Sonntag, 28. Dezember 2008

Das war 2008

Und wiederum geht ein Jahr vorbei und bereits in wenigen Tagen feiern wir den Beginn des Jahres 2009. Die Politiker/Innen, allen voran Angela Merkel, sagen bereits im Vorhinein, dass es kein einfaches Jahr sein wird. Sie meinen damit die anhaltende Wirtschaftskrise.
Doch auch ohne anhaltende Wirtschaftskrise wird es kein einfaches Jahr. Es ist im Übrigen das vorletzte Jahr der Jahre 0 bis 10. In diesen Jahren hat sich die Welt im wahrsten Sinne des Wortes schneller zu drehen begonnen. Das Internet wurde endgültig in nahezu jeden Haushalt gebracht. Jeder durchschnittliche zehnjährige hat mittlerweile einen millionenfach größeren Pool an Informationen, als es hundert Jahre vorher die Könige hatten.
Die Generation Koma- Trinker kam zum Vorschein und gegenwärtig haben ungefähr ähnlich viele jugendliche Menschen Erfahrungen mit illegalen Drogen, wie es vor wenigen Jahrzehnten die Kids mit Alkohol hatten.
Die Arbeitslosigkeit wird ein stetiger Begleiter der Wirtschaft bleiben, und selbst mit Beschäftigung, werden sich immer weniger Menschen das Leben leisten können.
Doch nun ein anderer Rückblick auf das Jahr 2008. In diesem Jahr verloren wir eine Reihe von berühmten Menschen. Mit Paul Newman verließ uns einer der letzten großen Schauspieler der alten Generation. Auch Charlton Heston gehörte zu dieser Generation. Er verließ diesen Planeten bereits mehrere Monate früher.
Jörg Haider starb völlig unerwartet an den Folgen eines schweren Autounfalls, den er mit fast 2 Promille Alkohol im Blut verursacht hatte.
Die Bilder des Autowracks werden wohl nahezu allen Menschen in Erinnerung bleiben.
Des Weiteren verstarben zwei große Politiker der Sozialdemokratie. Neben dem Altbürgermeister Helmut Zilk verstarb auch Fred Sinowatz. Er wird wohl neben Alfred Gusenbauer zu den unglücklichsten Bundeskanzlern a.D. auf ewig zu zählen sein.
In Italien gelang Silvio Berlusconi ein großer Schachzug. Er ließ sich bereits zum dritten Mal zum Ministerpräsidenten wählen. Dabei versinkt Italien buchstäblich an Problemen, die Berlusconi selbst mit verursacht hat. Dem italienischen Medien- Mogul werden bereits seit seinem Aufstieg Kontakte zur Mafia nachgesagt.

Britney Spears feierte ihr Comeback, trainierte sich den Speck ab und feiert nun erstmals seit langem wieder Erfolge.
O.J Simpson stand erneut vor Gericht und wurde wegen eines Überfalls verurteilt. Viele Menschen sind der Ansicht, dass das Urteil zustande gekommen ist, wegen dem immer noch existierenden Verdacht, dass Simpson die zwei Morde, weshalb er bereits angeklagt und freigesprochen wurde, begangen haben soll.

Wir erlebten im Jahre 2008 das Ende von den Träumen des Alfred Gusenbauer. Gleichzeitig kam es zu dem Aufstieg von Werner Faymann zum Bundeskanzler. Wolfgang Schüssel und Willi Molterer dürften wohl endgültig keine Rolle mehr in der Politik spielen.

Der Film „Echte Wiener“ kam in die Kinos und zeigte dem Publik, was konkret aus Edmund Sackbauer, Toni, Karli, Irmi, Hanni, Fini, Kurti und Franzi geschehen ist.
Wenige Monate nach dem Ende der Dreharbeiten zu diesem Film starb Kurt Weinzierl. Er wurde 77 Jahre alt.
Die Fußball Europameisterschaft brachte ganz Österreich Weltruhm. Weniger als Fußballnation, denn zumindest als Austragungsland.
Ivica Vastic schoß mit seinem Elfmetertor gegen Polen das allererste und gegenwärtig einzige Tor eines Österreichers bei einer Europameisterschaft.

Hermann Maier feierte nach nahezu drei Jahren Durststrecke einen Sieg.
Barack Obama wurde zum US- Präsidenten gewählt. Sein republikanischer Konkurrent Mc Cain war der wesentlich leichtere Wahlgegner als seine demokratische Kollegin Hillary Clinton.

