Montag, 18. Mai 2009

Unter Rapidlern

Gestern war ich wieder Mal in meinem Stamm Wettbüro und sah mir das Match Ried gegen SK Rapid Wien an. Unter den Zusehern war ein Rapidfan und ich konnte seinen Worten kaum überraschter und geschockter folgen. Dieser Mensch sah ein völlig anderes Spiel. Er war wohl der Einzige, der das reguläre Tor des Rieders in den ersten Minuten als abseits deklarierte. Die gelbrote Karte gegen Ende des Spiels kommentierte er mit einem Lachen und meinte, der Rapidler könne sich ja nicht in Luft auflösen.
Schon oft sind mir solche Fußballfans begegnet. Ich bin der Ansicht, dass man doch zumindest ein bisschen einen Bezug zur Realität beibehalten sollte. Aber gerade bei Rapidfans vermisse ich das oft. Andererseits ist das auch logisch- Schließlich ist ja Rapid Wien eine Religion, und einer Religion folgt man blind. Da werden dann auch Äußerungen getätigt wie: Maierhofer ist besser als Janko und gehört immer in die Startelf des Nationalteams. Ich glaube, eine amateurhaftere Aussage kann es gar nicht geben.
Maierhofer ist fußballerisch dermaßen limitiert, dass er eigentlich bereits gegenwärtig mehr erreicht hat, als sein eigenes Spektrum ursprünglich zugelassen hätte. Regelmäßig stolpert er im Nationalteam über seine eigenen Beine, verliert Kopfballduelle und Zweikämpfe. Trotzdem er fast 30cm größer ist als Jimmy Hoffer, gewinnt dieser mehr Zweikampfduelle als er.
Und das lässt mich zurück kommen zu dem objektiven Rapidler im Wettbüro. Ich wünsche ihm baldigst eine Rückkehr der Ikone Hans Krankl. Denn Rapid hat sich Krankl als Trainer verdient.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Die seltsame Medienwelt in Österreich

In Österreich ist ja die Medienlandschaft besonders interessant ausgeprägt. Es gibt nahezu eine Medienmonopolstellung in Form eines alten Mannes. Interessant ist an der Kronen Zeitung und Herrn Dichand, dass dieses Medienformat eine unglaubliche Wirkung auf die Menschen in Österreich hat.
Immer noch wird davon gesprochen, dass in Österreich niemand gegen den Willen von Dichand Bundeskanzler geworden ist, mit Ausnahme von Wolfgang Schüssel. Denn Dichand ist eigentlich immer gern für eine große Koalition, da man da besser eine Oppositionsstellung in Österreich formieren und konstruieren kann.
Insofern die Hasstreiber und destruktiven Kräfte in Österreich regieren, ist ja Oppositionspolitik und Kritik an der Regierung sozialdemokratisch, wie zum Beispiel im Falle der Phase schwarz- blau. Und Kritik die letztendlich eigentlich konstruktiv ist, lässt sich wesentlich schlechter verkaufen als destruktive, negative Opposition.
Menschen wie Jeannee, Wolf Martin und Staberl haben die politische Landschaft ernsthaft in der Hand. Ich bin der Ansicht, dass der Einfluss eines Jeannee generell unterschätzt wird. Nicht nur einmal habe ich bereits die Meinung von Jeannee am Markt, im Germeindebau usw. erneut gehört. Der Grund dafür ist klar.
Menschen wie Jeannee schreiben nicht von Politik oder Gesellschaft. Sie geben der Gesellschaft das, was die Gesellschaft, die Leser und Leserinnen von ihnen wollen. Sie bestätigen die Vorurteile, Klischees und Unwahrheiten und schaffen ein Weltbild, dass dem Erwarteten entspricht.
Dadurch schaffen es diese Menschen auch immer wieder, Unwahrheiten dermaßen häufig zu schreiben, bis sie Wahrheiten geworden sind. Mittlerweile gilt es als Wahrheit, dass Ausländer und Ausländerinnen schneller Gemeindewohnungen erhalten, als Inländer/Innen. Tatsächlich ist das natürlich totaler Humbug, aber die Menschen lesen es in den ausgesuchten Leserbriefen,sie lesen es bei Jeannee, Staberl und Wolf Martin. Herr Strudl dichtet dazu einen passenden Limerick und das Pseudonym Dichands, der so genannte Cato, gibt seinen Senf auch noch dazu.
Hinzu kommt noch, dass die Krone die Macht besitzt, negative Stimmung aufkommen zu lassen. Ironischerweise ist es nur die Krone, die das Thema EU über lange Zeit kritisch reflektiert hat. Das Thema Eu existiert ansonsten nur marginal. Selbst während der EU Wahl sind die Politiker und Politikerinnen selten in den Medien. Am 7. Juni sind EU Wahlen. Jetzt stelle dir vor, es wären an diesem Tag Nationalratswahlen. Jeden Tag würde man etwas lesen, Diskussionen usw.