Dienstag, 17. März 2009

Das Homofoul

Homophobie hat den nicht mehr so akzeptierten Rassismus am Fußballplatz endgültig ersetzt. Gut in Erinnerung ist der Fall eines Spielers, der mit 6 Spielen Sperre zu rechnen hatte, weil er einen Spieler als „schwarze Sau“ betitelt haben soll. Als er während der Einvernahme beteuerte, dass er lediglich „schwule Sau“ geschimpft habe, bekam er lediglich 3 Spiele Sperre.
Dies ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Schwul wird als Schimpfwort akzeptiert und damit ist der Homophobie Tür und Tor geöffnet.
Unlängst am Sportklubplatz wurde der linke Verein Wiener Sportklub mit Fangesängen der FAC- Fans „begrüßt“, die Homophobie pur darstellten. „Schwuler WSK“ wurde gesungen und die Fans der Friedhofstribüne handelten schnell und stimmten in die Gesänge mit ein. Sie betitelten sich selbst als schwul und in diesem Zusammenhang habe ich noch niemals eine schönere Geste gegen Homophobie erlebt, insbesondere an einer dermaßen männlich dominierten Stätte, dem Fußballplatz.
Homosexualität ist am Fußballplatz immer noch ein No- Go, wird verschwiegen und unterdrückt. Es ist unvorstellbar, dass es keine schwulen Fußballer gibt. Es haben sich lediglich noch nie welche geoutet.
Gegenwärtig werden Ermittlungen gegen Marko Arnatouvic, dem österreichischen Nationalteamspieler in den Diensten von Twente Enschede angestellt. Er habe einen Gegenspieler als Nigger beschimpft.
Bei Rassismus wird mittlerweile zumindest seitens der Spieler sehr schnell untersucht. In diesem Zusammenhang wird noch enorm unterschieden zwischen Fans und Spielern. Urwaldgeräusche, insofern ein schwarzer Spieler am Ball ist, 88- Transparente, die der geheime Code für den nationalsozialistischen Gruß im Wortlaut darstellen, usw. sind leider noch nicht aus den österreichischen Stadien verbannt.
Dennoch darf auch der Homophobie nicht länger mit verschlossenen Augen und Ohren begegnet werden. Was wäre passiert, insofern Arnatouvic als schwul definiert worden wäre? Gäbe es einen ähnlichen Aufschrei?
Es ist nur zu wünschen, insofern fair-play, Anti- Sexismus, Anti- Homophobie, Anti- Rassismus und Toleranz nicht nur als Ideal im Sport angekündigt, sondern auch in Zukunft tatsächlich gelebt wird. Dazu reichen nicht nur Aktionen von vereinzelten Initiativen, sondern insbesondere die Sensibilisierung der Spieler, Fans und Trainern.

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