Ein Jahr voller Ereignisse geht dem Ende zu, und für das neue Jahr wünsche ich viel Glück und guten Rutsch.

Montag, 22. Dezember 2008

Das Spiel mit der Hoffnung

Mittlerweile wird ja immer wieder von der Armutsgefährdung gesprochen. Unglaublich viele Menschen werden Tag für Tag in den Strudel der angeblichen Armut gezogen und kommen kaum wieder heraus.
Doch was veranlasst all diese Menschen, die Armut gefährdet, chronisch arm oder benachteiligte Lebewesen sind, nicht zu revoltieren und sich zu wehren?

Gegenwärtig habe ich einen meiner Lieblingsfilme gekauft und sehe ihn mir zu Hause an. Es ist „Der Seewolf“ von Jack London. Dabei erstaune ich immer wieder, wie der Kapitän der Ghost, Wolf Larsen, in unglaublicher Grausamkeit über sein Schiff „herrschen“ konnte. Und da wurde es mir klar. Erstens glaubten viele daran, dass es besser werden könnte. Und zweitens, selbst diejenigen, die es nicht wirklich glaubten, hofften zumindest.

Es ist die Hoffnung der Besserung, die uns Menschen untätig werden lassen. Warum revoltierten während des zweiten Weltkriegs kaum jüdische Opfer gegen ihre Mörder? Die Antwort ist leicht und wird auch teilweise in dem Roman „weiter leben“, dass dieses Jahr unter dem Motto „Eine Stadt- Ein Buch“ in Wien herauskam, beantwortet. Weil die Hoffnung da war, dass sie es überleben könnten.
Erst ein Mensch, der überhaupt keine Hoffnung in sich trägt, nimmt letztendlich die Zügel seines Lebens selbst in die Hand. Dabei ist die Grenze, ab wann ein Mensch tätig wird oder nicht sehr flexibel und von der jeweiligen Person abhängig.

Mag sein, dass sich ein Mensch schon in seiner Existenz bedroht sieht, weil er es sich nicht mehr leisten kann, Versicherungen zu bezahlen oder Aufträge an Land zu ziehen, andere Personen, insbesondere Personen, die arm oder unter ärmeren Verhältnissen aufgewachsen sind, implizieren mit ihrer Existenz lediglich die Stillung der Grundbedürfnisse Essen und Trinken.

Erst wenn die Hoffnung auf Besserung endgültig abstirbt, werden alle Menschen für Ideen aufgeschlossen. Vorher sind Streikbewegungen wie in den 1968er Jahren, gegenwärtig in Griechenland oder während der schwarz- blauen Koalition in Österreich zum Scheitern verurteilt.
Denn der Mensch, der noch etwas hat, hat ebenso etwas zu verlieren. Und gerade der Mensch, der noch ein bisschen Mehr als Gar Nichts hat, tritt und schlägt oft besonders auf diejenigen ein, die Gar nichts haben, weil er sie einerseits fürchtet, und andererseits Angst davor hat, selbst bald zu ihnen zu gehören.

