Und wiederum geht ein Jahr vorbei und bereits in wenigen Tagen feiern wir den Beginn des Jahres 2009. Die Politiker/Innen, allen voran Angela Merkel, sagen bereits im Vorhinein, dass es kein einfaches Jahr sein wird. Sie meinen damit die anhaltende Wirtschaftskrise.
Doch auch ohne anhaltende Wirtschaftskrise wird es kein einfaches Jahr. Es ist im Übrigen das vorletzte Jahr der Jahre 0 bis 10. In diesen Jahren hat sich die Welt im wahrsten Sinne des Wortes schneller zu drehen begonnen. Das Internet wurde endgültig in nahezu jeden Haushalt gebracht. Jeder durchschnittliche zehnjährige hat mittlerweile einen millionenfach größeren Pool an Informationen, als es hundert Jahre vorher die Könige hatten.
Die Generation Koma- Trinker kam zum Vorschein und gegenwärtig haben ungefähr ähnlich viele jugendliche Menschen Erfahrungen mit illegalen Drogen, wie es vor wenigen Jahrzehnten die Kids mit Alkohol hatten.
Die Arbeitslosigkeit wird ein stetiger Begleiter der Wirtschaft bleiben, und selbst mit Beschäftigung, werden sich immer weniger Menschen das Leben leisten können.
Doch nun ein anderer Rückblick auf das Jahr 2008. In diesem Jahr verloren wir eine Reihe von berühmten Menschen. Mit Paul Newman verließ uns einer der letzten großen Schauspieler der alten Generation. Auch Charlton Heston gehörte zu dieser Generation. Er verließ diesen Planeten bereits mehrere Monate früher.
Jörg Haider starb völlig unerwartet an den Folgen eines schweren Autounfalls, den er mit fast 2 Promille Alkohol im Blut verursacht hatte.
Die Bilder des Autowracks werden wohl nahezu allen Menschen in Erinnerung bleiben.
Des Weiteren verstarben zwei große Politiker der Sozialdemokratie. Neben dem Altbürgermeister Helmut Zilk verstarb auch Fred Sinowatz. Er wird wohl neben Alfred Gusenbauer zu den unglücklichsten Bundeskanzlern a.D. auf ewig zu zählen sein.
In Italien gelang Silvio Berlusconi ein großer Schachzug. Er ließ sich bereits zum dritten Mal zum Ministerpräsidenten wählen. Dabei versinkt Italien buchstäblich an Problemen, die Berlusconi selbst mit verursacht hat. Dem italienischen Medien- Mogul werden bereits seit seinem Aufstieg Kontakte zur Mafia nachgesagt.
Britney Spears feierte ihr Comeback, trainierte sich den Speck ab und feiert nun erstmals seit langem wieder Erfolge.
O.J Simpson stand erneut vor Gericht und wurde wegen eines Überfalls verurteilt. Viele Menschen sind der Ansicht, dass das Urteil zustande gekommen ist, wegen dem immer noch existierenden Verdacht, dass Simpson die zwei Morde, weshalb er bereits angeklagt und freigesprochen wurde, begangen haben soll.
Wir erlebten im Jahre 2008 das Ende von den Träumen des Alfred Gusenbauer. Gleichzeitig kam es zu dem Aufstieg von Werner Faymann zum Bundeskanzler. Wolfgang Schüssel und Willi Molterer dürften wohl endgültig keine Rolle mehr in der Politik spielen.
Der Film „Echte Wiener“ kam in die Kinos und zeigte dem Publik, was konkret aus Edmund Sackbauer, Toni, Karli, Irmi, Hanni, Fini, Kurti und Franzi geschehen ist.
Wenige Monate nach dem Ende der Dreharbeiten zu diesem Film starb Kurt Weinzierl. Er wurde 77 Jahre alt.
Die Fußball Europameisterschaft brachte ganz Österreich Weltruhm. Weniger als Fußballnation, denn zumindest als Austragungsland.
Ivica Vastic schoß mit seinem Elfmetertor gegen Polen das allererste und gegenwärtig einzige Tor eines Österreichers bei einer Europameisterschaft.
