Montag, 11. August 2008

David gegen Goliath


Spätestens seit den ersten oftmals glücklich erreichten Titeln im Fußball sind Erfolge für das deutsche Fußballnationalteam keinem Wunder, sondern vielmehr einer immer wiederkehrenden, inneren Logik gleich, die sich regelmäßig wiederholt. Schließlich hat ein Fußballphilosoph den Sport bereits folgendermaßen erklärt: „Ein Spiel dauert 90 Minuten und am Schluss gewinnt Deutschland!“

Doch nicht immer gewinnt das bevölkerungsreichere Land, der finanziell reichere Verein und/ oder der seelenlosere Retortenklub.
Letzten Sonntag lieferte Red Bull Salzburg eine ausgezeichnete Leistung im Favoritner Horr Stadion ab. Sie dominierten das Spiel und führten bereits mit 2:0, als das Match zu kippen begann. Der ehemalige Rapidler Mario Bazina zirkelte einen Freistoß ins Tor und jeder Zuseher konnte sofort mitbekommen, inwiefern dieser Hoffnungsschimmer neue Kräfte im Team von Karl Daxbacher frei ließ. Von diesem Moment an spielte nur noch die Wiener Austria. Der Ausgleich der Stürmer- Hoffnung Rubin Okotie war dementsprechend ein zu erwartendes Ereignis und das Stadion stand Kopf. Immerhin hatten die Fans über 60 Minuten keinen Grund zur Hoffnung. Danach war es ein offener Schlagabtausch und die Salzburger aus Red Bull hätten oftmals das Spiel für sich entscheiden können, ja fast müssen. Doch nach dem Ausgleich der Wiener war Salzburgs Leistung nicht mehr die gleiche. Unfassbar dann auch noch der Siegestreffer der Wiener in der Nachspielzeit durch den Neuankömmling Diabang. Das Match war endgültig gekippt und Salzburg hat erneut nicht auswärts gewonnen.

In der Regionalliga Ost bekam es der Wiener Sportklub auswärts mit dem Titelanwärter FAC zu tun. Ich habe das Spiel aufgrund meines Urlaubs nicht live mitbekommen und nachdem ich das Ergebnis im Internet nachgelesen hatte, konnte ich es kaum glauben. Der finanziell stark abgespeckte Wiener Sportklub trotzte dem FAC nicht nur ein 1:1 ab, tatsächlich führte der Wiener Traditionsverein bis drei Minuten vor Schluss und hätte gewinnen können.
Nachdem ich das Match gegen Ostbahn XI gesehen und die löchrige Abwehr des WSK bemerkt hatte, hätte ich an einen Punkt in Floridsdorf niemals gedacht. Doch andererseits war doch gerade der Sportklub immer dann besonders gut, wenn die Mannschaft aus dem eigenen Nachwuchs zusammengestückelt wurde und über längere Zeit zusammenspielte.

Geld spielt eben immer noch keinen Fußball. Dieser Spruch gilt nicht nur für die Red Bulls aus Salzburg, sondern auch in kleinerem Maß für den FAC in der Ostliga. Dieser Umstand macht diesen Sport auch besonders interessant. Der Verein kann ein hundertmal höheres Budget, tausendmal teurere Spieler und millionenfache Investitionen in Stadion und Infrastruktur stecken- Am Ende spielen elf gegen elf Menschen, die alle jeweils zwei Beine haben und nicht selten gewinnt David gegen Goliath.

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