Freitag, 19. Dezember 2008

Die Täter der Weltwirtschaftskrise, die EU und das Eurobarometer

Laut EU- Barometer hat die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf die österreichischen Mitbürger/Innen. Sie bewerten erstmals seit langem diese Institution und supranationale Interessensgemeinschaft positiver. Der Grund liegt auf der Hand. Otto Normalverbraucher und Ottilie Normalverbraucherin glaubt das Gerücht, dass die EU eine Art „Schutzschild“ ist und uns kleine Österreicher/Innen davor schützt, tiefer in die Weltwirtschaftskrise zu rutschen.
Meine Meinung ist allerdings völlig anders- Ich bin der Ansicht, dass die Schuld an dieser Krise nicht die USA allein zu tragen hat. Es sind China, das aufstrebende (Neoliberalisten sind allen Ernstes dieser Meinung, dass dieses Land aufstrebt) Indien, die NAFTA (also USA, Kanada und Mexiko), die Tigerstaaten, das wirtschaftspolitisch korrupte Russland und selbstverständlich die EU.
Die Täter sind des Weiteren die Weltbank und die WTO, um nur einige zu nennen.
Hauptgrund dieser Wirtschaftskrise ist das neoliberale Paradigma, dass in das ohnehin widersprüchliche, kapitalistische System eingenistet wurde (ich schreibe bewusst „wurde“, nicht eingenistet hat, da es Interessensgruppen gibt, die gehandelt haben) und den Menschen immer schneller und schneller die Fehler des kapitalistischen Systems aufzeigen werden.
Kapitalismus funktioniert einfach auf Dauer nicht. Lediglich durch Ausgleichsmechanismen wie staatliche Regulierungen und breit angelegte Spielregeln ist es möglich, die offensichtlichen Fehler dieses Systems einigermaßen „auszugleichen“.
Ohne diese staatlichen Regulierungen wird die so genannte „invisible hand“ des Marktes über kurz oder lang immer wieder den Markt vernichten. Und aufgrund der in den letzten Jahren praktizierten Politik wird es auf Dauer keinen Staat geben, der über die Möglichkeiten, geschweige denn überhaupt über den Einfluss verfügt, die Wirtschaftskatastrophe abwenden zu können.
Das führt uns zurück zur EU. Jetzt in der Krise gibt es also allen Ernstes ein aufsteigendes, österreichisches EURO- Barometer?
Ich bin der Ansicht, dass nun endgültig viele neue Errungenschaften, die der momentan in der Schwebe liegende Vertrag von Lissabon beinhalten würde, initiiert werden müssen. Dazu zähle ich zum Beispiel die Gründung, bzw. Vernetzung von europäischen Gewerkschaften, europäischen Interessensgruppen- solidarischen, gesamteuropäischen Streiks und Kundgebungen. Eine europäische Volksabstimmung, die den Wirtschaftskurs regeln würde, wäre zum Beispiel eine basisdemokratische Idee.
Wer hat schließlich jemals die Bürger/Innen der EU gefragt, ob sie denn für battle groups, für gesamteuropäische Aufrüstung, für jährliche Steuerzuckerl für Großindustrielle und Superreiche, für neoliberale Wirtschaftspolitik und für undurchsichtige und dubiose Förderungen von ebenso dubiosen und undurchsichtigen Firmen, Institutionen usw. ?

Niemand. Allerdings befürchte ich, dass die ohnehin wirtschaftlich potenten Gruppierungen im Falle einer solchen Abstimmung jede Menge Geld und Kapital einsetzen würden, um Neoliberalismus durchzusetzen. Daher müsste bereits jetzt der Spatenstich gesetzt werden zu einer gesamteuropäischen Vernetzung, sowie einer breiten Bildungsoffensive.
Die unsichtbare Grenze zwischen intellektuellen Hungerleidern und Proletariat muss endlich durchbrochen und zusammengeführt werden. In den 1968er Jahren hat dies schon einmal über kurz funktioniert, wenngleich danach womöglich die Gräben tiefer als vorher waren.

Lassen wir es auf einen neuen Versuch ankommen- Denn nur wer versucht, kann scheitern.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Job- Nein, aber wir wünschen viel Glück

Oftmals denke ich so bei mir, dass ich wohl zu einer verlorenen Generation gehöre. Viele Menschen in meinem Alter, die in das Berufsleben einsteigen wollten und/oder es immer noch vorhaben, arbeiten jenseits ihrer Qualifikation.

Ich absolvierte eine Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe und demzufolge wurde uns immer eingetrichtert, dass wir zur Hot Volley gehören, insofern wir sie abschließen.

Nun, mir blieb das Vorrecht verwährt und ich konnte diese Schule nicht abschließen. Dennoch war ich noch längere Zeit mit einigen ehemaligen Mitschüler/Innen sporadisch in Kontakt und war bald verwundert.
„Alle zehn Finger werden sie sich nach euch lecken,…“ wurde uns immer gesagt. „Ja die im Gymnasium, die können ja nichts- Aber ihr im Vergleich…“ kamen die Aussagen Tagein Tagaus.
Unter den Absolvent/Innen meiner Schule arbeitete ein Mädchen bis vor kurzem nachweislich beim H&M. Eine andere Person hatte einen Job gesucht, keinen gefunden und danach erst beschlossen, zu studieren.
Warum also gibt es offensichtlich in meiner Generation keine guten Jobchancen?
Das Computerzeitalter setzte unmittelbar und endgültig während der ersten oder zweiten Klasse Oberstufe ein.

