Freitag, 28. November 2008

Die Rückkehr des narrischen Kastanienbaums


Ich möchte nicht sagen, dass ich schon immer auf den neuen Mundl gewartet habe- denn um ehrlich zu sein konnte schließlich niemand mit einer Rückkehr des cholerischen, egoistischen und engstirnigen Edmund Sackbauer rechnen, aber gewünscht und erbeten habe ich mir immer eine Fortsetzung von „Ein echter Wiener geht nicht unter“.
Schließlich ist Nichts eine dermaßen gute Milieu- Studie wie der echte Wiener. Und man muss nicht weit in Wien herumgehen, um die ganzen Mundls, Kurtis und Karlis aufzuspüren. In nahezu jedem alten, traditionellen, womöglich mittlerweile leicht heruntergekommenem Wirtshaus sind sie zu Hause. Sicherlich- Sie werden immer weniger und das ist ja auch logisch- denn die Generation Sackbauer ist schließlich auch zeitlich begrenzt, wenngleich sie auch Nachkommen und neue, leicht modifizierte Generationen nach sich ziehen.
Na ich jedenfalls habe mich gefragt, wie sich denn der Edmund Sackbauer letztendlich verändert haben könnte. Im neuen Kinofilm wird er schließlich 80. Geburtstag feiern.
Allein der Umstand, dass ein Arbeiter 80 wird ist durchaus als „mutig“ anzusehen. Die Lebenserwartung eines Arbeiters ist um Einiges niedriger, als die von Akademikern. Dennoch- Nun sagen wir mal, dass der oftmals alkoholisierte und immer streitsüchtige Edmund Sackbauer 80 Jahre alt wird- Wie könnte er sich da verändert haben?
Na mit Politik hat er ja nie Viel am Hut gehabt, der Edmund- obgleich er sogar einmal Betriebsrat war und sogar solidarisch kündigt, als mehrere Mitarbeiter/Innen entlassen werden sollten, doch welche politische Haltung könnte Edmund wohl heute einnehmen?
Meiner Ansicht nach könnte Edmund Sackbauer traurigerweise ebenfalls zu den Modernisierungsverlieren gehören, zu den vielen Menschen, die ehemalige Stamm- SPÖ- Wähler waren und nun ihr Kreuz bei Strache und Konsorten machen. Und ob der Mundl überhaupt noch irgendetwas von den gegenwärtigen Entwicklungen weltweit mitbekommt? Immerhin haben sich die Zeiten in den letzten 30 Jahren zunehmend beschleunigt und der technische Fortschritt ist kaum noch schneller zu bewältigen.
Ja der Karli Sackbauer ist da schon viel einfacher. Der ist zwar selbst immer ein großer Pfosten gewesen, also ein Trottel- aber immerhin hat er eine sehr intelligente Frau geheiratet und deshalb wird er schon nicht ganz abgerutscht sein. Ja und was wohl mit dem Kurti geschehen ist? Nicht auszudenken, dass dieser Vollzeitalkoholiker noch lebt- doch tatsächlich: In „Echte Wiener“ kehrt auch Kurti zurück auf die Bühne. Allerdings: Ich möchte nichts vorweg nehmen- Es könnte sein, dass er in diesem Film seinen Tod findet.

Ja und wie die ganzen anderen Figuren, deren Charakter noch gar nicht richtig ausgeprägt war und/oder die noch gar nicht vorgekommen sind, sich in den Film einfügen- Das werden wir Alles ab Mitte Dezember miterleben können- Wenn es endlich soweit ist und Edmund Sackbauer nach 30 Jahren zurückkehrt und schreit: „Mei Bier is ned deppat!“

