Mittwoch, 30. Juli 2008

Der neue Kennedy


Immer wieder hört man in den Nachrichten, dass Barack Obama als "neuer Kennedy" bezeichnet wird. In diesem Zusammenhang fällt einem sofort die Zeit der Studentenrevolten ein- die guten alten 68er Jahre, die konservativen und reaktionären Politikern wie Sarkozy in Frankreich immer noch ein Dorn im Auge sind.

Tatsächlich ist es so, dass Politiker/Innen in den U.S.A enorm abhängig sind von den Geldgebern. Letztendlich muss auch Obama seinen Geldgebern Rechenschaft ablegen und insofern diese nicht zufrieden sind, wird auch sein Stern schnell untergehen.
Grundsätzlich erinnert dieser Mann, mit schwarzen und weißen Vorfahren trotzdem an die gute alte Zeit der Studentenrevolten. Er spricht davon, dass wir Alle können. Yes, we can - und damit gibt er all denen Grund zur Hoffnung, wirklich etwas bewegen zu können.

Gerade die Hoffnungslosigkeit und Unmöglichkeit irgendetwas verändern zu können führt zu Frust und zur Ablehnung der Politik. Auch in Österreich ist ein großer Frust unter den Menschen zu erkennen.
Womöglich würde es die müden Politgeister auch erwecken, insofern ein Mensch auf die Politbühne treten würde und verlautbaren: Ja, wir können etwas ändern.

Dabei würde dieser Mensch nicht lediglich von einer Verlangsamung der negativen Auswirkungen des Neoliberalismus und Turbokapitalismus, eines geringen finanziellen Ausgleichs des ungerechten Systems und eine Verbesserung der individuellen Lebenssituationen aller finanziell schwachen Menschen ansprechen, sondern er würde die Möglichkeit der Überwindung dieser Probleme deklarieren.
Allerdings wäre in diesem Fall der neue Kennedy um Längen politisch idealistischer als der ermordete Politiker.

Die Menschen warten auf einen Politiker, der klar macht, dass es die Besitzenden sind, die Politik für die Minderheit und gegen die breite Mehrheit der Menschen machen und dass es diese breite Mehrheit sein muss, die den entscheidenden Impuls zur Veränderung der Gesellschaft initiieren muß.

In diesem Wirtschaftssystem sind positive Verbesserungen für die Mehrheit der Menschen enorm schwierig zu verwirklichen und auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Statt die Reformen neu zu gestalten muss es das Wirtschaftssystem sein, das umgestaltet werden muss.

Dann benötigen wir auch keinen alten oder neuen Kennedy- Dann genügen wir uns selbst.

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