Samstag, 4. Oktober 2008

Erfolg, Misserfolg und Zukunft

Zukunftsprognosen sind immer schwierig abzugeben. Zumeist werden Erfahrungswerte aus der Vergangenheit impliziert, um auf die Zukunft zu schließen.
Dass diese Vorgehensweise oftmals schief geht dürfte jedem bekannt sein. Man denke dabei nur an die Prognosen bezüglich der vorletzten Nationalratswahl 2006, die der SPÖ nahezu keine Siegchance einräumte.
Auch in der Welt der Künstler und Künstlerinnen wird oftmals eine Zukunftsprognose zu einem wahren Harakiri. Wer hätte noch Anfang der 90er Jahre gedacht, dass Michael Jackson’ s Karriere aufgrund etwaiger Anschuldungen nahezu zum Stillstand kommt?

Wer hätte auch nur einen Cent auf die Jungs von Tokio Hotel gesetzt, dass sie ihren Weg auch in den USA gehen würden?
Insbesondere in der Welt der Medien liegen die Fehlprognosen insbesondere an dem Umstand, dass allein das Talent oder die Fähigkeit zumeist nicht den Künstler ausmacht. Um Kunst kommerziell betreiben zu können muss man sie auch dementsprechend gestalten. Zumindest auf Dauer gesehen führt kein Weg an der eigenen Kommerzialisierung seiner Kunst vorbei.
Wobei insbesondere beim Zusammenhang mit Kunst oftmals ein großer Fehler gemacht wird. Kunst und kommerzieller Erfolg ist nicht gleichzeitig ein Indiz für Können. Ebenso wenig bedeutet der mangelnde kommerzielle Erfolg automatisch eine Unbegabtheit des/ der Künstler/In.
Hinzu kommt noch der Faktor des Zufalls, der weder bei der Kunst, bei der Politik und/oder im Sport berücksichtigt werden kann.
Gut erinnere ich mich an den BAWAG Skandal der SPÖ, der den sicher geglaubten Wahlsieg in einen sicher geglaubten Gang in die Opposition 2006 verwandelte. Oder an Tennisspiele bei denen Spielsituationen durch Netzroller entschieden und in weiterer Folge das gesamte Match zu einer anderen Begegnung wurde.

Wobei bei dem ganzen Gefasel von Zukunftsprognosen, Glück, Fähigkeit usw. auch ein ganz bedeutender Prozentsatz eigenes Engagement angefügt werden muss. Bei fortlaufendem Pech, kommerziellem Misserfolg, sportlicher Pleiten und schulischer Rückschläge gibt es bedeutend viele Menschen, die daran nicht nur zerbrechen sondern auch ihr gesamtes zukünftiges Leben von diesen Bedingungen leiten lassen.
Der Glaube an sich selbst, an den eigenen Erfolg und an die Möglichkeit der Selbstbestimmung kann mitunter oftmals die Essenz sein, die den Tennisball über das Netz rollen, den Fußball an die Stange, die Mathematikschularbeit zu einem knappen Genügend oder die Türe zu einem gut bezahlten und angenehmen Job öffnet.

Misserfolg und Erfolg, Literaturnobelpreis und anonymer Schreiberling, Fußballprofi und Wirtshausmannschaft, Villenviertel oder Rennbahnweg – All diese Begrifflichkeiten sind letztendlich nur Worte, die gegebenenfalls erreicht werden oder unantastbar bleiben.
Tatsächlich ist der Unterschied oftmals nur durch Nuancen geprägt, die häufig nicht mal wirklich auffallen.

Die erfolgreiche Person hat zumeist Erfolg, weil sie den Misserfolg als mögliche Variante nicht anerkennt. Es gibt viele Menschen, die ihr gesamtes Leben lang in jeder Situation erfolgreich sind. Ebenso gibt es enorm viele Personen, die nahezu an allem scheitern. Sie scheitern an der Hauptschule, brechen ihre Lehre ab, usw.
Auch die Auswahl die jemanden zu Erfolg oder Misserfolg verhilft, geschieht zumeist aufgrund der eigenen Integrität und Ausstrahlung. Die Menschen, die Erfolg ausstrahlen, werden höchstwahrscheinlich erfolgreich sein. Selbstverständlich ist dabei die innere Überzeugung maßgeblich. Allein die Zwangsbeglückung und der reelle Wunsch erfolgreich zu sein wird nicht ausreichen, es muss auch die wirkliche Überzeugung gegeben sein.

Des Weiteren muss versucht werden, das Glück, die Zukunft, den Erfolg zu provozieren. Du musst immer in Bewegung, niemals von Stillstand umgeben sein.
Ich möchte jetzt selbstverständlich keine Märchen erzählen. Der Ausspruch: „Wenn du es nur immer wieder versuchst, wirst du es auch schaffen!“ kann nur polemisch gemeint sein und ist nicht anwendbar.
Grundsätzlich ist aber zu erwähnen, dass mit jedem Versuch die Möglichkeit eines Erfolges steigt.
Neben den Menschen, die ohnehin immer erfolgreich waren und sind, gibt es insbesondere die Personen, die aufgrund des einen Versuches mehr als die Erfolglosen, von Glück und Erfolg begünstigt sind.

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