Die Welt ist grundsätzlich einfach aufgebaut. Immer wieder will man uns das weiß machen. Es gibt nun mal ärmere und reichere Menschen, genauso wie es klügere und dümmere Personen gibt. Immer wieder wird das gesagt und Viele nicken dann bereitwillig und wissend. Genauso sieht es auch mit den Schulen aus. Jedem Hauptschüler wird kontinuierlich eingeredet, dass er es nicht zu „Mehr“ bringen möchte. Leicht zu erkennen ist dies zum Beispiel an dem Umstand, dass nahezu kein Hauptschüler nach abgeschlossener Unterstufe eine Oberstufe besuchen will.
Das liegt daran, weil ihm und ihr eingeredet wird, dass die Intelligenz einfach nicht ausreichen würde. Darunter sind einige hoch intelligente Menschen, die im Vorhinein niemals überhaupt eine höhere Schule anzustreben wagen würden.
Insofern zum Beispiel Student/Innen und/oder auch nur Maturant/Innen mit Arbeiter/Innen und Angestellten ins Gespräch kommen, kommt automatisch die Frage nach dem Grund der Berufswahl. Sehr häufig habe ich da bereits von Arbeiter/Innen gehört: Naja, ich wollte eigentlich schon immer arbeiten. Ich war immer faul, lernen und in die Schule gehen war nie meine Sache.“
Mit der Schule gebe ich jedem Menschen sofort Recht. In die Schule zu gehen war so gesehen auch nicht meine „Sache“, weil sie einengend und normierend ist, sowie Individualismus eher bestraft, denn fördert. Alle meine Fähigkeiten, die ich im Laufe meines Lebens mir angeeignet habe, habe ich definitiv NICHT in der Schule gelernt.
Mein Wissen aus Literatur stammt nicht aus Deutsch, meine sportlichen Fähigkeiten verdanke ich nicht dem schlappen Turnunterricht und Mathematik habe ich ohnehin nie gekonnt.
Sofort glaube ich an eine Abneigung gegen Schule. Felsenfest bin ich jedoch davon überzeugt, dass grundsätzlich jeder Mensch ein Interesse daran hat, zu lernen. Selbstverständlich unterscheiden sich dabei die Wissensgebiete enorm und haben oftmals keine wirtschaftliche Verwertbarkeit, sprich: Sie bringen kein Geld ein.
Doch auch Wissen, dass die Gelbbeutel nicht zum klimpern bringt, ist wertvoll und unbezahlbar.
Meiner Ansicht nach ist ein Mitgrund für die häufige Ablehnung von Oberstufen, Matura und ein etwaiges Studium einerseits der schlichte Pragmatismus, und zweitens die Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten.
Pragmatismus deshalb, weil Menschen aus sozial ärmeren Schichten sofort wissen, dass es viel Geld kostet, bis zur Matura vorzudringen. Es ist nicht der eigentliche Schulabschluss, der Geld kostet, sondern das „Nicht in die Arbeitswelt eindringen“. Das bedeutet, dass viele Menschen, den Weg in die Arbeit suchen, um schneller unabhängig von den Eltern werden zu können. Selbst finanzielle Absicherung und/oder Anstreben von Geldmitteln kann eigentlicher Initiator sein, um letztendlich einer höheren Bildung abzusagen.
Der zweite Grund wurde meiner Ansicht nach selten bis niemals durchleuchtet. Immer wieder entdecke ich Menschen, die den Schritt auf die Universitäten und/oder Oberstufen nicht gewagt haben, weil sie mit Universität und Oberstufe eine unwahrscheinliche, bildungstechnische Schwierigkeit implizieren. Sie schätzen ihre Fähigkeiten ein und halten sich schlichtweg für „ungeeignet“, womöglich sogar mit unter für zu „dumm“.
Das liegt daran, weil von vornherein in den Schulen immer suggeriert wird, dass Studieren grundsätzlich schwieriger ist als die Schule. Die Oberstufe ist schwieriger als die Unterstufe und die Spitze der Sahnetorte ist letztendlich die Universität. Das gesamte Bildungssystem sei also hierarchisch stratifiziert und demzufolge habe jemand, der in der Schule bereits Probleme habe, ohnehin auf der Universität keine Chance.
Diese Ansicht ist meiner Meinung nach der größte Denkfehler und bildungspolitisch ein unwahrscheinlicher Fehlschluss.
Bildung ist eben nicht hierarchisch stratifiziert. Selbst in der Schule ist dieser Umstand leicht zu bemerken. Ich habe einige Klassen wiederholen müssen, und in meinem Wiederholungsjahr hatte ich mitunter keinerlei Schwierigkeiten und/oder größere Schwierigkeiten als je zuvor, wobei die Fächer blindlings und ohne erkennbarem Muster variierten, in denen sich Nicht Genügend ankündigten.
Konnte ich in dem einen Jahr Textverarbeitung noch Gut, so war es bereits möglich, dass ich im darauf folgenden Schuljahr mit einem Nicht Genügend zu rechnen hatte. Unterschied darin waren lediglich die Professorinnen.
Das verhielt sich so mit den Nebenfächern und selbst in Mathematik, einem Fach, indem man an sich glaubt, dass es eine Art „ultimative“ Wahrheit gäbe, machte in diesem Fall keine Ausnahme.
Tja, und genauso verhält es sich mit der Universität. Scheitern ist immer möglich und letztendlich gibt es wohl für jede Schüler/In und für jede/n Student/In eine Achillesferse, in Form eines Professors und Lehrers.
Unsere Lehrer/Innen erklären uns das Schul- und Bildungssystem hierarchisch, um die Abschlüsse mit Intelligenz gleich zu setzen. Jeder, der bereits Universitäten besucht hat, wird mir Recht geben und wissen: Das stimmt nun mal gar nicht.
Mittwoch, 7. Januar 2009
Die angebliche, hierarchische Bildung
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