Demzufolge ist so ziemlich jede Person, die auch nur 1, 2 Jahre jünger ist bereits um einiges besser qualifiziert in diesem Bereich. Des Weiteren bin ich mit meinen 25 Jahren in einer Welt aufgewachsen, in der es keine „Schande“, noch ein Ausdruck für besonders verachtenswerte Ausbildung gewesen ist, eine Lehre absolviert zu haben.
Richtig- Aufgewachsen bin ich in dieser Zeit. Die Schule letztendlich fertig gemacht habe ich allerdings in einer Zeit, in der ich als Schulabbrecher kurz vor der Matura nicht mal qualifiziert war, um eine einfache Lehre als Reisebüroassistent zu erhaschen.
In diesen wenigen Jahren vollzog sich eindeutig ein Wechsel des Alltages.
Noch wenige Jahre vorher (drehen wir die Uhr um ungefähr 10 Jahre zurück) wären Schulabbrecher im Vergleich dazu mit Handkuss als Lehrlinge aufgenommen worden.

Ich lebe also nun in einer Zeit, in der ich einerseits keinen einfacheren Job bekomme, weil ich mit meinen 25 im qualifizierten Bereich noch kaum Erfahrungen habe. Da sind mir einfach die ehemaligen Lehrlinge voraus. Einen weniger qualifizierten Job bekomme ich schwer, und wenn, dann nur unter prekären Arbeits- und Vertragsverhältnissen.
Bereits jetzt geht in meiner, wie ich sie so oft nenne- verlorene Generation, die Angst um, dass beim Abschluss des Studiums es noch „besser“ wird.
Da stellen wir uns schon richtiggehend darauf ein, dass wir dann als Herr und Frau Doktor soundso zu wenig Erfahrung haben, für einen Job im akademischen Umfeld, zu überqualifiziert sind für eine simplere Arbeit im Büro und zu guter Letzt darum kämpfen müssen, im Winter in Wien Schnee schaufeln zu können.

Denn viele Akademiker/Innen meiner Generation sind aus der Not geboren. Allein aus meiner letzten Klasse aus der HBLA fallen mir mehrere Fälle ein, die allein aufgrund des Perspektivenmangels das Unileben dem Arbeitsleben vorgezogen haben.
In weiterer Folge habe ich letztendlich ein Abendgymnasium mit Matura abgeschlossen. Und dort bin ich dann erst recht auf unzählige Personen getroffen, die im eigentlichen Sinne Schulabbrecher/Innen waren und wussten, dass sie ohne Matura keine Chance auf einen einigermaßen gut bezahlten Job haben.
Schon zur damaligen Zeit habe ich oftmals nach guten Jobs Ausschau gehalten und bald aufgegeben, in der Annahme, dass ich aufgrund der fehlenden Matura keine geeignete Beschäftigung finden würde.

Nun- Mehrere Jahre danach habe ich immer noch die selben Erfahrungen im Angestelltenverhältnis: Nämlich so gut wie keine. Sicherlich, einige Zeit war ich geringfügig angestellt, doch auch in dieser Zeit habe ich mehrfach nach Teilzeitbeschäftigungen im Angestelltenverhältnis gesucht, gelegentlich welche gefunden und wurde abgelehnt.
Meine Generation ist mittlerweile eine Welt, die das normale Dienstverhältnis, wie es über Jahrzehnte Brauch war, kaum noch kennt.

Prekäre Arbeitsverhältnisse, keine Überstundenzuschläge, zu lange Arbeitszeiten und Terror/ Überwachung am Arbeitsplatz sind für viele Menschen meiner Zeit schon Gewohnheit und werden gar nicht mehr angeklagt.

„Ja so ist das halt,…“ sagen dann viele Betroffenen und meinen, dass es schon immer so war und immer so sein wird. Allein mein älterer Bruder und einige Freunde, die um mehrere Jahre älter sind als ich sind mein Zeuge: Diese gegenwärtige Welt wurde konstruiert und geschaffen und jetzt hört Alle zu: Sie kann sich auch ändern.“

Und weil ich das glaube, und weil ich mich dafür engagiere, und weil ich immer diesen Gedanken in mir tragen werde, und weil ich nie aufgeben werde- Deshalb mache ich weiter.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Machtlücken und Multitasking


Ich bin wirklich überrascht von den ständigen Erneuerungen unserer Welt. Ständig werden Geräte entwickelt, ausgebaut und erweitert, die es ermöglichen, mobil zu arbeiten, zu schreiben, zu reproduzieren usw. Internetzugang gibt es mittlerweile im Kühlschrank, im Handy, zu Hause, unterwegs am Labtop, am so genannten PDA, Netbook usw. Telefonieren kann ich nahezu überall ohne Begrenzung und bekomme dabei noch ein Handy geschenkt. Demnach müsste es ja jetzt Unmengen von mehr Freizeit geben als es früher war, weil während in vergangenen Zeiten die Menschen wo hinfahren mussten und dabei sangen und tranken (etwa auf Kutschen usw.), so können sie jetzt konzentriert bereits arbeiten und sind womöglich schon weiter bei der Ankunft , als es die Menschen früher nach mehreren Tagen waren.