Mittwoch, 26. November 2008

Thomas Bernhard - Der Keller


Der Keller ist die Rettung, die Zuflucht des mittlerweile sechzehnjährigen Thomas Bernhard. Nach den jahrelangen Quälereien in der Andräschule und den Jahren im Gymnasium hält er es nicht mehr länger aus. Während seines alltäglichen Schulweges macht Bernhard Halt und dreht in Richtung Arbeitsamt um. Er möchte in die „völlig andere Richtung“, in die Gegenrichtung so zu sagen. Nach jahrelangem Aufenthalt in der „Geistesaustreibungsanstalt“ nimmt er einen Job an im „Keller“. Der Keller ist ein Einzelhandel in der Scherzhauserfeldsiedlung, der verschrieensten Siedlung in ganz Salzburg. Er wählt ganz bewusst diese Adresse als Lehrstelle, und nimmt auch keine Andere an, obwohl ihm vorher viele „bessere“ Stellen angeboten werden. Bernhard geht in die Lehre des Herrn Podlaha. In dem Mann, der selbst Musiker werden wollte, es allerdings leider nicht dazu gebracht hat, sieht Bernhard seinen „Lehrer“. Neben seinem Großvater meint er am Meisten von Podlaha profitiert zu haben. Podlaha kann sehr gut mit Menschen umgehen. Er kann mit nahezu jedem reden und sich verstehen, bzw. verständigen. Der Großvater lehrte Bernhard die Ansichten über Schule, Institutionen, Menschen im Allgemeinen und die philosophischen Ansichten der Welt. Allerdings war der Großvater zeit seines Lebens ein Einzelgänger. Podlaha lernte ihm den leichten Umgang mit anderen Menschen. Der Keller versorgte die gesamte Scherzhauserfeldsiedlung. Bernhard’ s Kollegen waren Karl, ein anderer, älterer Lehrling und eine Aushilfe. Hauptgesprächsstoff im Keller war Sex, der Krieg und die Atombombe. Es war gerade große Not. Der Krieg war vorbei und die Amerikaner waren in Salzburg. So manches Mädchen aus Salzburg hatte sich einen „Amerikaner“ angelacht und wurde von ihm reich beschenkt, mit Seidenstrümpfen u.Ä.
In dem Roman erfährt man ebenso etwas von Bernhard’ s Lebensumständen. Er lebte zu Neunt in einer Wohnung. Sein Großvater stand jeden Tag um 3 Uhr morgens auf und wickelte sich in eine Pferdedecke um an seinem Lebenswerk, seinem großen, tausendfünfhundertseitigem Manuskript weiter zu arbeiten. Bernhard’ s Onkel, der Sohn seines Großvaters, der zeit seines Lebens ein genialer Erfinder war und Kommunist hatte seine Erfindungen im Keller gebunkert und arbeitete jeden Tag daran weiter. Ebenso lebte Bernhard’ s Mutter im Keller, seine Stiefgeschwister, ebenso wie sein „Vormund“, der während der Kriegszeit als Soldat in Yugoslawien stationiert war, und niemals sein „Vater“ oder „Stiefvater“ war, da er ihn in dem Sinne niemals „adoptiert“ hatte.
Bernhard geht in seiner Kaufmannslehre auf. Der Umgang mit Menschen macht ihm wieder Spaß. Bis zum heutigen Tage wagt er es nicht, das alte Gymnasium wieder zu betreten. Vor ein paar Jahren, schreibt der Autor, hat er einen alten Bewohner der Scherzhauserfeldsiedlung wieder gesehen. Er war Bauarbeiter und hatte mittlerweile ein total versoffenes Gesicht und Bernhard wieder erkannt.
Der Mann fragte den Autor, was er nun beruflich mache. Er sagte, dass er schreibe und der Mann konnte damit Nichts anfangen. So sind sie: Die Leute aus der Scherzhauserfeldsiedlung. Fast alle Verbrecher und Ausgestossenen kommen aus diesem Gemeindebau, der sorgsam an den Rand der Stadt verlegt wurde, um möglichst unbemerkt dort dahin zu vegetieren.
„Der Keller“ endet mit der einsetzenden Krankheit des Autors, die ihn beinahe umgebracht hätte. Nach einer Erkältung und Fieber hatte sich der junge Bernhard zu schnell wieder zurück in die Arbeit gemeldet und in der Kälte sich beinahe den „Tod“ geholt.
Der Leidensweg des Autors geht weiter.
„Der Keller“ ist die geniale Fortsetzung der autobiographischen Meisterwerke Bernhards. Ein Muss für alle Bernhardfans.

