Donnerstag, 5. Februar 2009

Die negativen Auswirkungen des kommerziellen Sports

Der Sport ist die Kultur der ungebildeten Menschen! So und so ähnlich bezeichnete der bereits vor 20 Jahren gestorbene Thomas Bernhard einst die Mentalität rund um den kommerziellen Sport. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass Bernhard selbst regelmäßig Sport im Fernsehen gesehen hat.
Das faszinierende am Sport ist die Identitätsbildung. Es ist einerseits der faszinierende, andererseits der gefährliche Aspekt, denn innerhalb des Konkurrenzdenkens bleibt nicht viel Platz für Toleranz oder Freundschaft. Insbesondere beim Profi- Fußball gibt es mittlerweile regelmäßig Ausschreitungen.
„Traditionsvereine“ wie Rapid Wien, Austria Wien usw. liefern sich mittlerweile regelmäßige Schlachten rund um die so genannte „dritte Halbzeit“.
Diesen Menschen geht es nicht wirklich um den Sport sondern lediglich um ein Ventil, um den Frust und die Wut abbauen zu können.
Immer wieder erfreulich sind Fangemeinschaften wie die des Wiener Sportklub oder FC St. Pauli, bei denen es friedlich zu geht und die Atmosphäre am Fußballplatz wichtiger ist, als der kommerzielle und/ oder sportliche Erfolg.
Es ist noch nicht lange her, da wurde ich auf dem Heimweg von einem Sportklubmatch von herumpöbelnden Jugendlichen als „Zecke“ beschimpft, aufgrund meines Fanschales.
Ich dachte in diesem Zusammenhang bei mir, dass dieser Fußballverein Vieles sehr richtig machen muss, insofern gewaltbereite Jugendliche Menschen mit schwarz- weißen Fanschals als „Zecken“ betiteln.
Diese Definition kommt aus dem rechtspopulistischen Milieu und verunglimpft linkspolitisch positionierte Menschen. Es versucht insbesondere aufgrund des Klischees, dass linkspolitische Personen nicht arbeiten auf einem Vergleich mit blutsaugenden Lebewesen hinzuweisen.
Offensichtlich ist die Friedlichkeit, nette Sprechchöre, Fanfreundschaften und unüberbietbarer Rückhalt der Mannschaft des WSK bis in die Zimmer der sozial benachteiligten Jugendlichen vorgedrungen. Höchstwahrscheinlich aufgrund der regelmäßigen, ausgezeichneten Leistungen beim Wiener Stadthallenturnier wird der WSK Aufmerksamkeit über die Ostliga hinaus erwecken.
Es ist nur zu wünschen, dass dieser Traditionsverein eine gute Rückrunde 2009 spielt, um auch sportlich nach langer Zeit wieder in die zweithöchste Spielklasse aufzusteigen.
Gegenwärtig macht der WSK durch Spielertransfere auf sich aufmerksam. Der alte Spieler Sertan Günes wechselt mit sofortiger Wirkung von Austria Lustenau zurück zum Wiener Sportklub.
Im Gegenzug dazu wechselt der kurzfristige Heimkehrer Halil Akaslan zurück zum FAC.
Inwiefern dies eine Verstärkung sein wird, bleibt noch abzuwarten. Schade, dass es nicht zu einem Sturmduo Akaslan – Günes gekommen ist.

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