Hermann Maier feierte nach nahezu drei Jahren Durststrecke einen Sieg.
Barack Obama wurde zum US- Präsidenten gewählt. Sein republikanischer Konkurrent Mc Cain war der wesentlich leichtere Wahlgegner als seine demokratische Kollegin Hillary Clinton.
Ein Jahr voller Ereignisse geht dem Ende zu, und für das neue Jahr wünsche ich viel Glück und guten Rutsch.
Sonntag, 28. Dezember 2008
Das war 2008
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Montag, 22. Dezember 2008
Das Spiel mit der Hoffnung
Mittlerweile wird ja immer wieder von der Armutsgefährdung gesprochen. Unglaublich viele Menschen werden Tag für Tag in den Strudel der angeblichen Armut gezogen und kommen kaum wieder heraus.
Doch was veranlasst all diese Menschen, die Armut gefährdet, chronisch arm oder benachteiligte Lebewesen sind, nicht zu revoltieren und sich zu wehren?
Gegenwärtig habe ich einen meiner Lieblingsfilme gekauft und sehe ihn mir zu Hause an. Es ist „Der Seewolf“ von Jack London. Dabei erstaune ich immer wieder, wie der Kapitän der Ghost, Wolf Larsen, in unglaublicher Grausamkeit über sein Schiff „herrschen“ konnte. Und da wurde es mir klar. Erstens glaubten viele daran, dass es besser werden könnte. Und zweitens, selbst diejenigen, die es nicht wirklich glaubten, hofften zumindest.
Es ist die Hoffnung der Besserung, die uns Menschen untätig werden lassen. Warum revoltierten während des zweiten Weltkriegs kaum jüdische Opfer gegen ihre Mörder? Die Antwort ist leicht und wird auch teilweise in dem Roman „weiter leben“, dass dieses Jahr unter dem Motto „Eine Stadt- Ein Buch“ in Wien herauskam, beantwortet. Weil die Hoffnung da war, dass sie es überleben könnten.
Erst ein Mensch, der überhaupt keine Hoffnung in sich trägt, nimmt letztendlich die Zügel seines Lebens selbst in die Hand. Dabei ist die Grenze, ab wann ein Mensch tätig wird oder nicht sehr flexibel und von der jeweiligen Person abhängig.
Mag sein, dass sich ein Mensch schon in seiner Existenz bedroht sieht, weil er es sich nicht mehr leisten kann, Versicherungen zu bezahlen oder Aufträge an Land zu ziehen, andere Personen, insbesondere Personen, die arm oder unter ärmeren Verhältnissen aufgewachsen sind, implizieren mit ihrer Existenz lediglich die Stillung der Grundbedürfnisse Essen und Trinken.
Erst wenn die Hoffnung auf Besserung endgültig abstirbt, werden alle Menschen für Ideen aufgeschlossen. Vorher sind Streikbewegungen wie in den 1968er Jahren, gegenwärtig in Griechenland oder während der schwarz- blauen Koalition in Österreich zum Scheitern verurteilt.
Denn der Mensch, der noch etwas hat, hat ebenso etwas zu verlieren. Und gerade der Mensch, der noch ein bisschen Mehr als Gar Nichts hat, tritt und schlägt oft besonders auf diejenigen ein, die Gar nichts haben, weil er sie einerseits fürchtet, und andererseits Angst davor hat, selbst bald zu ihnen zu gehören.
Doch was veranlasst all diese Menschen, die Armut gefährdet, chronisch arm oder benachteiligte Lebewesen sind, nicht zu revoltieren und sich zu wehren?
Gegenwärtig habe ich einen meiner Lieblingsfilme gekauft und sehe ihn mir zu Hause an. Es ist „Der Seewolf“ von Jack London. Dabei erstaune ich immer wieder, wie der Kapitän der Ghost, Wolf Larsen, in unglaublicher Grausamkeit über sein Schiff „herrschen“ konnte. Und da wurde es mir klar. Erstens glaubten viele daran, dass es besser werden könnte. Und zweitens, selbst diejenigen, die es nicht wirklich glaubten, hofften zumindest.