Donnerstag, 20. November 2008

Der interne Kampf des Josef Pröll

Wolfgang Schüssel- Sieht er Pröll immer noch auf die Beine?

Trotzdem ich in der Regel ein großer Kritiker der Volkspartei bin, tue ich mir derzeit mit Kritik am neuen Parteiobmann Josef Pröll schwer. Warum dies so ist, erkläre ich in diesem Artikel.

Aufgrund der letzten Parteiobmänner und der gegenwärtigen, politischen Lage ist es offensichtlich, dass die ÖVP aus zwei großen Teilen besteht. Einerseits die ultrakonservative, neoliberalistische und antisozialpartnerschaftliche ÖVP des Wolfgang Schüssel. Zu den Handpuppen dieses abgewählten Kanzlers zählen Wilhelm Molterer, Martin Bartenstein, u.v.m. Auch Maria Fekter ist ultrakonservativ und hat bis auf ihr Geschlecht mit Frauenpolitik Nichts zu tun.
Auf der anderen Seite gibt es einen durchaus konsensfähigen Flügel der ÖVP, der es sich nicht aus Prinzip zum Ziel gemacht hat, jede Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmerpartei SPÖ zu behindern und insbesondere zu verhindern.
Selbstverständlich ist dieser Teil der ÖVP ebenfalls enorm wirtschaftspolitisch ausgerichtet, dennoch gilt das Zusammenreden und die Konsenssuche unter diesen Menschen nicht automatisch als Auslegung von Schwäche.
Politiker wie Wolfgang Schüssel tragen die Hauptschuld daran, dass wir uns mittlerweile nicht mehr in einer Konkordanzdemokratie, sondern in einem konkurrenzdemokratischem System befinden. Allein aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer politischen Auslegung wird die ÖVP niemals viele Gemeinsamkeiten mit der SPÖ haben können. Dennoch war insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg bis Mitte der 80er Jahre ein stillschweigender, allgemeingültiger Kompromiss zwischen den Vertretern des Kapitals und der oberen Zehntausend (ÖVP) und den Vertretern der Mehrzahl der Menschen (SPÖ). Dieser Kompromiss wurde spätestens durch die Machtergreifung Wolfgang Schüssels endgültig zerbrochen.

Nun könnte der Anfang der neuen großen Koalition eine neue (hoffentlich in dem Sinne alte) Form der Zusammenarbeit bringen. Solange die SPÖ grundsätzlich jeden Koalitionspartner rechts von der ÖVP ausschließt und die Grünen weiterhin stagnieren, ist die GroKo ohnehin die einzig mögliche Variante einer Regierungsbeteiligung seitens der SPÖ.
Das dieser Umstand grundlegend ein strategischer Nachteil aus Sicht der Sozialdemokratie bezüglich der etwaigen Ausübung von Regierungsverantwortlichkeit darstellt, ist offensichtlich. Denn wie sagte schon Lex Luthor in „Superman- Die Abenteuer von Lois und Clark“: „Ich werde letztendlich gegen Superman gewinnen. Denn Superman hat Prinzipien.“

