Dienstag, 10. Februar 2009

12. Februar 1989

Am 12. Februar jährt sich der Tod von Thomas Bernhard bereits zum zwanzigsten Male. Der geniale Autor und Künstler fiel während seines Lebens immer wieder durch Provokation und seinem angespannten Verhältnis zu seiner Heimat, zu Österreich auf. Rechtspolitisch und/oder nationalistisch eingestellte Menschen aus Österreich warfen und werfen dem Autoren „Nestbeschmutzung“ vor, in dem Sinne, dass man keine öffentliche Kritik gegen sein Heimatland publizieren dürfe, da man ja ansonsten nicht den Attributen eines „richtigen“ Österreichers entsprechen würde.
Dabei wäre grundsätzlich jedem Österreicher und jeder Österreicherin eine grundsätzliche Beschäftigung mit der Geschichte des Landes zu empfehlen und da ist eine kritische Betrachtungsweise selbstverständlich immer förderlich und erweitert den Horizont.
Bernhard beschrieb die Menschen zumeist aus distanzierter Art und Weise, in dem Sinne, dass er sie kategorisierte und zumeist keine gute Meinung von ihnen hatte- und dieser Umstand war auch kein Wunder, da ihm selten Menschen gut gesinnt bzw. auf Dauer gut gesinnt waren.
Seine veröffentlichten, autobiographischen Werke „Ein Kind“, „Die Kälte“, „Der Keller“ „Die Ursache“ „Der Atem“ veranschaulichen die vielen Hindernisse und Hürden, die Thomas durchleben musste. Geboren in Holland, aufgewachsen in Österreich und eine Zeit lang in Deutschland lebend, erhält er von seinem zur Heimat erwähltem Österreich erst nach seinem Tode die richtige Anerkennung. Tatsächlich hatte Bernhard sogar verfügt, dass seine Stücke nach seinem Tode nie wieder in Österreich gespielt werden sollten.
Bernhards Stil ist unverwechselbar und ein Unikat. In seinen Werken sind es zumeist die Gedanken des Protagonisten, die die Hauptrolle spielen- aus dessen Sicht wird Alles geschildert und oftmals finden Teile aus seinem realen Leben Einzug in die Literatur. So ist dies zum Beispiel gut zu sehen an „Holzfällen“.
Darin geht es um einen Menschen, der nach vielen Jahren wieder ein Pärchen sieht, dass ihn vor vielen Jahren „gefördert“ hat, und statt Dankbarkeit ist es eigentlich eher Verachtung, die existiert und zentral ist. Im eigentlichen Sinne hätte er sich gar nicht mit diesen Menschen noch mal treffen wollen, doch in dem plötzlichen Moment des Wiedersehens, mitten in Wien, hatte er zu gesagt.
Bernhard hatte auch im wahren Leben Förderer, insbesondere ein Pärchen scheint auch in seinem wahren Leben eine wichtige Rolle gespielt zu haben, die auch andere Künstler/Innen subventionierten.
Die Beziehungen zu Frauen werden in Verbindung mit dem Menschen Bernhard kaum detailliert angegeben, einzig sein Schwärmen für eine viel ältere Frau war bekannt, die nur ein wenig früher als der Künstler selbst starb.
Zeit seines Lebens kämpfte Bernhard mit einer schweren Lungenerkrankung und bekam bereits mit 18 Jahren seine letzte Ölung. Des Weiteren verbrachte er bereits in jungen Jahren viele Jahre in einer Lungenheilstätte, die ihn letztendlich erst wahrhaftig krank machte.
Aufgrund des zwanzigsten Todestages gibt es jede Menge Veranstaltungen, Theateraufführungen usw. von und teilweise auch mit dem Thema Thomas Bernhard.
Insofern es mir zeitlich möglich ist, werde ich sicherlich die eine oder andere Veranstaltung besuchen. Auch literarisch wird es etwas Neues zu lesen geben. Näheres könnt ihr der Homepage www.residenzverlag.at , bzw. www.thomasbernhard.at entnehmen.

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