Mittwoch, 5. November 2008

Change and hope


Der Wandel ist gekommen. Mit diesen und ähnlichen Worten zelebrierte Barack Obama seinen unerschütterlichen Wahlsieg gegen den alternden, greisen Mc Cain. In Wahrheit hatte der republikanische Kandidat im Grunde nie eine Chance gegen den viel jüngeren, charismatischen und innovativen Demokraten.

Vor dem Wahlsieg Obamas gab es für mich eigentlich nur zwei Zweifel. Erstens dachte ich an das dubiose Wahlergebnis, dass einst George W. Bush ins weiße Haus gebracht hatte. Da lief damals einiges undurchsichtig, viele Stimmen verschwanden, wurden nicht richtig ausgezählt usw.
Eigentlich hätte es schon damals ein Typ Barack Obama’s problemlos geschafft, George W. Bush hinter sich zu lassen. Das Problem war, dass mit Al Gore ein Politiker angetreten war, der das komplette Gegenteil von Enthusiasmus dargestellt hat. Noch gut kann ich mich an Simpsonsepisoden erinnern, die Al Gore noch in seiner Funktion als Vizepräsident als langweilig, ruhig usw. kennzeichnete.

Obama hat es wie kein anderer zuvor geschafft, die Uhr für 40 Jahre zurückzudrehen und das Jahr 1968 in Erinnerung zu rufen.
Die Menschen aus dieser Zeit glaubten an den Wandel, an „Change“, an eine bessere Welt und wollten sich von der Umklammerung des Bürgertums, des Kapitalismus, der „Bildungsindustrie“ usw. lossagen.
Fälschlich und aus einer Lüge der Konservativen heraus wird im Nachhinein mit dem Jahr 1968 lediglich die sexuelle Revolution, „Befreiung“ in Verbindung gebracht.
In Wahrheit konnte jeder, der die Feierlichkeiten im demokratischen Lager nach dem Wahlsieg Obamas sah, die Stimmung der damaligen Zeit erkennen.
Nicht zu vergessen ist der schier unerschütterliche Optimismus. Obama schaffte es, unzähligen menschlichen Randgruppen, armen Leuten, Menschen ohne Sozialversicherung usw. Hoffnung zu geben. Sie Alle erwarten sich nun den Change.

In den USA ist wohl Vieles möglich, doch Wandel vollzogen von einer einzigen Person ist bisher noch nie geglückt. In seiner neuen Rolle wird Obama erneut Netzwerke errichten und ausweiten müssen, zusammenarbeiten und kämpfen.
Es wird jetzt sich zeigen, inwieweit Obama Mitläufer oder charismatischer Politiker sein wird. Vorweg ist eins zu sagen: Um in die Funktion des US Präsidenten zu kommen, musste er im Laufe seiner Karriere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viele schwierige „Kompromisse“ mit sich, seinem Gewissen und seinen politischen Kontrahenten schließen.
Ein Politiker wird immer an den Ergebnissen gemessen.
Anders als in Europa ist es allerdings auffällig, dass in den USA eine Wahl immer mehr einer Show, einem Act, denn einer politischen Auseinandersetzung gleicht.
Obama und seine politischen Reden erinnern teilweise mehr an eine „Predigt“, denn politischem Inhalt und Visionen.
Um es polemisch auszudrücken: Wären die Wahlplakate der SPÖ bei den Nationalratswahlen hauptsächlich mit Slogans wie „Wandel“ und „Hoffnung“ gekennzeichnet gewesen, bin ich ziemlich sicher, dass es wesentlich weniger SPÖ Wähler/Innen gegeben hätte.

„Der Sieg gehört euch.“sagte Obama und meinte damit all seine Helfer/Innen. Alle schwarzen, weißen, spanischen und armen Menschen. Tatsächlich spendeten die Otto Normalverbraucher 28!! Millionen Dollar zur Finanzierung Obamas Kampagne.

Der erste schwarze Präsident der USA ist ein Meilenstein in der Geschichte. Die Welt ist wohl schon reif, für einen schwarzen Mann im Oval Office. Und stellt euch mal vor: Irgendwann einmal ist der Präsident schwarz und eine FRAU…

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