Montag, 20. Oktober 2008

Die Realität der wirtschaftlichen Studien


Die Statistiken der Universitäten sprechen eine klare Sprache. Es gibt nahezu Niemanden, der aus einer Familie mit unter 1000 Euro Gesamthaushaltseinkommen maturiert, geschweige denn studiert. Auch aus Familien mit Einkommen bis 1500 Euro sieht die Statistik nur unwesentlich besser aus.
Hinzu kommt noch, dass die wenigen Student/Innen, die aus diesem Kreis zum Studieren kommen, zumeist aufgrund finanzieller Probleme abbrechen und/oder ein sozialwissenschaftliches oder Kunststudium wählen, da sie falls sie abschließen, schnell abschließen müssen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass sehr wenig Menschen aus sozial schwächeren Familien auf der WU, dem Juridicum und/ oder Medizin Fakultäten studieren.
Ich möchte nun ein bisschen auf die Kerntheorie meiner Aussagen am Beispiel der WU näher eingehen.
Wirtschaft wird immer mit Realität in Zusammenhang gestellt. Auch Staatswirtschaft wird zum Beispiel zumeist mit Betriebswirtschaft oder Familienhaushaltskassen verglichen, trotzdem der Vergleich nicht nur hinkt, sonder im Grund illusorisch und erwiesenermaßen falsch ist.
Doch wissen die Student/Innen der WU überhaupt über Familienhaushaltskassen, Rentabilitätsfragen oder individuellen Bedürfnisauswahlverfahren bescheid?
Insofern ein Mensch aus mehr als ausreichend abgesicherten Familienverhältnissen kommt, niemals Arbeiten muss um sich zu erhalten und auch kein eigenes, familiäres oder eigenes Haushaltsbudget kreieren muss, da ja das Budget von den Eltern bis zum Ende des Studiums komplett abgesichert ist, muss folglich ein großer Unterschied zwischen den eigenen Erfahrungswerten und dem Gelernten entstehen.
Polemisch ausgedrückt: Kann Fiona Svarovski überhaupt über die Bedürfnispyramide von Maslow Kausalitäten und Zusammenhänge feststellen?
Oder kann jemand, der in seinem Kaufverhalten sehr selten oder nie die Preisfrage eruiert, überhaupt die Preispolitik verfolgen, die letztendlich zum unternehmerischen Erfolg führt?
Und falls das trotzdem gekonnt wird, könnte es nicht jemand besser, der selbst in diesen zu erforschenden Segmenten hauptsächlich involviert ist?

Ist es ein Zufall, dass simple Werkzeugmacher wie Frank Stronach letztendlich ein besonders gutes „wirtschaftliches“ Näschen entwickelten, oder Notwendigkeit?
Ich persönlich bin der Meinung, dass es mehrere Komponenten braucht, um wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit zu erzeugen.
Zum einen ist die Erfahrung der Praxis unbedingt notwendig und erforderlich. Falls die Praxis aus familiären Gründen und sozialer Absicherung nicht notwendig ist, um wirtschaftlich überleben zu können, so müssen zumindest Praktika in den Ferien absolviert werden, um in die Materie letztendlich einzutauchen.

Des Weiteren sollte man (und das passiert leider nur viel zu selten) den Menschen jeder sozialen Herkunft auf Augenhöhe begegnen. Dieser Prozess ist vorderrangig nicht nur wirtschaftlich wichtig um Bedürfnisse zu identifizieren, sondern vor allem menschlich, um sich persönlich weiter zu entwickeln und Realitätsferne zu verhindern.
Nicht umsonst sagt man oftmals gerade den Student/Innen realitätsferne Ansichten nach, da sie sich zumeist unter ihresgleichen aufhalten und dementsprechend nur eine soziale Gruppierung von Vielen aufsuchen.

Man muss sie alle mögen, um nicht zu sagen lieben: Die Verlierer der Modernisierung, die Arbeitslosen, die ehemaligen Gefängnisinsassen, die Wirtschaftsbosse, die Politiker/Innen, die Alkoholiker/Innen und die Stammtischphilosophen.
Aus all diesen Erfahrungswerten ergibt sich letztendlich ein Abbild der Realität, dass aussagekräftig ist und aus dem Rückschlüsse gezogen werden können.
Rückschlüsse für die Wirtschaft, für das Selbst und insbesondere Verständnis, Einfühlungsvermögen für die Probleme der Menschen.

Auch politologisch und sozialwissenschaftlich ist es unerlässlich, die Stammtische dieser Welt zu besuchen. Georg Danzer sang eindrucksvoll in einem Lied von dem so genannten „Herrn Wesely“. Dieser Mann ist ein ehemaliger Nationalsozialist, der immer noch Hitler regelmäßig am Stammtisch propagiert. Dabei fallen Sprüche wie: „Damals unterm Hitler war es schon gut. Es bräuchte wieder so einen kleinen Hitler…usw.“
So lange diese Menschen von der so genannten „Bildungselite“ links liegen gelassen und mit ein wenig Sozialhilfe oder Arbeitslose abgespeist werden, werden sie sich kontinuierlich ausbreiten und die politische Landschaft Österreichs dauerhaft prägen…

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