Genau diese fehlenden Prinzipien sind es, die seitens der ÖVP für die Jahre der schwarz- blau- orangen Bundesregierung verantwortlich waren. Womöglich beginnt durch Pröll nun endlich der lang erwartete Wandel dieser Partei in Richtung Bevölkerung.
Oftmals hat man auch das Gefühl, dass es nicht Pröll selbst ist, der in der Öffentlichkeit gegen sozialdemokratische Forderungen auftritt, sondern die alte Parteistruktur rund um Schüssel und Molterer. Wie ist es sonst zu erklären, dass Faymann Populismus und Unverantwortlichkeit vorgeworfen wird, insofern er 9000 Arbeitsplätze der Post aktiv RETTEN möchte.
So nicht liebe ÖVP- Unverantwortlich ist es, 1000 Filialen einfach zu schließen und somit 9000 Menschen die Lebensgrundlage zu entziehen.
Gut wirtschaften heißt nicht automatisch GEGEN die Interessen der Arbeitnehmer und FÜR die Interessen der Großindustriellen, Manager und Superreichen.

Donnerstag, 13. November 2008

Studivz und die Informationselite


Wir leben in einer unglaublichen Zeit. Noch vor ungefähr 50 Jahren brauchten wir unzählige Mitarbeiter/Innen, womöglich Spione usw. um Informationen über eine Person zu erlangen. Dann war da noch das Risiko, dass die Personen eventuell verschwinden, umgebracht werden usw.
Heutzutage geht das viel leichter- Ihr braucht einfach nur Internetplattformen wie studivz.net, facebook.com oder eigens gemachte Blogs besuchen und könnt unzählige Personen stalken und ausspionieren.

Besonders interessant bei studivz usw. ist ja die so genannte elitäre Gruppe. Das sind die Menschen, die sich cool genug für persönliche Homepages sind, aber andererseits wiederum nicht wollen, dass sie tatsächlich für Alle zugänglich sind. Deshalb bauen sie Hürden ein.

Bei dem persönlichen Seelenstriptease von studivz, blogs und facebook kann bis zur Selbstzerfleischung gegangen werden. Tatsächlich kann man jeden einzelnen Schritt aus der Privatsphäre dokumentieren und implizieren.
Beobachte Hans Peter beim Heckenschneiden, schau dir ein Video auf youtube an, wie deine Schulkollegin beim Rasenmähen stürzt oder lach dir einen ab, bei den Life Videos, gemacht vom Handy aus, die dich direkt in eine Schulklasse, zum Bundesheer usw. bringen.

à Die Folge solcher Seelenveröffentlichungen ist interessant. Womöglich gibt es unzählige Leute, die über dich wesentlich mehr wissen als enge Freunde von dir. Mein Gedanke dabei: Insofern ich mich persönlich „veröffentliche“, wieso schütze ich dann andererseits wieder Teile meiner Seiten? Möchte ich damit meinen elitären Stand gegenüber den gewöhnlichen Menschen vorzeigen und ausleben?

Die Medien verändern sich immer schneller und es ist unglaublich: Ich wusste in meiner Jugend über neue Nachrichten konkret erst zu Hause bescheid, insofern die Nachrichten im TV aufgedreht waren. Es gab zu meiner Jugend großteils keinen Teletext, kein Internet, kein Handy usw.--> Die gleichen Informationen, die ich jetzt in Form von nerviger Werbung als SMS erhalte, musste ich früher mühsam über Fortgehen, Freunde, Nachrichten sehen usw. förmlich „erarbeiten“.

2008 leben wir tatsächlich in einer Hochburg der persönlich, individuellen und auch öffentlichen Informationsspirale.

Mittwoch, 12. November 2008

Die lange Nacht der Forschung

Vor einigen Tagen konnten wir ein sehr interessantes Ereignis erleben. Die so genannte Lange Nacht der Forschung hielt bis auf wenige Ausnahmen wirklich die hohen Versprechungen. An den verschiedensten Universitäten herrschte Hochbetrieb und Jedermann/ Jederfrau konnte Einblick in den Wissenschafts- und Forschungsalltag verschiedenster Studienrichtungen erlangen.

