Samstag, 23. August 2008

Newsflash- Nationalratswahl 2008 Teil 2: BZÖ gegen FPÖ


Gestern begann der Kampf um jede Stimme mit dem Fernseh- Duell des dritten Lagers. Auf der einen Seite diskutierte der Mensch, der in damaligen Zeiten aus der ursprünglich liberal positionierten, freiheitlichen Partei die Repräsentation des so genannten dritten Lagers formte und sie letztendlich am Tag des persönlichen Triumphes zur zweitstärksten Partei Österreichs machte- Dr. Jörg Haider. Seines Zeichens Populist, Jurist und passionierter 1 Euro- Party-Besucher. Auf der anderen Seite diskutierte der Zahntechniker HC Strache. Seines Zeichens der „Königsmörder“ von Dr. Haider in der freiheitlichen Partei, der ihn zuerst jahrelang zu schleimte, um ihm im geschwächten Moment das Messer in den Rücken zu stechen und als Parteiobmann bei der FPÖ abzulösen. Anders als Haider vermag es Strache nicht, Visionen, politische Ambitionen und Vorhaben auch realisierbar und konkret darzustellen. Der Grund liegt in seiner fehlenden Bildung und seinem nicht vorhandenen politischen Weitblick. Um Steuerreformen zu verwirklichen, das Gesundheitssystem zu reformieren usw. bedarf es entsprechend ausgebildeter Personen und/ oder gebildeter Menschen- Strache ist in keiner Form gebildet und/ oder intelligent genug, um in diesen Zusammenhängen konkret verwirklichbare und realisierbare Modelle aufzeigen zu können.

Die Diskussion BZÖ gegen FPÖ begann zunächst durchaus amüsant. Dr. Haider sprach über Strache, als einen alten Wegbegleiter, den er noch aus alten Zeiten in Kärnten kennt und der ihn regelmäßig medial gelobt hat. Strache verbat sich seinerseits das DU- Wort und siezte Haider die ganze Diskussion durch. Während Haider immer darauf setzte, bereits Modelle entworfen zu haben und sie umzusetzen in Kärnten, griff ihn Strache immer wieder unqualifiziert und unter der Gürtellinie an. Der Gipfel der Frechheit geschah kurz vor Schluss der Diskussion, als er seinen ideologischen Mentor Haider ein Plastik- Rückgrat eines Menschen schenken wollte. Doch dies ist durch die Bank die politische Arbeit des Strache.
Letztendlich sind seine politischen Visionen niemals wirklich durchdacht und seine Stimmen gewinnt er, in dem er auf Rot und Schwarz schimpft und Nationalismus und Ausländerhetze betreibt.
Ich glaube nicht, dass Strache von durchschnittlich gebildeten Menschen gewählt wird. Jeder Mensch, der sich politisch Gedanken macht, weiß und erkennt dass Strache lediglich eine demagogische Kopie Haiders ist, der anders als sein Mentor über kein Know- How und/oder Weitblick verfügt.
Haider präsentierte sich interessanterweise gealtert und staatsmännisch. Er war wesentlich ruhiger und insbesondere am Anfang der Diskussion um einen „normalen“ Dialog bemüht. Nachdem Strache diesen mehrmals ablehnte, beschränkte er sich auf politische Inhalte und griff seinen jungen Schützling kaum an. Dahinter liegt natürlich auch die Strategie, sich wesentlich seriöser und gesitteter als Strache darzustellen. Während Strache lediglich die Wirtshaus- und Stammtischpolitik erreichen kann, weiß Haider um seinen gegenwärtig einzigen strategischen Vorteil, auch über den Wirtshaustisch hinaus sehen und Stimmen holen zu können. Haider kann seine Gesichter wechseln und den seriösen Juristen, ebenso wie den tobenden Nationalisten auf Stammtischen auspacken, während Strache aufgrund seiner Sozialisation politisch und ideologisch sehr beschränkt wirkt, und immer wieder entlarvt wird in seiner Planungs- und Ahnungslosigkeit.

Gestern fiel mir besonders auf, dass er Fragen der Verwirklichung, Planung und Machbarkeit immer konkret auswich. Egal ob es um die Frage der Kindergärten, des „Muttergeldes“ usw. ging- konkrete Pläne sehen anders aus.
Insgesamt gesehen war die Diskussion dennoch relativ enttäuschend. Da beide Parteien nationalistisch angedacht sind, hatte Strache wenig Angriffspotential und Haider war sichtlich über die Beleidigungen und den rüden Ton seines ehemaligen „Ziehsohnes“ verärgert. Tatsächlich werden die beiden Nationalisten gegen die Großparteien besser punkten können. In diesem Zusammenhang gebe ich dem alten Dr. Haider mehr Chancen, als Strache, da Haider seine populistischen, demagogischen und oftmals menschenverachtenden und geschichtsverfälschenden Ansichten politisch, mitunter wirtschaftlich und rentabel erklären, definieren und formen kann, während Strache oftmals so wirkt, als scheitere er bereits an der Rechtschreibung.

Das nächste Duell wird wesentlich interessanter werden und sich zwischen SPÖ und den Grünen abspielen. Auch in diesem Zusammenhang wird es einen Bericht geben.

Keine Kommentare: