Montag, 2. März 2009

Die Sonne geht in Kärnten wieder auf

Man braucht sich in Kärnten gar Nichts vormachen. In Wahrheit hat nahezu Niemand den aktuellen Landeshauptmann, sondern viel mehr den aus eigenem Verschulden verstorbenen Haider gewählt. Das BZÖ ist auch nicht davor zurück gewichen, den toten Haider als Wahlsiegmaschinerie zu instrumentalisieren.
Man muss sehr tief in die Seele der Kärntner und Kärntnerinnen blicken, um die Motive für die Wahl eines Toten aufzuzeigen. Die Kärntner/Innen sind in sich tief gespalten. Dazu trägt teilweise ein eigenes, tief sitzendes Minderwertigkeitsgefühl aufgrund etwaiger, slowenischer Wurzeln bei, sowie eine häufige Differenzierung zwischen „Wir Kärntnern“ und denen aus Wien.
Unvergessen sind den Kärntnern ihr langjähriger Landeshauptmann Haider, der Kärnten immer vor „Wien“ beschützt hat. Besonders interessant ist dabei auch die eigene Wahrnehmung von Kärnten. Während sich viele Menschen aus anderen Bundesländern wundern, wie ein Mensch wie Dörfler dermaßen viele Stimmen bekommen kann, der an politischer Ungeschicktheit nahezu an den ehemaligen Bundeskanzler Gusenbauer erinnert, ist in Kärnten offensichtlich Alles egal, so lange bloß kein sozialdemokratischer Mensch die Politik des Bundeslandes leitet.
Besonders auffällig ist auch, dass sich das BZÖ in Kärnten viele Stimmen aus dem Pool der SPÖ schnappte, während in den anderen Bundesländern die Partei hauptsächlich aus dem Wählerteich der ÖVP fischte.
Auf Dauer prognostiziere ich dem BZÖ allerdings keine Zukunft. Der Tod Jörg Haiders war noch zu intensiv in den Gedanken der Menschen eingegraben, doch in Zukunft wird das Bündnis ohne Führungspersönlichkeit bzw. ohne konkreten Inhalt in der harten, politischen Realität ankommen und höchstwahrscheinlich in der Bedeutungslosigkeit versinken.
In der harten Realität angekommen ist unterdessen die SPÖ. Gerade während der Weltwirtschaftskrise und der akuten Arbeitslosigkeit müsste die Arbeiterpartei besonders zu legen. Statt dessen legten insbesondere die rechten Parteien, zu denen ich auch die ÖVP zähle, zu. Offensichtlich hat die SPÖ ein Problem mit ihrem Klientel.

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