Dennoch gibt es immer mehr Arbeit, immer mehr Stress und immer mehr verschiedenste Aufgaben für den Einzelnen. Zumindest zum Schein- Denn so viel muss schon gesagt werden- Viele Leben nur davon, so zu tun als ob- im Übrigen: Das nicht nur in der Arbeit, sondern auch privat.
Die Auswirkungen der technischen Auskotzungen sind klar: Immer variablere, flexiblere Arbeitszeit, mehr Aufgaben, mehr grundsätzliche Anforderungen , die dann allerdings letztendlich aufgrund der Technisierung zumeist sogar weniger gebraucht werden.
Das ganze führt so weit, dass es sicherlich erwiesenermaßen Menschen gibt, die nicht mal genau über ihre Aufgaben im Detail Bescheid wissen und/oder Geschäftsmänner, die nicht ihren gesamten Besitz und ihre Investitionen kennen.

In all diesem Umfeld entstehen Lücken der Macht und der Arbeitswelt. Die Lücken der Arbeitswelt werden teilweise durch die Mitarbeiter/Innen für Sabotageakte gegen die eigene Firma genutzt. Die Lücken der Macht werden für Geldwäsche, Steuerbetrug oder der legale Weg des Steuerbetrugs, die Steueroasen genutzt und jeden Tag entstehen neue Löcher in der Grundstruktur der Macht.

Ich möchte sogar so weit gehen, und dem Ganzen den treffsicheren Namen „Machtvakuum“ geben. Denn tatsächlich gibt es ja rundherum Macht, und der Einflussbereich ist allerdings nicht groß genug, um Alles zu umfassen. Wirtschaftspolitik kritische und aufmerksame Menschen werden wohl anmerken, dass dieses Vakuum bewusst herbeigeführt wird, um die ganz großen Wirtschaftsindustrien durch Zuckerl zusätzlich zu entlasten.
Schließlich brauchen die es am aller Nötigsten.

Je kleiner und finanziell weniger lukrativ, desto kleiner und geringer das Machtvakuum.
Ganz selten gibt uns die Politik oder der so genannte „Staat“ ein kleines Häppchen Gerechtigkeit und verfolgt wie in Deutschland zum Beispiel Steuerbetrüger über Disketten und CDs nach Liechtenstein. Demonstrativ werden dann wenige Fälle bekannt und Steuern müssen nachbezahlt werden, doch verehrtes Publikum: Seien sie sich sicher: Hinter dem Vorhang ist eine elitäre Gruppe von Menschen, die sich ins Fäustchen lacht und weiter „arbeitet“.

Der bürokratische Beamte


Bürokratismus hat in Österreich langjährige Tradition.


Egal ob man eine Gemeindewohnung beantragen möchte, Miete zahlen, auf der Uni inskribieren oder den Führerschein abholt- immer gibt es schier unwahrscheinlich hohe Mauern des bürokratischen Unfugs. Dabei wurde mir erst unlängst gesagt, dass der Bürokratismus stark abgebaut wurde. Und tatsächlich stimmt dies sogar. Mittlerweile kann man zum Beispiel durch eine Einzahlung einigermaßen bequem den geschafften Führerschein erlangen, der einem dann sogar per Post zugeschickt wird. Während ich den B- Schein gemacht und abgeholt habe, musste ich noch zum Verkehrsamt- einen langen Weg und Wartezeiten auf mich nehmen.

Selbst die Errungenschaften, die wir im Zuge unserer Zivilisation entwickelt haben, um Bürokratismus abzubauen, erfordern vorher bürokratische Maßnahmen. So ist es zum Beispiel oftmals nicht möglich, eine Einzugsermächtigung vom Adressat selbst aus direkt abzugeben. Man muss also, um zu verhindern, dass man ständig Erlagscheine schicken muss einen Brief schicken per Post, der die Einzugsermächtigung enthält. Und wenn man selbst dort ist, wo man das Geld hinschicken möchte, dann genügt es nicht, diese Ermächtigung dort gleich persönlich zu geben- Nein, wir sind wirklich eine seltsame Spezies.
Um die Studienbeihilfe weiter zu erhalten und eventuell nicht zurückzahlen zu müssen, müssen viele Student/Innen regelmäßig bestätigen, dass sie Student/Innen sind. Trotzdem allein der Umstand, dass man Noten vorweist von der Hauptuniversität zum Beispiel- meiner Ansicht nach Indiz genug sein müsste.