Dabei waren meine Freundin und ich besonders auf Astronomie neugierig. Aus diesem Grund statteten wir der universitären Sternenwarte einen Besuch ab. Mehrere Stunden hielten wir uns dort auf, hörten zwei Vorträgen zu, aßen und tranken und lernten etwas dabei.
Neben den vielen Informationen, die auf uns niederprasselten konnte ich insbesondere einen einzigartigen Einblick in die Welt der Astronomie erhaschen.
Dabei ist mir insbesondere wie üblich das Instrument der Feldforschung wichtig- sprich: Ich habe mich umgesehen und mir ein Bild über die Menschen, die Student/Innen, deren Sozialisation und die Hintergründe gemacht.
Besonders auffällig ist, dass Astronomie ein sehr selten gewähltes Studium in Österreich ist. Die wenigen Astronomen kennen sich untereinander und das Studieren gleicht vielmehr einer schulischen Organisation, denn einer Uni im ursprünglichen Sinn.

Die Anonymität und Namenlosigkeit, die bei Massenstudien herrscht ist beim Studium der Astronomie offensichtlich ein Fremdwort. Dabei herrschte aber zumindest oberflächlich betrachtet eine außergewöhnlich gute Stimmung. Die typische Zerstreutheit der Wissenschaftler/Innen schließt im Übrigen offensichtlich alle Wissenschaften ein.
Danach statteten wir noch dem Neuen Institutsgebäude einen Besuch ab und bestaunten einen enorm großen, multimedialen Globus, der über Projektoren sein Erscheinungsbild erhielt und es auf Wunsch wechseln konnte. Nicht nur, dass aus dem Abbild der Erde der Mond, der Mars und ohnehin jeder Planet werden konnte, so war es auch möglich, Entwicklungen des blauen Planeten genauestens dokumentiert erleben zu können.
So wurden wir zum Beispiel Zeugen der durchschnittlichen Aufheizung des Planeten Erde bis in das Jahr 2100 ungefähr, konnten den Urkontinenten Pangaea, deren Zerstörung und in Zukunft dessen neue Zusammensetzung bestaunen.

Ein Globus dieser Art kostet gegenwärtig bis zu 100 000 Euro und wird auch in Ausstattung usw. immer weiter ausgebaut.
Den ersten Teil unserer Bildungsoffensive am langen Tag der Forschung verbrachten wir auf der Hauptuniversität. Die Stände waren sehr übersichtlich aufgebaut und es war enorm schwierig, Informationen mitzunehmen oder Anregungen zu erhalten.
Mich persönlich hätte ein Vortrag von Dr. Müller interessiert, den bekannten Kriminologen, doch da dieser erst spät abends stattgefunden hätte, zogen wir es vor, bereits vorher die Sternwarte zu besuchen.
Aufgrund der positiven Erfahrungen dieser Institution kann ich getrost sagen, dass es die richtige Entscheidung war.

Nicht überrascht aber dennoch immer wieder enttäuscht bin ich letztendlich über die kapitalistische Auslegung der Forschung. Letztendlich gilt im Volksmund immer lediglich die Naturwissenschaft als Wissenschaft. Es gab meines Erachtens keine sozialwissenschaftlichen Projekte, Vorlesungen und/ oder Ähnliches.
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich immer wieder beobachten, dass die Sozialwissenschaften in Österreich immer noch eine stiefmütterliche Rolle einnehmen.

Ich empfehle auf jeden Fall jedem die Lange Nacht der Forschung, die auch wieder nächstes Jahr ihre Tore öffnen wird. Sie stellt die neue Errungenschaft des so genannten Edutainment dar. Dies ist eine Mischung aus Unterhaltung (Entertainment) und Education (Bildung).