Es ist die Hoffnung der Besserung, die uns Menschen untätig werden lassen. Warum revoltierten während des zweiten Weltkriegs kaum jüdische Opfer gegen ihre Mörder? Die Antwort ist leicht und wird auch teilweise in dem Roman „weiter leben“, dass dieses Jahr unter dem Motto „Eine Stadt- Ein Buch“ in Wien herauskam, beantwortet. Weil die Hoffnung da war, dass sie es überleben könnten.
Erst ein Mensch, der überhaupt keine Hoffnung in sich trägt, nimmt letztendlich die Zügel seines Lebens selbst in die Hand. Dabei ist die Grenze, ab wann ein Mensch tätig wird oder nicht sehr flexibel und von der jeweiligen Person abhängig.
Mag sein, dass sich ein Mensch schon in seiner Existenz bedroht sieht, weil er es sich nicht mehr leisten kann, Versicherungen zu bezahlen oder Aufträge an Land zu ziehen, andere Personen, insbesondere Personen, die arm oder unter ärmeren Verhältnissen aufgewachsen sind, implizieren mit ihrer Existenz lediglich die Stillung der Grundbedürfnisse Essen und Trinken.
Erst wenn die Hoffnung auf Besserung endgültig abstirbt, werden alle Menschen für Ideen aufgeschlossen. Vorher sind Streikbewegungen wie in den 1968er Jahren, gegenwärtig in Griechenland oder während der schwarz- blauen Koalition in Österreich zum Scheitern verurteilt.
Denn der Mensch, der noch etwas hat, hat ebenso etwas zu verlieren. Und gerade der Mensch, der noch ein bisschen Mehr als Gar Nichts hat, tritt und schlägt oft besonders auf diejenigen ein, die Gar nichts haben, weil er sie einerseits fürchtet, und andererseits Angst davor hat, selbst bald zu ihnen zu gehören.
Freitag, 19. Dezember 2008
Die Täter der Weltwirtschaftskrise, die EU und das Eurobarometer
Laut EU- Barometer hat die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf die österreichischen Mitbürger/Innen. Sie bewerten erstmals seit langem diese Institution und supranationale Interessensgemeinschaft positiver. Der Grund liegt auf der Hand. Otto Normalverbraucher und Ottilie Normalverbraucherin glaubt das Gerücht, dass die EU eine Art „Schutzschild“ ist und uns kleine Österreicher/Innen davor schützt, tiefer in die Weltwirtschaftskrise zu rutschen.
Meine Meinung ist allerdings völlig anders- Ich bin der Ansicht, dass die Schuld an dieser Krise nicht die USA allein zu tragen hat. Es sind China, das aufstrebende (Neoliberalisten sind allen Ernstes dieser Meinung, dass dieses Land aufstrebt) Indien, die NAFTA (also USA, Kanada und Mexiko), die Tigerstaaten, das wirtschaftspolitisch korrupte Russland und selbstverständlich die EU.
Die Täter sind des Weiteren die Weltbank und die WTO, um nur einige zu nennen.
Hauptgrund dieser Wirtschaftskrise ist das neoliberale Paradigma, dass in das ohnehin widersprüchliche, kapitalistische System eingenistet wurde (ich schreibe bewusst „wurde“, nicht eingenistet hat, da es Interessensgruppen gibt, die gehandelt haben) und den Menschen immer schneller und schneller die Fehler des kapitalistischen Systems aufzeigen werden.
Kapitalismus funktioniert einfach auf Dauer nicht. Lediglich durch Ausgleichsmechanismen wie staatliche Regulierungen und breit angelegte Spielregeln ist es möglich, die offensichtlichen Fehler dieses Systems einigermaßen „auszugleichen“.
Ohne diese staatlichen Regulierungen wird die so genannte „invisible hand“ des Marktes über kurz oder lang immer wieder den Markt vernichten. Und aufgrund der in den letzten Jahren praktizierten Politik wird es auf Dauer keinen Staat geben, der über die Möglichkeiten, geschweige denn überhaupt über den Einfluss verfügt, die Wirtschaftskatastrophe abwenden zu können.