Mit viel Ehrfurcht denke ich an die vielen Jahrzehnte, in denen die Österreicher und Österreicherinnen jeden Zahlungsverkehr mit ERLAGSCHEIN erledigen mussten. Für jede einzelne Zahlung mussten sie zur Post oder zur Bank. Jeder einzelne Schritt musste bereits Wochen im Vorhinein geplant sein- denn man musste sich ja die Erlagscheine aufheben, zurechtlegen usw.

Generell hat in der Verwaltung und im privaten Markt die spontane Handlung stark zugenommen. Allein aufgrund Internet, Handy oder auch E- Banking kann man mittlerweile mit dem richtigen Know How schneller einen Bausparvertrag abschließen, als in früheren Zeiten seine Rechnungen bezahlen.
Auf den Universitäten haben diese abgebauten, bürokratischen Hindernisse noch nicht Einzug gefunden. Um Informationen einholen zu können, allein NUR Informationen, müssen teilweise stundenlange Wartezeiten eingeplant werden.

Am Anfang eines neuen Semesters sind die Schlangen teilweise so lang, dass man sich bereits außerhalb des Ganges im Freien anstellen muss.
Wobei man dann nicht mal die Informationen zu der Erledigung, die man gerade machen möchte, erhält, sondern lediglich zu technokratischen Mitarbeiter/Innen weitergereicht wird, die lediglich Alles vollziehen, aber nicht wissen, wohin und wie usw. Dazu muss man dann wieder zu einer anderen Schlange.
Auch das Arbeitsamt ist reiner Bürokratismus. Man muss sich regelmäßig melden, Gespräche führen und bekommt Jobs zugewiesen. Wobei man glücklicherweise (oder ist es eher schlecht) sagen muss, dass man ohnehin verlassen ist, insofern man sich auf das AMS verlässt, dass es einem einen Job besorgt.

Insbesondere während der furchtbaren Jahre der schwarz- blauen Bundesregierung nahm der Wahnsinn beim AMS einen völlig neuen Grad an. Oftmals wirkte es so, als wäre die einzige Aufgabe des Arbeitsamtes, Arbeitslosigkeit zu verschleiern, statt zu verhindern und/oder zu minimieren.

Um eine Gemeindewohnung in Wien zugeteilt zu bekommen, muss man in der Bundeshauptstadt durchgängig in der selben Wohnung gemeldet sein. Dabei ist es egal, ob man sein ganzes Leben in Wien gelebt, oder gerade erst einen Umzug durchgemacht hat.
MA 2412 lässt grüßen.

Um überhaupt in den Pool derjenigen zu kommen, die auf eine Wohnung warten können, muss man unzählige bürokratische Hürden erfüllen und/oder überspringen. Man darf nicht zuviel verdienen, die Wohnung in der gegenwärtig gelebt wird darf nicht zumutbar sein usw.
Bürokratismus in unserem Alltag- Die Ausschweifungen der Verwaltungen darf nicht so weit gehen, dass sie eine ernste Belastung der Menschen werden. Und dennochà Der Bürokratismus ist eine starke Belastung- nicht nur für die unter Anführungszeichen „Opfer“, sondern auch für die technokratischen Vollstrecker- die Beamten und öffentlich Bediensteten.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Nie mehr Prekär!