Glücklicherweise sind wir zumindest an Tagen der offenen Tür und langen Nächten der Forschung, Museen usw. ein wenig vom klassischen, langweiligen Frontalunterricht abgekommen.
Mein letzter abschließender Gedanke: Mit diesem Globus in einer Schule würde Geographie jedem Schüler merklich mehr Spaß machen…

Mittwoch, 5. November 2008

Change and hope


Der Wandel ist gekommen. Mit diesen und ähnlichen Worten zelebrierte Barack Obama seinen unerschütterlichen Wahlsieg gegen den alternden, greisen Mc Cain. In Wahrheit hatte der republikanische Kandidat im Grunde nie eine Chance gegen den viel jüngeren, charismatischen und innovativen Demokraten.

Vor dem Wahlsieg Obamas gab es für mich eigentlich nur zwei Zweifel. Erstens dachte ich an das dubiose Wahlergebnis, dass einst George W. Bush ins weiße Haus gebracht hatte. Da lief damals einiges undurchsichtig, viele Stimmen verschwanden, wurden nicht richtig ausgezählt usw.
Eigentlich hätte es schon damals ein Typ Barack Obama’s problemlos geschafft, George W. Bush hinter sich zu lassen. Das Problem war, dass mit Al Gore ein Politiker angetreten war, der das komplette Gegenteil von Enthusiasmus dargestellt hat. Noch gut kann ich mich an Simpsonsepisoden erinnern, die Al Gore noch in seiner Funktion als Vizepräsident als langweilig, ruhig usw. kennzeichnete.

Obama hat es wie kein anderer zuvor geschafft, die Uhr für 40 Jahre zurückzudrehen und das Jahr 1968 in Erinnerung zu rufen.
Die Menschen aus dieser Zeit glaubten an den Wandel, an „Change“, an eine bessere Welt und wollten sich von der Umklammerung des Bürgertums, des Kapitalismus, der „Bildungsindustrie“ usw. lossagen.
Fälschlich und aus einer Lüge der Konservativen heraus wird im Nachhinein mit dem Jahr 1968 lediglich die sexuelle Revolution, „Befreiung“ in Verbindung gebracht.
In Wahrheit konnte jeder, der die Feierlichkeiten im demokratischen Lager nach dem Wahlsieg Obamas sah, die Stimmung der damaligen Zeit erkennen.
Nicht zu vergessen ist der schier unerschütterliche Optimismus. Obama schaffte es, unzähligen menschlichen Randgruppen, armen Leuten, Menschen ohne Sozialversicherung usw. Hoffnung zu geben. Sie Alle erwarten sich nun den Change.

In den USA ist wohl Vieles möglich, doch Wandel vollzogen von einer einzigen Person ist bisher noch nie geglückt. In seiner neuen Rolle wird Obama erneut Netzwerke errichten und ausweiten müssen, zusammenarbeiten und kämpfen.
Es wird jetzt sich zeigen, inwieweit Obama Mitläufer oder charismatischer Politiker sein wird. Vorweg ist eins zu sagen: Um in die Funktion des US Präsidenten zu kommen, musste er im Laufe seiner Karriere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viele schwierige „Kompromisse“ mit sich, seinem Gewissen und seinen politischen Kontrahenten schließen.
Ein Politiker wird immer an den Ergebnissen gemessen.
Anders als in Europa ist es allerdings auffällig, dass in den USA eine Wahl immer mehr einer Show, einem Act, denn einer politischen Auseinandersetzung gleicht.
Obama und seine politischen Reden erinnern teilweise mehr an eine „Predigt“, denn politischem Inhalt und Visionen.
Um es polemisch auszudrücken: Wären die Wahlplakate der SPÖ bei den Nationalratswahlen hauptsächlich mit Slogans wie „Wandel“ und „Hoffnung“ gekennzeichnet gewesen, bin ich ziemlich sicher, dass es wesentlich weniger SPÖ Wähler/Innen gegeben hätte.

„Der Sieg gehört euch.“sagte Obama und meinte damit all seine Helfer/Innen. Alle schwarzen, weißen, spanischen und armen Menschen. Tatsächlich spendeten die Otto Normalverbraucher 28!! Millionen Dollar zur Finanzierung Obamas Kampagne.