Das führt uns zurück zur EU. Jetzt in der Krise gibt es also allen Ernstes ein aufsteigendes, österreichisches EURO- Barometer?
Ich bin der Ansicht, dass nun endgültig viele neue Errungenschaften, die der momentan in der Schwebe liegende Vertrag von Lissabon beinhalten würde, initiiert werden müssen. Dazu zähle ich zum Beispiel die Gründung, bzw. Vernetzung von europäischen Gewerkschaften, europäischen Interessensgruppen- solidarischen, gesamteuropäischen Streiks und Kundgebungen. Eine europäische Volksabstimmung, die den Wirtschaftskurs regeln würde, wäre zum Beispiel eine basisdemokratische Idee.
Wer hat schließlich jemals die Bürger/Innen der EU gefragt, ob sie denn für battle groups, für gesamteuropäische Aufrüstung, für jährliche Steuerzuckerl für Großindustrielle und Superreiche, für neoliberale Wirtschaftspolitik und für undurchsichtige und dubiose Förderungen von ebenso dubiosen und undurchsichtigen Firmen, Institutionen usw. ?
Niemand. Allerdings befürchte ich, dass die ohnehin wirtschaftlich potenten Gruppierungen im Falle einer solchen Abstimmung jede Menge Geld und Kapital einsetzen würden, um Neoliberalismus durchzusetzen. Daher müsste bereits jetzt der Spatenstich gesetzt werden zu einer gesamteuropäischen Vernetzung, sowie einer breiten Bildungsoffensive.
Die unsichtbare Grenze zwischen intellektuellen Hungerleidern und Proletariat muss endlich durchbrochen und zusammengeführt werden. In den 1968er Jahren hat dies schon einmal über kurz funktioniert, wenngleich danach womöglich die Gräben tiefer als vorher waren.
Lassen wir es auf einen neuen Versuch ankommen- Denn nur wer versucht, kann scheitern.
Meine Meinung ist allerdings völlig anders- Ich bin der Ansicht, dass die Schuld an dieser Krise nicht die USA allein zu tragen hat. Es sind China, das aufstrebende (Neoliberalisten sind allen Ernstes dieser Meinung, dass dieses Land aufstrebt) Indien, die NAFTA (also USA, Kanada und Mexiko), die Tigerstaaten, das wirtschaftspolitisch korrupte Russland und selbstverständlich die EU.
Die Täter sind des Weiteren die Weltbank und die WTO, um nur einige zu nennen.
Hauptgrund dieser Wirtschaftskrise ist das neoliberale Paradigma, dass in das ohnehin widersprüchliche, kapitalistische System eingenistet wurde (ich schreibe bewusst „wurde“, nicht eingenistet hat, da es Interessensgruppen gibt, die gehandelt haben) und den Menschen immer schneller und schneller die Fehler des kapitalistischen Systems aufzeigen werden.
Kapitalismus funktioniert einfach auf Dauer nicht. Lediglich durch Ausgleichsmechanismen wie staatliche Regulierungen und breit angelegte Spielregeln ist es möglich, die offensichtlichen Fehler dieses Systems einigermaßen „auszugleichen“.
Ohne diese staatlichen Regulierungen wird die so genannte „invisible hand“ des Marktes über kurz oder lang immer wieder den Markt vernichten. Und aufgrund der in den letzten Jahren praktizierten Politik wird es auf Dauer keinen Staat geben, der über die Möglichkeiten, geschweige denn überhaupt über den Einfluss verfügt, die Wirtschaftskatastrophe abwenden zu können.
Das führt uns zurück zur EU. Jetzt in der Krise gibt es also allen Ernstes ein aufsteigendes, österreichisches EURO- Barometer?
Ich bin der Ansicht, dass nun endgültig viele neue Errungenschaften, die der momentan in der Schwebe liegende Vertrag von Lissabon beinhalten würde, initiiert werden müssen. Dazu zähle ich zum Beispiel die Gründung, bzw. Vernetzung von europäischen Gewerkschaften, europäischen Interessensgruppen- solidarischen, gesamteuropäischen Streiks und Kundgebungen. Eine europäische Volksabstimmung, die den Wirtschaftskurs regeln würde, wäre zum Beispiel eine basisdemokratische Idee.
