Mittwoch, 25. Februar 2009

Die Oskarverleihung 2009 und Jerry Lewis

Nach der Oskarverleihung 2009 bleibt ebenso wie der Opernball in Wien ein seltsamer Nachgeschmack. Im Zeichen der Weltwirtschaftskrise verzichteten die Stars auf ein wenig Prunk, ebenso wie die Politiker/Innen am Opernball auf zu hohe Ausgaben verzichteten.
Neben dem bereits erwarteten Oskar für den verstorbenen Heath Ledger, aufgrund seiner letzten Rolle als „Joker“. Persönlich empfand ich seine schauspielerische Leistung in Brokeback Mountain wesentlich beeindruckender, als in der Batman- Verfilmung.
Der berühmte Alt- Komiker Jerry Lewis erhielt bei der Oskar- Verleihung einen Ehrenpreis für seine humanitären Verdienste. Im Zeichen seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Schauspieler und Komiker sammelte Lewis mehr als 2 Milliarden Dollar für Menschen mit Muskelschwund. In diesem Zusammenhang war er bereits für den Friedensnobelpreis nominiert, den er letztendlich nicht erhielt.
Dabei ist es sensationell, dass der jahrelange Wegbegleiter von Dean Martin überhaupt noch die Auszeichnung lebend mit bekommt. Lewis litt bereits an Prostatakrebs, einer Magenblutung, zwei Herzinfarkten, einer schweren Lungenkrankheit, war bereits im Jahre 1982 für 17 Sekunden klinisch tot und aufgrund eines Unfalls während Dreharbeiten an schweren, chronischen Rückenschmerzen, die ihn mehrfach an Selbstmord denken ließen. Des Weiteren war Lewis lange Zeit tablettensüchtig.
Lewis scheint demzufolge nicht nur auf der Bühne mehr als zwei Leben zu haben.

Dienstag, 24. Februar 2009

Heinz Erhardt


Am 20. Februar dieses Jahres wäre der Humorist, Dichter, Musiker und Schauspieler Heinz Erhardt 100 Jahre alt geworden. Tatsächlich verstarb Erhardt bereits vor nahezu 30 Jahren, am 5. Juni 1979. Zuvor litt er bereits über 8 Jahre an den Nachwehen eines Schlaganfalls, der sein Sprachzentrum unwiederbringlich geschädigt und ihn halbseitig gelähmt hatte.
Insbesondere für Erhardt, der durch seinen Wortwitz und seine Gestik eine einzigartige Bühnen- und Filmpräsenz an den Tag legte, war der Verlust der Stimme ein schwer verdaulicher Schicksalsschlag.
Auch Erhardt hat mit vielen anderen Künstlern und Künstlerinnen gemeinsam, dass er niemals Abitur machte und seine Schule abbrach. Allerdings kam er aus bürgerlichem Hause, und konnte seine berufliche Laufbahn im Musikgeschäft des Großvaters beginnen. Trotzdem war es im eigentlichen Sinne die Musik, die Oper, die Dichtkunst und die humoristischen Einlagen, die es ihm angetan hatten.
Geboren wurde Erhardt in Riga, der gegenwärtigen Hauptstadt von Lettland. Endgültig verschlug es dem deutschen Komiker nach Deutschland, nachdem er 19jährig das Gymnasium endgültig schmiss, und das bereits erwähnte Musikgeschäft des Großvaters in Leipzig aufsuchte, um dort eine Lehre zu starten.

Unvergesslich bleiben die Lieder von Erhardt. Besonders wach ist die Erinnerung, insofern an das Lied gedacht wird, dass Erhardt am Klavier sitzend trällert, in einem seiner bekannten und lustigen Filme. Es geht in etwa so: „…und wenn ich dann noch traurig bin, trink ich noch ein Korn, und wenn ich dann noch traurig bin, fang ich an von vorn.“
Leider konnte er dieses Lied für seine eigene Lebensphilosophie im Winter seines Daseins nicht anwenden. Dennoch arbeitete er auch nach seinem Schlaganfall Anfang der 70er Jahre an der Oper „Noch ne Oper“.
Einen Tag nach Erhardts 70. Geburtstag, wurde diese Oper im ZDF ausgestrahlt.

