, die den entscheidenden Impuls zur Veränderung der Gesellschaft initiieren muß.

In diesem Wirtschaftssystem sind positive Verbesserungen für die Mehrheit der Menschen enorm schwierig zu verwirklichen und auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Statt die Reformen neu zu gestalten muss es das Wirtschaftssystem sein, das umgestaltet werden muss.

Dann benötigen wir auch keinen alten oder neuen Kennedy- Dann genügen wir uns selbst.