Freitag, 28. November 2008

Die Rückkehr des narrischen Kastanienbaums


Ich möchte nicht sagen, dass ich schon immer auf den neuen Mundl gewartet habe- denn um ehrlich zu sein konnte schließlich niemand mit einer Rückkehr des cholerischen, egoistischen und engstirnigen Edmund Sackbauer rechnen, aber gewünscht und erbeten habe ich mir immer eine Fortsetzung von „Ein echter Wiener geht nicht unter“.
Schließlich ist Nichts eine dermaßen gute Milieu- Studie wie der echte Wiener. Und man muss nicht weit in Wien herumgehen, um die ganzen Mundls, Kurtis und Karlis aufzuspüren. In nahezu jedem alten, traditionellen, womöglich mittlerweile leicht heruntergekommenem Wirtshaus sind sie zu Hause. Sicherlich- Sie werden immer weniger und das ist ja auch logisch- denn die Generation Sackbauer ist schließlich auch zeitlich begrenzt, wenngleich sie auch Nachkommen und neue, leicht modifizierte Generationen nach sich ziehen.
Na ich jedenfalls habe mich gefragt, wie sich denn der Edmund Sackbauer letztendlich verändert haben könnte. Im neuen Kinofilm wird er schließlich 80. Geburtstag feiern.
Allein der Umstand, dass ein Arbeiter 80 wird ist durchaus als „mutig“ anzusehen. Die Lebenserwartung eines Arbeiters ist um Einiges niedriger, als die von Akademikern. Dennoch- Nun sagen wir mal, dass der oftmals alkoholisierte und immer streitsüchtige Edmund Sackbauer 80 Jahre alt wird- Wie könnte er sich da verändert haben?
Na mit Politik hat er ja nie Viel am Hut gehabt, der Edmund- obgleich er sogar einmal Betriebsrat war und sogar solidarisch kündigt, als mehrere Mitarbeiter/Innen entlassen werden sollten, doch welche politische Haltung könnte Edmund wohl heute einnehmen?
Meiner Ansicht nach könnte Edmund Sackbauer traurigerweise ebenfalls zu den Modernisierungsverlieren gehören, zu den vielen Menschen, die ehemalige Stamm- SPÖ- Wähler waren und nun ihr Kreuz bei Strache und Konsorten machen. Und ob der Mundl überhaupt noch irgendetwas von den gegenwärtigen Entwicklungen weltweit mitbekommt? Immerhin haben sich die Zeiten in den letzten 30 Jahren zunehmend beschleunigt und der technische Fortschritt ist kaum noch schneller zu bewältigen.
Ja der Karli Sackbauer ist da schon viel einfacher. Der ist zwar selbst immer ein großer Pfosten gewesen, also ein Trottel- aber immerhin hat er eine sehr intelligente Frau geheiratet und deshalb wird er schon nicht ganz abgerutscht sein. Ja und was wohl mit dem Kurti geschehen ist? Nicht auszudenken, dass dieser Vollzeitalkoholiker noch lebt- doch tatsächlich: In „Echte Wiener“ kehrt auch Kurti zurück auf die Bühne. Allerdings: Ich möchte nichts vorweg nehmen- Es könnte sein, dass er in diesem Film seinen Tod findet.

Ja und wie die ganzen anderen Figuren, deren Charakter noch gar nicht richtig ausgeprägt war und/oder die noch gar nicht vorgekommen sind, sich in den Film einfügen- Das werden wir Alles ab Mitte Dezember miterleben können- Wenn es endlich soweit ist und Edmund Sackbauer nach 30 Jahren zurückkehrt und schreit: „Mei Bier is ned deppat!“

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