Mittwoch, 27. August 2008

Das dunkle Gotham City


Mit dem tragischen Tod des Schauspielers Heath Ledger erlangte der Film „The dark knight“ mehr Aufmerksamkeit, als jede Werbekampagne möglich gemacht hätte. Nachdem der sympathische Australier unter mysteriösen Umständen an einem unverträglichen Medikamentencocktail starb, verabsäumte es die Filmindustrie keinen Moment und mystifizierte den neuen Batman- Film. „Die letzte Rolle von Heath war seine beste und er müsse dafür den Oskar erhalten.“sprachen viele Menschen ihre Meinung konkret aus.
Heute habe ich den neuen Batman gesehen und ich muss sagen: Der Film gehört tatsächlich zu den besten Batman- Verfilmungen aller Zeiten. Allerdings hätte sich Ledger bereits als homosexueller Cowboy, der seine Neigung unterdrückt und daran nahezu zerbricht einen Oskar verdient.
Heath war ein sehr talentierter Darsteller, der keine 30 Jahre alt wurde. Er hatte noch viele Filme zu drehen, die höchstwahrscheinlich seiner Karriere noch mehr Auftrieb gegeben hätten. Womöglich war es ohnehin bereits zuviel Auftrieb, der ihn letztendlich in all seinem Erfolg vereinsamen ließ. Zu seiner Rolle als Joker: Anders als in den ersten Batman- Verfilmungen wurde mit dem letzten Teil „Batman begins“ eine neue Ära eingeläutet. Die Zeiten der Comichelden sind endgültig vorbei. Der neue Batman spielt in einem realen Gotham City, mit psychologisch ausgearbeiteten Charakteren und einem zweifelnden Helden.
Der innere Kampf, den Bruce Wayne mit sich selbst führt, wurde noch nie dermaßen offen gelegt, wie in der neuen Verfilmung. Batman wurde mehr als nur ein Held. Er ist nunmehr ein dunkler Ritter mit Ecken und Kanten. Konkret ähnelt die Fledermaus der Figur aus der Batman- Comicreihe „Inferno“. In dieser Reihe wurde Gotham City durch eine Katastrophe zerstört und die gesamte Umgebung des Helden änderte sich, die Stadt wurde düster und die Zukunft war nicht verheißungsvoll. Ähnlich verhält es sich auch beim neuen Film, der gemeinsam mit Dino Comics ein sehenswertes Filmereignis auf die Leinwand bannte. Im Gegensatz zu früheren Verfilmungen ist insbesondere die Figur des Twoface toll in Szene gesetzt. Heath Ledger überzeugte in seiner Rolle als Joker. Die Figur hatte allerdings auch wesentlich mehr Tiefgang, als in früheren Zeiten mit Jack Nicholson als Interpreten. Während die Figur des Joker unter Nicholson eher als Schlitzohr fungierte, machte Ledger aus dem Verbrecher seine wahre Identität: Ein geisteskranker, aufgrund seiner gewalttätigen Vergangenheit schwer gebeutelten, genialen, gefährlichen und gesetzloser Schurke, der rücksichtslos seine Ziele verfolgt und über Leichen geht. Dies soll natürlich die schauspielerische Leistung von Jack Nicholson nicht schmälern- Der geniale Schauspieler wirkte in der alten Batman- Verfilmung ebenfalls ausgezeichnet, und dieser alte Film zählt neben der Version mit Danny de Vito als Pinguin immer noch zu den besten Batman Filmen ever. Neben den ausgezeichneten Darstellern ist im neuen Blockbuster auch die düstere Stimmung ein Umstand, der dem Ganzen das Prädikat „wertvoll“ verleiht.
Im Gegensatz zum zeitweilig äußerst langweiligen „Batman begins“ beginnt meiner Meinung nach die neue Batman- Saga erst mit diesem Teil. Einzig störend empfinde ich immer noch dem Umstand, dass Batman zwar eine Fledermaus ist, allerdings in früheren Zeiten niemals so grunzend und ächzend artikulierte, wie Christian Bale.

Falls in einer weiteren Verfilmung der Charakter von Catwoman wieder zum Tragen kommt, bitte ich in diesem Zusammenhang auf die substanzlose Halle Berry zu verzichten. Ihre Interpretation der Katzenfrau war äußerst dubios und verzauberte mich keine Sekunde lang. Da lobte ich mir noch die gute, alte Michelle Pfeiffer, die den Menschen unter dem Katzenkostüm wesentlich besser Leben einhauchen konnte.
Nicht immer bedeutet „Neu“ automatisch besser. Zumeist ist sogar das Gegenteil der Fall. In diesem Zusammenhang muss ich eindeutig mein Kommentar auf folgende Weise beenden: Besuche diesen Film und genieße das Abenteuer. Er ist zu den drei besten Batman- Verfilmungen aller Zeiten zu zählen und ist eindeutig die dunkelste Version des Helden.

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