Die Humoristik, der Stil der Erhardt- Komödien und die Ausstrahlung des Protagonisten sind einzigartig und sind trotzdem, oder womöglich gerade aufgrund dessen, unvergessen und werden auch heutzutage immer noch gezeigt und gern gesehen.
Das gelegentliche Spießbürgertum, das Erhardt zumeist entweder in seiner eigenen Person, oder zumindest durch seine Familie, verkörperte, konnte durchaus als übertriebene Darstellung der Wirklichkeit gedeutet werden.
Schließlich beendete Erhardt seine filmische Karriere auch nach seinem Schlaganfall Anfang der 70er Jahre, dem Beginn der 1968er und sozialrevolutionären Aufruhr auf den Universitäten und den verschiedensten Straßen dieser Erde.

Als ein ebenso charismatischer, wortgewandter und dichterisch begabter Mensch, und dementsprechend durchaus als Nachfolger betrachtet werden kann der Mann, der mit Künstlernamen Loriot heißt. Trotzdem natürlich die Komödien in einer anderen Zeit angesiedelt, und die Pointen in den Gedichten einen eigenen Stempel aufweisen, setzte Loriot durchaus die Tradition auf leicht transformierte Art und Weise fort. Gut möglich, dass dem Künstler Loriot auf diesem Blog ebenfalls ein Eintrag gewidmet werden wird.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Sozial Is MUSS

In den letzten Tagen kam es zu einem zweiten Anlauf in Venezuela, die Gesetzeslage so zu ändern, dass der Präsident Hugo Chavez unbegrenzt wählbar ist. Ein Umstand, den konservative und rechtspolitisch orientierte Menschen als gefährlich für die Demokratie halten, ist in Wahrheit im eigentlichen Sinne lediglich eine Annäherung an europäische Verhältnisse im lateinamerikanischen Lande Venezuela. Schließlich sind in Österreich Kanzler auch nicht auf ein oder zwei Legislaturperioden begrenzt.
Selbstverständlich ist Vielfalt und die Möglichkeit zur Umorientierung ein wichtiges Kriterium für eine funktionierende Demokratie. Chavez machte sich in dem Referendum, dem 54% der Bevölkerung zustimmten nicht zu einem endgültigen, unabwählbaren maximo lider, sondern lediglich auf unbegrenzte Zeit wählbar.
Und tatsächlich ist mit Venezuela ein neues sozialistisches System aufgebaut worden, dass selbst Putschisten im Militärstreik 2002 und in Generalstreiks nicht brechen konnten. In diesem Zusammenhang kann Chavez insbesondere auf die ärmeren Bevölkerungsteile zählen, die auf einzigartige Art und Weise den bereits erwähnten Militärputsch, inklusive illegaler Verhaftung des Präsidenten ein Bein stellten und ihren Präsidenten zurück zur Macht führten.
Nachdem durch den Zusammenbruch des Realsozialismus Kuba der geeignete, starke Partner gegen die aggressive Politik der USA abhanden gekommen war, fand der bereits stark gealterte Castro in Venezuela einen neuen starken Partner.
Die gegenseitigen Kooperationen belaufen sich zum Beispiel im Tauschhandel Kubanische Ärzte gegen finanzielle Unterstützung seitens Venezuela.
Es lässt sich nicht verleugnen, dass es den Menschen in den sozialistisch geführten Ländern in Lateinamerika definitiv am Besten geht. So hat Kuba zum Beispiel eine wesentlich bessere Gesundheitspolitik als die USA und demzufolge eine niedrigere Kindersterblichkeitsrate, sowie billigere Medizin. Dies trotzdem Kuba ein Dritte- Welt- Land ist und seit der kubanischen Revolution von Castro und Che Guevara unter Isolation leidet, da die USA Kooperation mit Kuba wirtschaftlich sanktioniert, sowie grundsätzlich Embargos verhängt wurden.
Dies hängt Alles zusammen mit dem fehlgeschlagenen Eroberungsversuch der USA in der Schweinebucht, sowie der ungewollten Absetzung des faschistischen Diktators Batista durch die Bewegung Castros.
Um auf das eigentliche Thema zurück zu kommen: Gegenwärtig stellen die Hochburgen des Sozialismus Venezuela, Kuba , sowie Evo Morales in Bolivien dar. Das korrumpierte China hat schon die Grundfesten des Sozialismus, insbesondere durch die letzten Schritte der Kulturrevolution, verloren und um am Futtertrog der Macht zu bleiben wurden von der Einheitspartei ohnehin bereits vor langer Zeit jede Form von Idealismus verraten.
Daneben gibt es noch ein Regime in Nordkorea, dass allein aufgrund der Definition „Regime“ bezüglich der Qualität der ideologischen Ausrichtung bereits unmissverständlich eingeordnet werden kann.
Mit wachsender Aufmerksamkeit gilt es, die Entwicklungen in Venezuela zu beobachten. Die Beziehungen zwischen Venezuela und den USA dürften sich wohl kaum verbessern. Anders soll es sich in diesem Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen den USA und Kuba verhalten. Nachdem es seit dem Tod von Kennedy unter Einbeziehung kurzer Ruhepausen immer nur noch zu größeren Schikanen der USA gegen Kuba gekommen war, deutete der neue US Präsident Obama Annäherungen an.
Sobald es Entwicklungen in dieser Thematik zu berichten gibt,wird sich dieser Blog erneut damit befassen.

Samstag, 14. Februar 2009

Der grüne Weg ins Ungewisse


Ursprünglich sind die Grünen gegründet worden, Umweltpolitik und gesellschaftspolitisch liberale und freie Ideen zu vertreten. Unter ihnen waren und sind immer noch viele Umweltaktivist/Innen, Frauen die Gender- Politik betreiben, Menschen die gegen die häufig noch auftretende, österreichische Homophobie auftreten usw.
Im Laufe der Zeit bildete sich unter den langjährigen Parteiobmann van der Bellen ein gut zusammengestelltes Team, das achtbare Erfolge bei Nationalratswahlen und Landtagswahlen erzielen konnte.

Mittlerweile ist von dem Team nicht mehr viel übrig. Voggenhuber wurde abmontiert und harkte noch nachträglich in die Wunden seiner Partei ein, die gesellschaftliche und wirtschaftspolitische Orientierungsschwierigkeiten zu haben scheint, insbesondere seit dem Abgang des großen Alexander.

Die Fragen, die sich offensichtlich die Aktivist/Innen und Politiker/Innen der Grünen stellen bezieht sich auf ihre eigene Identität und ihre Zielgruppe. Wollen sie eine Partei der intellektuellen, wirtschaftlich unabhängigen Menschen bleiben, und dementsprechend die gläserne Decke von maximal 10,11 Prozent Zustimmung der Wähler/Innen niemals überschreiten, oder will sie massentauglich werden, und insofern auch unangenehme Wahrheiten anpacken und aussprechen.
Zum Beispiel insofern Integrationspolitik versagt und dementsprechend auch festgehalten werden muss, dass Integration nicht nur ein Nehmen ist, sondern auch ein Geben und aktives Teilnehmen der ausländischen Menschen.
Insofern die Grünen gesellschaftspolitisch diese Problematik aufgreifen würden, könnten sie sich als ernsthafte, massentaugliche und linkspolitisch orientierte Partei etablieren. So lange die Grünen diesen gegenwärtigen, separierten Weg weiter gehen, werden sie wohl über kurz oder lang endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, und mit dem BZÖ um den Einzug in das Parlament rittern.

Des Weiteren ist es wohl an der Zeit für diese Partei, auch die Probleme der breiten Masse anzusprechen. Es ist nicht ausreichend, immer für Toleranz gegenüber Minderheiten einzutreten, und dabei die Interessen der breiten Masse lediglich anzustreifen.
Auch bezüglich der EU muss mehr Kritik kommen. Ansonsten droht den Grünen Hand in Hand mit der ÖVP, die ebenfalls lediglich unkritische Berührungspunkte mit der EU leben, der Weg in die Bedeutungslosigkeit.

Dabei wären gerade die Grünen bestens geeignet dafür, endlich einen eindeutigen, linkspolitischen Weg einzuschlagen. In Frankreich gibt es bereits erste Ansätze für das Aufkommen einer linkspopulistischen Partei, die in vereinfachter Form die Probleme des Kapitalismus und der Großindustriellen aufzeigt. Insbesondere aufgrund der Weltwirtschaftskrise wäre es ein Leichtes, viele Prozentpunkte aufzustocken, insofern die Grünen ihren bürgerlichen, schwarzen Wirtschaftspolitik Weg abstreifen, und den Erwartungen insbesondere ihrer jungen Wähler/Innen endlich gerecht werden könnten.

