Dienstag, 2. Dezember 2008

Nie mehr Prekär!


Im Einzelhandel zu arbeiten wird ja letztendlich auch immer mehr zu einer prekären Arbeitssituation. Die Arbeit wird mittlerweile nahezu überall „outgesourct“. Dieses Fremdwort bezeichnet die Abschiebung und Verantwortung von Arbeit zu anderen Arbeitgebern, die ihrerseits wiederum an der Verrichtung der Arbeit einer einzelnen Person profitieren.
So gibt es mittlerweile ein reges Treiben im Einzelhandel, bei Hilfsarbeiterjobs und selbst bei Jobs bei denen hohe Qualifikationen von Nöten sind, wird umstrukturiert. Jobs, die früher drei Vollzeitbeschäftigte erledigt haben, werden nunmehr von 4 geringfügig beschäftigten Menschen ausgeübt.
Dieser Umstand greift jetzt in das Leben von Student/Innen nicht tief ein, da ja diese ohnehin zumeist nicht Vollzeit arbeiten können. Doch spätestens nach abgeschlossenem Studium wird einem schnell klar, dass der „Wert“ einer qualifizierten Arbeitskraft stark gesunken ist. Und letztendlich wird einem auch immer suggeriert, dass man nichts „wert“ ist. Wann auch immer in einem Unternehmen gespart werden muss, sogleich müssen es zumeist die kleinen Angestellten ausbaden. Da gibt es dann kein Weihnachtsgeld, keine Gehaltserhöhungen, Massenentlassung und so Weiter. Auf der anderen Seite wiederum werden dann oftmals noch hohe Managergehälter erhöht und/ oder sogar neue Positionen geschaffen, um eine Person in einen bestbezahlten Job zu hieven.
Die Schieflage wird immer auffälliger. Naja, im Einzelhandel jedenfalls, da muss man schon sehr viel Glück haben, um erstens in ein nettes Team integriert zu werden und um zweitens, nicht prekär, unterbezahlt, ohne soziale Sicherheit oder unter starkem Stress arbeiten zu müssen.
Sehr beliebt sind auch mittlerweile die Schnupperstunden. Das sind Stunden, in denen man unentgeltlich arbeitet und/oder eigentlich Nichts macht, und lediglich „schnuppert“, um dann womöglich nach Hause geschickt zu werden.
Und gerade jetzt zur Weihnachtszeit, da boomt sie wieder- die Schnupper- und prekäre Arbeitszeit. Damit Herr und Frau Österreicher gut beraten werden können, werden unangelernte, uneingeschulte und mitunter auch komplett unmotivierte, zusätzliche Kräfte engagiert. Da werden dann seitens der Promotionfirmen mitunter völlig wahllos irgendwelche Menschen aufgenommen, die ja ohnehin nur auf Provision arbeiten, um einen Mobilfunkanbieter zu bewerben. Und bezahlt wird gut, insofern man viele Handys verkauft- Und ebenso wird auch nahezu Nichts bezahlt- Insofern die Verkäufer/Innen keinen Erfolg haben.
Und da haben wir es ja wieder: Das Glück ist ein Vogerl und genau deshalb, hat es bei Bezahlung Nichts verloren. Also weg mit Arbeitsplätzen auf Provisionsbasis ohne Fixum, weg mit mies bezahlten Mc Jobs, Aushilfsjobs, Student/Innenjobs die Nichts hergeben und her mit dem Schönen Leben- Her mit Kollektivverträgen, Arbeitsverträgen und Reformen, die solche prekären Arbeitsverhältnisse unmöglich machen…

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