Im Einzelhandel zu arbeiten wird ja letztendlich auch immer mehr zu einer prekären Arbeitssituation. Die Arbeit wird mittlerweile nahezu überall „outgesourct“. Dieses Fremdwort bezeichnet die Abschiebung und Verantwortung von Arbeit zu anderen Arbeitgebern, die ihrerseits wiederum an der Verrichtung der Arbeit einer einzelnen Person profitieren.
So gibt es mittlerweile ein reges Treiben im Einzelhandel, bei Hilfsarbeiterjobs und selbst bei Jobs bei denen hohe Qualifikationen von Nöten sind, wird umstrukturiert. Jobs, die früher drei Vollzeitbeschäftigte erledigt haben, werden nunmehr von 4 geringfügig beschäftigten Menschen ausgeübt.
Dieser Umstand greift jetzt in das Leben von Student/Innen nicht tief ein, da ja diese ohnehin zumeist nicht Vollzeit arbeiten können. Doch spätestens nach abgeschlossenem Studium wird einem schnell klar, dass der „Wert“ einer qualifizierten Arbeitskraft stark gesunken ist. Und letztendlich wird einem auch immer suggeriert, dass man nichts „wert“ ist. Wann auch immer in einem Unternehmen gespart werden muss, sogleich müssen es zumeist die kleinen Angestellten ausbaden. Da gibt es dann kein Weihnachtsgeld, keine Gehaltserhöhungen, Massenentlassung und so Weiter. Auf der anderen Seite wiederum werden dann oftmals noch hohe Managergehälter erhöht und/ oder sogar neue Positionen geschaffen, um eine Person in einen bestbezahlten Job zu hieven.
Die Schieflage wird immer auffälliger. Naja, im Einzelhandel jedenfalls, da muss man schon sehr viel Glück haben, um erstens in ein nettes Team integriert zu werden und um zweitens, nicht prekär, unterbezahlt, ohne soziale Sicherheit oder unter starkem Stress arbeiten zu müssen.
Sehr beliebt sind auch mittlerweile die Schnupperstunden. Das sind Stunden, in denen man unentgeltlich arbeitet und/oder eigentlich Nichts macht, und lediglich „schnuppert“, um dann womöglich nach Hause geschickt zu werden.
Und gerade jetzt zur Weihnachtszeit, da boomt sie wieder- die Schnupper- und prekäre Arbeitszeit. Damit Herr und Frau Österreicher gut beraten werden können, werden unangelernte, uneingeschulte und mitunter auch komplett unmotivierte, zusätzliche Kräfte engagiert. Da werden dann seitens der Promotionfirmen mitunter völlig wahllos irgendwelche Menschen aufgenommen, die ja ohnehin nur auf Provision arbeiten, um einen Mobilfunkanbieter zu bewerben. Und bezahlt wird gut, insofern man viele Handys verkauft- Und ebenso wird auch nahezu Nichts bezahlt- Insofern die Verkäufer/Innen keinen Erfolg haben.
Und da haben wir es ja wieder: Das Glück ist ein Vogerl und genau deshalb, hat es bei Bezahlung Nichts verloren. Also weg mit Arbeitsplätzen auf Provisionsbasis ohne Fixum, weg mit mies bezahlten Mc Jobs, Aushilfsjobs, Student/Innenjobs die Nichts hergeben und her mit dem Schönen Leben- Her mit Kollektivverträgen, Arbeitsverträgen und Reformen, die solche prekären Arbeitsverhältnisse unmöglich machen…

