Sonntag, 7. September 2008

Wunder gibt es immer wieder

Die letzten Tage im Sport haben bewiesen, weshalb es einfach immer wieder spannend ist, Fußballmatches zu besuchen, anzusehen und/oder mit zu fiebern. Anders als in der Wirtschaft ist es im Sport einfach so, dass der Wettkampf relativ fair ist. Im Fußball spielen einfach immer elf gegen elf Menschen und jeder hat zwei Beine, mit denen er Gutes, ebenso wie Schlechtes für die Mannschaft erreichen kann.

Das erste Wunder in der laufenden Fußballsaison war eindeutig der überraschende, weil erste Sieg der Vienna über den Wiener Sportklub. Auch der Vorgängerverein WSC hatte zuletzt vor ungefähr 15 Jahren gegen den Döblinger Traditionsverein auf der hohen Warte verloren. So mancher Fan der Vienna konnte sich wohl gar nicht mehr an einen Sieg auf dem eigenen Sportplatz erinnern. Bei diesem Derby sollte es anders werden und so feierten die Gelben aus dem neunzehnten Wiener Gemeindebezirk den Sieg über das Schreckgespenst Wiener Sportklub wie einen Europameistertitel.

Übrigens: Erinnern wir uns nur zurück an den amtierenden Europameister Spanien. Seit jeher galt das Gesetz, dass die Spanier zwar immer Favoriten im Fußball sind, letztendlich aber nie einen Titel holen können. Fakt war, dass die Spanier erst einen Titel zu verbuchen hatten, der schon dermaßen weit zurücklag, dass sich wohl nur die Großväter daran erinnern konnten. Und dann gewann Spanien den begehrten Titel der EM. Hinzu kommt noch, dass sie auf ihrem Titelgewinn Italien besiegten, die zuvor Ewigkeiten nicht mehr gegen die spanischen Konkurrenten verloren hatten. Auch dieser Sieg der Spanier gegen Italien belegt, dass es fußballerische Wunder immer wieder gibt.

Und gestern das überhaupt größte Wunder. Nachdem das österreichische Nationalteam schon mehrfach bewiesen hatte, dass es in der Lage war, ausdrucksvoll, aggressiv und dominant ein Spiel gegen eine ganz große Fußballnation zu gestalten und letztendlich immer binnen weniger Minuten einen großen Sieg zu verspielen und/ oder sogar noch zu verlieren, machen sie scheinbar unter dem neuen Teamchef Brückner etwas anderes. Während unter Hickersberger das ÖFB Team aufgeigte, spielte, dominierte, offensiv agierte und letztendlich immer unglücklich verlor, zieht es Brückner scheinbar vor, den Gegner spielen und seiner eigenen Mannschaft dafür das Tore –Schießen zu überlassen. Falls diese Taktik aufgeht, ist sie selbstverständlich eindeutig gegenüber der vorigen zu favorisieren, wenngleich sie womöglich etwas weniger attraktiv, dafür umso effektiver wirkt.
Der 3:1 Sieg der Österreicher ist der erste große Erfolg gegen eine Fußballnation seit 18 Jahren. Damals gewann Österreich gegen den Europameister Holland. Auffällig bei Brückner ist, dass er Manninger im Tor spielen ließ, trotzdem dieser nur noch die Reservistenrolle bei Juventus erfüllt. Des Weiteren hat Janko mittlerweile scheinbar einen Stammplatz im Team, während er unter Josef Hickersberger nicht zur EM mitgenommen wurde.

Nichts desto Trotz: Wunder gibt es immer Wieder und genau aufgrund dieser Wunder macht Fußball so viel Spaß. Österreich besiegt Frankreich, Litauen gewinnt in Rumänien, Spanien wird Europameister, die Vienna gewinnt gegen den WSK…-> So Vieles ist möglich und Jeder Sportler kocht mit Wasser…

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