Nachdem wochenlang hauptsächlich die Demokraten rund um Barack Obama im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, wurde nun mit Sarah Palin als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft und Mc Cain als ältesten Präsidentschaftsanwärter aller Zeiten der Wahlkampf für die Republikaner endgültig eingeleitet.
Interessant ist vor allem der Umstand, dass Palin in den Blickpunkt der Medien geriet, weil ihre siebzehnjährige Tochter ein Kind erwartet. Das ist im brüden Amerika ohnehin ein Skandal und insbesondere im Zusammenhang mit den konservativen, auf Familie und Ehe konstruiertem Bild der Republikaner eine schwierige Situation. Vor ihrer Kandidatur hatte man der konservativen Frau eine Reihe von Fragen bezüglich ihres Privatlebens gestellt. Darin ging es hauptsächlich um intime und private Details ihres Lebens. So wurde zum Beispiel gefragt, ob sie jemals für Sex bezahlt und/ oder Pornos im Internet runtergeladen usw. habe. Inwieweit diese Fragen für das Amt einer Vizepräsidentin entscheidend sind, gilt insbesondere für europäische Maßstäbe als dubios. Glücklicherweise ist es in Europa heute immer noch relativ undenkbar, dass die privaten Einblicke in das Leben der Politiker/Innen wichtiger sind, als politische Ideologie und Auffassung der internationalen Beziehungen.
Natürlich waren die Scheidung von Dr. Klestil und die Hochzeit von Sarkozy mit Carla Bruni in den Medien lange Zeit präsent, doch in erster Linie ist immer noch die eigentliche, politische Arbeit im Vordergrund.
Die amerikanische Gesellschaft ist allerdings ohnehin bekannt für ihre gesellschaftspolitisch konservative und reaktionäre Einstellung. Während Gewalt in den Medien durchaus toleriert und sogar kommerzialisiert wird, sind Sex und Partnerschaft über weite Strecken immer noch ein Tabu. Hinzu kommt noch der christliche Fundamentalismus, der in den USA schon lange Einzug gehalten hat.
In den Medien wurde bereits die Vermutung ausgesprochen, dass die USA die Auseinandersetzung von Russland und Georgien provoziert habe. Seit dem Fünf- Tage- Krieg sind die Umfragewerte Mc Cain’s stetig gestiegen. Generell ist es zumeist so, dass Kriege, Katastrophen und Auseinandersetzungen die konservativen Parteien in Wahlumfragen zumeist helfen. Eine Ausnahme ist zumeist dann gegeben, wenn Katastrophenhilfe unumgänglich und eine gesellschaftspolitisch liberalere Partei das aktuelle Staatsoberhaupt stellt, schnell hilft und handelt. Diese Umstände bringen zumeist auch den handelnden Akteuren der Macht einen Vorteil. Da beim Beispiel der USA Bush ohnehin zur Wiederwahl nicht zur Verfügung steht, hilft es insbesondere den Republikanern und ihrem neuen, alten Kandidaten Mc Cain.
Konservative Parteien versuchen sich zumeist als „law and order“ Partei zu behaupten. Auch in der österreichischen Politik brilliert die ÖVP zumeist durch Härte, Strenge und Bestrafung. Dahinter steckt das objektiv gefühlte Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit und Schutz. Insbesondere alte, konservative Menschen machen zumeist keinen Unterschied aus, zwischen Schutz und Sicherheit ihrerseits und einer Einschneidung der privaten, zivilen Rechte.
Gefährlich wird diese Tatsache im Falle der Etablierung eines Regimes und/ oder faschistischem Staates.
Der Gedanke, dass der Konflikt in Süd Ossetien tatsächlich von Polit- Strategen der Republikaner mit initiiert wurde ist sehr interessant. Er erinnert mich ein wenig an den Film „wag the dog“, in dem sinngemäß ein Krieg „erfunden“ wird, um das Amt des Präsidenten trotz eines Sex- Skandals zu retten.
Zwar nicht initiiert, jedoch mitgetragen wurde auch die Wiederwahl des ehemaligen Bundeskanzlers Schröder in Deutschland. Der abgewählte Politiker konnte sich 2002 im Zuge seiner Anti- Kriegspolitik und Entsagung vom gemeinsamen Weg mit den USA profilieren und gewann die Wahlen.
Fairerweise muss man beim Abschluss dieser Analyse erwähnen und bekräftigen, dass ohnehin die konservativen Kräfte in den USA überwiegen. Auch die Demokraten sind für europäische Maßstäbe durch die Bank konservativ und gesellschaftspolitisch reaktionär einzustufen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen