Dienstag, 21. Oktober 2008

Der Sport und der Mann

Besonders interessant ist ja immer noch der Sport. Durch Sport finden Klassifizierungen statt.
Bist du Rapid oder Austria Wien Anhänger? Bist du pro oder contra Didi Mateschitz und Red Bull Salzburg? Warst du für Michael Schumacher oder Damon Hill?

Für viele Männer nimmt der Sport eine so genannte Ersatzkultur ein. Der Sport gibt Identität, Zugehörigkeitsgefühl und Emotionen.
In vielen sozialen Gruppierungen gilt es als ein Non plus ultra sich im Sport auszukennen. Insofern du im Sport ungebildet bist, giltst du dann als Flasche oder ungeeignet für eine Fortführung der Diskussion.

Schon der gute alte Thomas Bernhard hat zu diesem Thema einige Gedanken zusammengetragen und ich dachte damals bei mir: „Meine Güte, ich sehe ja selbst so viel Sport. Und jetzt hat er mich damit selbst gekränkt,…“
Offensichtlich hat Bernhard sich selbst von der Kritik nicht ausgeschlossen, denn bei einer Dokumentation seines Schaffens und einem Fernseh- Interview wird er selbst beim Zusehen einer Sportveranstaltung beobachtet und gefilmt.

Auch Reinhard Fendrich befasste sich mit diesem Thema in seinem Lied „Es lebe der Sport“. Sinngemäß kritisiert er in dem Song just die Umstände, die ich gerade erläutere. So lautet es im Lied: „..weil wenn sich zwei in die Goschen hauen, steigert das (…) sein Selbstvertrauen.“
Hinzu kommt noch die Nationalität, die Identität stiftet.
So heißt es doch immer in den Nachrichten, dass WIR im Fußball gewonnen, verloren usw. haben.

Sport ist schon ein sehr interessantes Phänomen, das wohl niemals neu strukturiert werden und/oder aufgebrochen werden wird. Wobei grundsätzlich zu sagen ist, dass es mir hundertmal lieber ist, insofern Meinungsverschiedenheiten sportlich, und nicht im Krieg ausgefochten werden.
Jetzt am Schluss fällt es mir ein: Daher kommt wohl der Spruch des obligatorischen Sportsgeistes…

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