Mittwoch, 17. September 2008

Die rotbraune Suppe des HC Strache

Beim letzten TV Duell ging es insbesondere um die große Gruppe der unentschlossenen Wähler/Innen. Es gibt eine große Anzahl an Menschen, die zwar aller Voraussicht nach wählen werden, letztendlich jedoch noch unentschlossen sind ob blau oder rot.
Geschichtlich betrachtet muss festgehalten werden, dass die Nationalisten und die Rechtsextremisten spätestens seit der Nazi- Zeit immer im Wählerteich der Sozialdemokratie gefischt haben.
Offiziell wird sich als Partei für den so genannten „kleinen Mann“ ausgegeben und wahrhaftig „für den Mann“, denn Frauen wählen die FPÖ so gut wie gar nicht.
Gleichzeitig werden den Grünen seitens der FPÖ vorgeworfen, „Belastungen“ wie die Vermögenssteuer einführen zu wollen- Ist das die Politik für die „Kleinen“, insofern die „Großen“ weiterhin entlastet bleiben sollen?

Dann holt Strache im TV wie üblich den Holzhammer heraus und propagiert: „In jedem Gemeindebau gibt es ja nur noch Ausländer- Der Österreicher kann warten, während der Ali bereits im Warmen in seiner Sozialwohnung sitzt.“
Tatsächlich verhält es sich so, dass Ausländer/Innen nur unter schweren Grundbedingungen nach mindestens 5 Jahren für eine Gemeindewohnung einreichen können.
Im Übrigen ist auch für Österreicher/Innen die Situation so, dass sie mindestens 2 Jahre warten müssen, ehe sie um eine Gemeindewohnung ansuchen können.
Was Strache bei seinen Erläuterungen vergisst, ist dass er differenziert zwischen Österreichern mit Immigrationshintergrund und „echten“ Österreichern.
Strache identifiziert nämlich das „Recht“ Österreicher zu sein mit „Blut“, Religion, Hautfarbe usw. Nationalistischer Biologismus war schon immer ein Mittel von rechtspopulistischen Menschen, um zwischen verschiedenen Gruppierungen aufzuhetzen.
Gleichzeitig spricht Strache aber immer wieder von dem so genannten „braven Ausländer“. Ein „braver Ausländer“ ist laut Strache ein Mensch, der einer geregelten Arbeit nachgeht und „pariert“. Denn der Ausländer muss ja laut der FPÖ dem Österreicher mehr bringen als kosten.
Kosten- Nutzen- Rechnungen mit Menschen und die Darstellung des Staates als „Volkskörper“ sind ebenfalls aus einer lang vergangenen Zeit und ist ethnisch und menschenrechtlich betrachtet zu verurteilen.
Dennoch gibt es viele Menschen, die diesen Populisten immer noch Zuspruch geben. Besonders sind es die Menschen, die bereits glücklich sind, wenigstens einen Menschen in ihrer Denkweise „unter“ sich haben zu können. Falls es schon nicht die „bösen“ Akademiker/Innen sind, die Nichts tun und dafür super bezahlt werden, nicht die „braven“ Hackler sind, die „wirklich“ arbeiten, dann sollen es zumindest die Ausländer sein, die in einem differenzierten Sozial- und Arbeitssystem wenigstens unter dem arbeitslosen, sozialbedürftigen „Herrn Karl“ sind.
Ganz getreu dem Motto: „Wenn ich schon Nichts habe, dann soll es zumindest welche geben, die noch weniger haben.“

Beim TV Duell zeigte Faymann diesmal seine deutlich beste Leistung. Im Gegensatz zu van der Bellen ließ er sich gegen Strache nicht auf deformierende, populistische und mitunter schlichtweg „falsche“ Streitigkeiten ein und verhinderte somit die Strategie von Strache, das Diskussionsniveau so niedrig zu gestalten, dass der Kanzlerkandidat in diesen Gefilden der politischen Landschaft die Orientierung verlöre.
Faymann distanzierte sich eindeutig und klar von der Ausländerhetze der FPÖ, von der menschenverachtenden Politik, von den statistischen Fehlberechnungen und der medialen „Erlöser- Darstellung“ des Populisten Strache.
Der klare Sieg Werner Faymanns war allerdings vorher zu sehen. Strache kann auf höherer, intellektueller Basis einem Gespräch oftmals nur schwer folgen und gerät in diesen Fällen zumeist schwer unter Druck.
Der Obmann der FPÖ kann TV- Konfrontationen nur gewinnen, wenn das Niveau der Diskussion enorm tief gehalten und populistische Aussagen und Vorwürfe gemacht werden können. Gegen van der Bellen ging die Strategie der FPÖ auf, Faymann nahm ihr den Wind aus den Segeln und schipperte routiniert in Richtung Nationalratswahl.

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