Der erste schwarze Präsident der USA ist ein Meilenstein in der Geschichte. Die Welt ist wohl schon reif, für einen schwarzen Mann im Oval Office. Und stellt euch mal vor: Irgendwann einmal ist der Präsident schwarz und eine FRAU…

Dienstag, 4. November 2008

Tony Shalhoub und Monk


Bei Krimiserien bin ich enorm anspruchsvoll und sehe nicht jede Durchschnittseskapade eines Autors.
Gerade deshalb bin ich enorm begeistert von Monk. Trotzdem Monk eine amerikanische Serie ist, versprüht es eine Art europäischen Flair.
Im Normalfall sind amerikanische Krimiserien eher brutal und von Gewalt durchzogen.
Monk erinnert in seiner Tradition eher an Columbo. Die Fälle werden zumeist witzig, ohne Gebrauch von Gewalt und extravagant gelöst.

Der Held der Krimiserie ist ein Antiheld wie er im Buche steht. Mit Adrian Monk betritt ein überzeichneter Zwangsneurotiker die Krimibühne und wird diese höchstwahrscheinlich nicht schnell verlassen.

Monk wird von Tony Shalhoub dargestellt. Der Schauspieler stammt aus einer libanesisch- maronitischen Familie ab.
Anders als viele seiner Kollegen studierte Shalhoub sein Fach. Tatsächlich erlernte er sein Handwerk sogar in Yale.

2001 konnte ich Shalhoub das erste Mal in einer Hauptrolle sehen. Der Film 13 Geister ist allerdings nicht geeignet gewesen, um sein schauspielerisches Charisma zur Schau zu stellen.
Da damals Monk noch nicht gedreht war, blieb mir Shalhoub auch nicht in Erinnerung und ich hätte diesen Horrorstreifen wohl längst vergessen, wenn ich nicht nachträglich Monk damit in Verbindung bringen würde.

Der ehemalige Polizist Adrian Monk verlor seine Ehefrau Trudy aufgrund eines Mordanschlages. Zuerst erscheint es wie ein Unfall und als ob Monk das eigentliche Ziel gewesen wäre. Tatsächlich ist es aber so, dass tatsächlich Trudy Monk sterben sollte.
Im Laufe der Folgen verdichten sich immer mehr Hinweise und Mutmaßungen.
Die Rolle und die Beziehung des Adrian Monk zu seiner verstorbenen Frau sind ebenfalls Gemeinsamkeiten und ein Schnittpunkt zu Columbo.
In der alten, amerikanischen Fernsehserie Columbo gilt es als ein Running Gag, dass die Frau des Inspektors niemals gezeigt wird. Dennoch ist aus der Serie ersichtlich, dass die Beiden eine außergewöhnlich glückliche Beziehung zu führen scheinen.

Nicht zu guter Letzt aufgrund des plötzlichen Todes seiner Frau ist Monk buchstäblich in seinen Neurosen und seinem Körper gefangen. Neben seinen Zwangsneurosen und psychischen Erkrankungen verfügt der ehemalige Polizist insbesondere über ein unglaubliches Auffassungsvermögen.
Insbesondere die Kombinationen von enorm vielen psychischen Besonderheiten, Erkrankungen und Zwangsneurosen ergeben ein Krankheitsbild, das nicht der Realität entsprechen kann.

Die Art und Weise wie Monk die Krimifälle löst sind einzigartig und dementsprechend werden sie Einzug in die Fernsehgeschichte finden. Die Serie Monk wurde bereits mehrfach mit dem Golden Globe und Emmys ausgezeichnet.
Außerdem gibt es mittlerweile auch Monk zu lesen und zu sammeln. Die Krimiserie wird mittlerweile auch in Buchform vertrieben.

Gegenwärtig habe ich allerdings noch keine Erfahrungswerte mit den Romanen und kann dementsprechend diese nicht beurteilen.