Donnerstag, 22. Januar 2009

Die Zentralmatura


In den letzten Tagen war öfters die Rede von der Etablierung der so genannten „Zentralmatura“ in Österreich. Ich bin dieser Auffassung von Bildung persönlich sehr aufgeschlossen. Aus eigener Erfahrung erinnere ich mit Schaudern an die verschiedensten Ansprüche und Prioritäten der Lehrer/Innen.
Es ist tatsächlich so, dass es nicht nur eine Frage des Schultyps ist, inwiefern die Matura geschafft, beziehungsweise überhaupt in die höchste Klasse aufgestiegen wird.
In Wien haben viele Gymnasien nicht mal das Niveau von Hauptschulen am Land. Umgekehrt wiederum herrscht in berufsbildenden Schulen ein Betrieb, der häufig bis zu doppelt so viel Zeit täglich verschlingt, als es die Gymnasien tun.
Während wir oftmals noch von Ganztagsschulen reden und darüber diskutieren, gibt es diese Modelle schon mehrfach. Selbstverständlich ist dies ironisch gemeint, denn statt die Zeit am Nachmittag mit Lernen verbringen zu können, müssen in höheren berufsbildenden Schulen die Schüler/Innen bis teilweise 20 Uhr abends den Unterricht ertragen.

Die Zentralmatura würde wenigstens bis zu einem gewissen Grad die gleichen Anforderungen zum Erreichen der Matura garantieren. Gegenwärtig verhält es sich so, dass die Noten der Schüler/Innen kommen und gehen mit ihren Lehrer/Innen. Dabei gibt es nicht nur unwahrscheinlich große Unterschiede zwischen den Schulen, sondern auch innerhalb der Institutionen zwischen den Klassen.
Die Schulen in Österreich sind Talentvernichtungsmaschinerien und werden nur noch durch die Amateurhaftigkeit der Universitäten überboten.
Das Gegenargument konservativer Kräfte ist immer das Unwort „Gleichmacherei“. Schon als Kampfbegriff gegen den Sozialimus und Kommunismus verwendet, fällt er gegenwärtig immer im Zusammenhang mit Gerechtigkeit und Fairness. Wann immer es etwas zu relativieren, Missstände zu verbessern oder Bedingungen an die Bedürfnisse der Mehrheit anzupassen gilt, wird das Wort „Gleichmacherei“ in die Schlacht geworfen.

Insofern das Schaffen von gleichen und fairen Bedingungen für Alle Gleichmacherei ist, so bin ich gerne ein Gleichmacher.



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