Die SPÖ ist aufgrund ihrer realpolitischen Verantwortung gegenüber den Menschen nicht in der Lage, linkspopulistische Arbeiter/Innen und Arbeitnehmer/Innenpolitik zu betreiben, da sie einerseits ihren Partner mit der ÖVP hat, und andererseits auch eine Massenpartei bleiben muss und wird- dieser Verpflichtung den Menschen gegenüber und insbesondere aus Selbsterhaltungstrieb, kann die Sozialdemokratie nicht überwinden. Insbesondere wenn der gegenwärtige politische Wind und die Stimmung in Österreich mit einbezogen wird.
Im Rahmen ihrer Möglichkeiten und trotz Zusammenarbeit mit der ÖVP hat die SPÖ jedoch dennoch bereits einige gute Ansatzpunkte verwirklicht. Insofern die Spitze der Sozialdemokratie wieder näher an ihre Basis rückt, kann das generell nur positiv für die linkspolitischen Bewegungen in Österreich sein.
Die Grünen müssen und werden sich auch endlich entscheiden müssen- Sind sie eine Partei der Elite, die in ihrem Reichtum auch ein bisschen etwas für ihre Umwelt tun, im eigentlichen Sinne aber von Problemen mit Proleten und sozialen Brennherden maximal im Standard lesen möchten, oder wollen sie eine linkspolitische Partei werden, die sich weiterhin aktiv gegen die Diskriminierung der Frauen, der Immigranten, der homosexuellen Menschen einsetzt, für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und die breite Masse der Menschen kämpft?!?

Dienstag, 10. Februar 2009

12. Februar 1989

Am 12. Februar jährt sich der Tod von Thomas Bernhard bereits zum zwanzigsten Male. Der geniale Autor und Künstler fiel während seines Lebens immer wieder durch Provokation und seinem angespannten Verhältnis zu seiner Heimat, zu Österreich auf. Rechtspolitisch und/oder nationalistisch eingestellte Menschen aus Österreich warfen und werfen dem Autoren „Nestbeschmutzung“ vor, in dem Sinne, dass man keine öffentliche Kritik gegen sein Heimatland publizieren dürfe, da man ja ansonsten nicht den Attributen eines „richtigen“ Österreichers entsprechen würde.
Dabei wäre grundsätzlich jedem Österreicher und jeder Österreicherin eine grundsätzliche Beschäftigung mit der Geschichte des Landes zu empfehlen und da ist eine kritische Betrachtungsweise selbstverständlich immer förderlich und erweitert den Horizont.
Bernhard beschrieb die Menschen zumeist aus distanzierter Art und Weise, in dem Sinne, dass er sie kategorisierte und zumeist keine gute Meinung von ihnen hatte- und dieser Umstand war auch kein Wunder, da ihm selten Menschen gut gesinnt bzw. auf Dauer gut gesinnt waren.
Seine veröffentlichten, autobiographischen Werke „Ein Kind“, „Die Kälte“, „Der Keller“ „Die Ursache“ „Der Atem“ veranschaulichen die vielen Hindernisse und Hürden, die Thomas durchleben musste. Geboren in Holland, aufgewachsen in Österreich und eine Zeit lang in Deutschland lebend, erhält er von seinem zur Heimat erwähltem Österreich erst nach seinem Tode die richtige Anerkennung. Tatsächlich hatte Bernhard sogar verfügt, dass seine Stücke nach seinem Tode nie wieder in Österreich gespielt werden sollten.
Bernhards Stil ist unverwechselbar und ein Unikat. In seinen Werken sind es zumeist die Gedanken des Protagonisten, die die Hauptrolle spielen- aus dessen Sicht wird Alles geschildert und oftmals finden Teile aus seinem realen Leben Einzug in die Literatur. So ist dies zum Beispiel gut zu sehen an „Holzfällen“.
Darin geht es um einen Menschen, der nach vielen Jahren wieder ein Pärchen sieht, dass ihn vor vielen Jahren „gefördert“ hat, und statt Dankbarkeit ist es eigentlich eher Verachtung, die existiert und zentral ist. Im eigentlichen Sinne hätte er sich gar nicht mit diesen Menschen noch mal treffen wollen, doch in dem plötzlichen Moment des Wiedersehens, mitten in Wien, hatte er zu gesagt.
Bernhard hatte auch im wahren Leben Förderer, insbesondere ein Pärchen scheint auch in seinem wahren Leben eine wichtige Rolle gespielt zu haben, die auch andere Künstler/Innen subventionierten.
Die Beziehungen zu Frauen werden in Verbindung mit dem Menschen Bernhard kaum detailliert angegeben, einzig sein Schwärmen für eine viel ältere Frau war bekannt, die nur ein wenig früher als der Künstler selbst starb.
Zeit seines Lebens kämpfte Bernhard mit einer schweren Lungenerkrankung und bekam bereits mit 18 Jahren seine letzte Ölung. Des Weiteren verbrachte er bereits in jungen Jahren viele Jahre in einer Lungenheilstätte, die ihn letztendlich erst wahrhaftig krank machte.
Aufgrund des zwanzigsten Todestages gibt es jede Menge Veranstaltungen, Theateraufführungen usw. von und teilweise auch mit dem Thema Thomas Bernhard.
Insofern es mir zeitlich möglich ist, werde ich sicherlich die eine oder andere Veranstaltung besuchen. Auch literarisch wird es etwas Neues zu lesen geben. Näheres könnt ihr der Homepage www.residenzverlag.at , bzw. www.thomasbernhard.at entnehmen.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Die negativen Auswirkungen des kommerziellen Sports