Montag, 1. Dezember 2008

Thomas Bernhard: Die Kälte- Eine Isolation




Der junge Bernhard wird eingeliefert in Grafenhof. Grafenhof ist eine berüchtigte Lungenheilstätte, in der nur total hoffnungslose und/ oder junge, bei denen sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, eingewiesen werden.
In Grafenhof regiert nur das braune Spuckglas. Den ganzen Tag werden die Menschen dort nur angehalten, Sputum zu produzieren und in einem Glas zu sammeln.
Anfänglich hat Bernhard größte Probleme. Er ist nicht „positiv“, das bedeutet, dass er nicht ansteckend war. Die offene Lungentuberkulose konnte nicht diagnostiziert werden. Er war ein Ausgestossener, ein Aussenseiter und nicht willkommen. Zu Beginn war es ihm nicht einmal möglich gewesen, überhaupt eine ausreichende Menge Sputum zu produzieren, um überhaupt einer medizinischen Analyse gerechtfertigt zu werden.
Mit aller Gewalt schafft es Bernhard letztendlich doch, Sputum zu produzieren. Er ist negativ. Im Laufe seines Aufenthaltes in Grafenhof lernt er einen jungen Mann kennen, der ungefähr 10 Jahre älter sein muss als Bernhard. Er spielt das Harmonium in der Kirche, in der Bernhard jetzt ebenfalls, nicht aus Religiosität sondern aus Liebe zur Musik geht.
Der Mann lernt ihm auch ein wenig Italienisch. Bernhard beschließt an seinem Traum Sänger zu werden fest zu halten. Ihm erscheint es dazu nützlich der italienischen Sprache fähig zu sein und lernt fleißig mit dem Herren. Er unternimmt auch Spaziergänge mit ihm- Heimlich versteht sich. Eines Tages wird der Mann „gesund“ entlassen. Von nun an nimmt ihn Bernhard als Vorbild und möchte ebenso entlassen werden. Tatsächlich verbessert sich sein Gesundheitszustand merklich und er wird ebenso entlassen. Nur wenige Tage darauf wird an ihm die offene Lungentuberkulose festgestellt. Er wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo ihm sein „Pneu“ ruiniert wird. Regelmäßig muss Bernhards Lunge aufgeblasen werden. Dazu wird eine Art „Schlauch“ benutzt der Luft in seine Lunge bläst. Nach einer Unachtsamkeit des Arztes, er telefonierte gerade während des „Aufblasvorganges“ mit der Schwester (Es ging um das Essen), wird der Pneu Bernhards unbrauchbar und ihm wird etwas Neues eröffnet. Er bekommt eine Art „Bauchpneu“, dass vor ihm nur an drei Personen getestet wurde. Um das Pneu anzulegen, muss Bernhard bei vollem Bewusstsein operiert werden. Während dieser Operation stellt er fest, dass der Operateur kein geringerer ist als der „Mörder“ seines Großvaters. Während dieses Romans stirbt nämlich die wichtigste Bezugsperson in Bernhards damaligen, noch sehr jungen Leben. Ihm wird eine schwerwiegende Krankheit diagnostiziert, obwohl es sich lediglich um eine bis zum Platzen gefüllte Blase gehandelt hatte. Bei der Operation kommt Bernhards Großvater ums Leben. Nicht nur Bernhards Großvater geht es schlecht. Seine Mutter liegt mit Gebärmutterkrebs im Sterben. Sie stirbt ebenfalls an einem Fehler der Ärzte. Die Operation, die für seine Mutter lebensrettend hätte sein sollen, kam ein Jahr zu spät.
Nach einem langen Aufenthalt im Krankenhaus geht es zurück nach Grafenhof. Dort kommt er mit einem Doktor, einem Sozialisten ins Zimmer, der jedem im Krankenhaus einfach nur unangenehm ist- In einer so erzkatholisch, nationalsozialistischen Stimmung wie sie Bernhard beschreibt auch nicht verwunderlich. Nachdem der Sozialist, der jedem nur noch ein Dorn im Auge war, endlich gestorben war, wird auch Bernhard in ein anderes Zimmer mit drei anderen Bettgenossen gebracht.
Er beschließt heimlich wieder gesund zu werden. In Grafenhof schien nichts größer zu sein als der Wille zu sterben. Er beschloss überleben zu wollen und ließ sich daher nichts anmerken. Er ging jede Nacht regelmäßig spazieren, insbesondere nach St. Veit. Dort begann er auch zu singen. Ebenso setzte er von sich aus einfach nach und nach, gegen die Empfehlung der Ärzte die Medikamente ab usw. Nachdem die Menschen aus dem Krankenhaus Bernhards nächtliche Abenteuer bemerken, verbieten sie ihm diese mit Androhung des Rausschmisses aus Grafenhof. Es sei lebensgefährlich in Bernhards Zustand zu singen, trotzdem sich dessen Zustand doch seit dem Singen ständig gebessert hatte. Bernhard misstraute, und wurde gesund. Gegen den Willen der Ärzte entschloss er sich einfach, Grafenhof zu verlassen. Er kam nach Hause, an den Ort, wo nun kein Großvater und keine Mutter auf ihn wartete. Während eines kurzen Aufenthaltes zu Hause, nach dem ersten Grafenhof Aufenthalt und dem danach erfolgten Krankenhausaufenthalt hatte Bernhard die Kaufmannslehre ordnungsgemäß beendet. Einem Lungenkranken war aber eine Arbeit in einem Einzelhandel nicht zuzumuten, geschweige denn, dass den jungen Bernhard irgendjemand genommen hätte. Er lebt von der Sozialhilfe und schämt sich, wenn er sie abholt am Mozartplatz. Nachdem Bernhard einmal vergisst, sich ordnungsgemäß aufpumpen zu lassen, durch den Bauch, wie das ja auch früher im Krankenhaus und in Grafenhof passiert war, wird ihm nahe gelegt wieder nach Grafenhof zu fahren, aufgrund dessen, weil seine Heilung nicht mehr gewährleistet war. Bernhard wusste was zu tun war. Er ging nicht wieder zurück, und wurde gesund.