Der Sport ist die Kultur der ungebildeten Menschen! So und so ähnlich bezeichnete der bereits vor 20 Jahren gestorbene Thomas Bernhard einst die Mentalität rund um den kommerziellen Sport. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Bernhard selbst regelmäßig Sport im Fernsehen gesehen hat.
Das faszinierende am Sport ist die Identitätsbildung. Es ist einerseits der faszinierende, andererseits der gefährliche Aspekt, denn innerhalb des Konkurrenzdenkens bleibt nicht viel Platz für Toleranz oder Freundschaft. Insbesondere beim Profi- Fußball gibt es mittlerweile regelmäßig Ausschreitungen.
„Traditionsvereine“ wie Rapid Wien, Austria Wien usw. liefern sich mittlerweile regelmäßige Schlachten rund um die so genannte „dritte Halbzeit“.
Diesen Menschen geht es nicht wirklich um den Sport sondern lediglich um ein Ventil, um den Frust und die Wut abbauen zu können.
Immer wieder erfreulich sind Fangemeinschaften wie die des Wiener Sportklub oder FC St. Pauli, bei denen es friedlich zu geht und die Atmosphäre am Fußballplatz wichtiger ist, als der kommerzielle und/ oder sportliche Erfolg.
Es ist noch nicht lange her, da wurde ich auf dem Heimweg von einem Sportklubmatch von herumpöbelnden Jugendlichen als „Zecke“ beschimpft, aufgrund meines Fanschales.
Ich dachte in diesem Zusammenhang bei mir, dass dieser Fußballverein Vieles sehr richtig machen muss, insofern gewaltbereite Jugendliche Menschen mit schwarz- weißen Fanschals als „Zecken“ betiteln.
Diese Definition kommt aus dem rechtspopulistischen Milieu und verunglimpft linkspolitisch positionierte Menschen. Es versucht insbesondere aufgrund des Klischees, dass linkspolitische Personen nicht arbeiten auf einem Vergleich mit blutsaugenden Lebewesen hinzuweisen.
Offensichtlich ist die Friedlichkeit, nette Sprechchöre, Fanfreundschaften und unüberbietbarer Rückhalt der Mannschaft des WSK bis in die Zimmer der sozial benachteiligten Jugendlichen vorgedrungen. Höchstwahrscheinlich aufgrund der regelmäßigen, ausgezeichneten Leistungen beim Wiener Stadthallenturnier wird der WSK Aufmerksamkeit über die Ostliga hinaus erwecken.
Es ist nur zu wünschen, dass dieser Traditionsverein eine gute Rückrunde 2009 spielt, um auch sportlich nach langer Zeit wieder in die zweithöchste Spielklasse aufzusteigen.
Gegenwärtig macht der WSK durch Spielertransfere auf sich aufmerksam. Der alte Spieler Sertan Günes wechselt mit sofortiger Wirkung von Austria Lustenau zurück zum Wiener Sportklub.
Im Gegenzug dazu wechselt der kurzfristige Heimkehrer Halil Akaslan zurück zum FAC.
Inwiefern dies eine Verstärkung sein wird, bleibt noch abzuwarten. Schade, dass es nicht zu einem Sturmduo Akaslan – Günes gekommen ist.