Wer hat schließlich jemals die Bürger/Innen der EU gefragt, ob sie denn für battle groups, für gesamteuropäische Aufrüstung, für jährliche Steuerzuckerl für Großindustrielle und Superreiche, für neoliberale Wirtschaftspolitik und für undurchsichtige und dubiose Förderungen von ebenso dubiosen und undurchsichtigen Firmen, Institutionen usw. ?
Niemand. Allerdings befürchte ich, dass die ohnehin wirtschaftlich potenten Gruppierungen im Falle einer solchen Abstimmung jede Menge Geld und Kapital einsetzen würden, um Neoliberalismus durchzusetzen. Daher müsste bereits jetzt der Spatenstich gesetzt werden zu einer gesamteuropäischen Vernetzung, sowie einer breiten Bildungsoffensive.
Die unsichtbare Grenze zwischen intellektuellen Hungerleidern und Proletariat muss endlich durchbrochen und zusammengeführt werden. In den 1968er Jahren hat dies schon einmal über kurz funktioniert, wenngleich danach womöglich die Gräben tiefer als vorher waren.
Lassen wir es auf einen neuen Versuch ankommen- Denn nur wer versucht, kann scheitern.
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Job- Nein, aber wir wünschen viel Glück
Oftmals denke ich so bei mir, dass ich wohl zu einer verlorenen Generation gehöre. Viele Menschen in meinem Alter, die in das Berufsleben einsteigen wollten und/oder es immer noch vorhaben, arbeiten jenseits ihrer Qualifikation.
Ich absolvierte eine Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe und demzufolge wurde uns immer eingetrichtert, dass wir zur Hot Volley gehören, insofern wir sie abschließen.
Nun, mir blieb das Vorrecht verwährt und ich konnte diese Schule nicht abschließen. Dennoch war ich noch längere Zeit mit einigen ehemaligen Mitschüler/Innen sporadisch in Kontakt und war bald verwundert.
„Alle zehn Finger werden sie sich nach euch lecken,…“ wurde uns immer gesagt. „Ja die im Gymnasium, die können ja nichts- Aber ihr im Vergleich…“ kamen die Aussagen Tagein Tagaus.
Unter den Absolvent/Innen meiner Schule arbeitete ein Mädchen bis vor kurzem nachweislich beim H&M. Eine andere Person hatte einen Job gesucht, keinen gefunden und danach erst beschlossen, zu studieren.
Warum also gibt es offensichtlich in meiner Generation keine guten Jobchancen?
Das Computerzeitalter setzte unmittelbar und endgültig während der ersten oder zweiten Klasse Oberstufe ein.
Demzufolge ist so ziemlich jede Person, die auch nur 1, 2 Jahre jünger ist bereits um einiges besser qualifiziert in diesem Bereich. Des Weiteren bin ich mit meinen 25 Jahren in einer Welt aufgewachsen, in der es keine „Schande“, noch ein Ausdruck für besonders verachtenswerte Ausbildung gewesen ist, eine Lehre absolviert zu haben.
Richtig- Aufgewachsen bin ich in dieser Zeit. Die Schule letztendlich fertig gemacht habe ich allerdings in einer Zeit, in der ich als Schulabbrecher kurz vor der Matura nicht mal qualifiziert war, um eine einfache Lehre als Reisebüroassistent zu erhaschen.
In diesen wenigen Jahren vollzog sich eindeutig ein Wechsel des Alltages.
Noch wenige Jahre vorher (drehen wir die Uhr um ungefähr 10 Jahre zurück) wären Schulabbrecher im Vergleich dazu mit Handkuss als Lehrlinge aufgenommen worden.
Ich lebe also nun in einer Zeit, in der ich einerseits keinen einfacheren Job bekomme, weil ich mit meinen 25 im qualifizierten Bereich noch kaum Erfahrungen habe. Da sind mir einfach die ehemaligen Lehrlinge voraus. Einen weniger qualifizierten Job bekomme ich schwer, und wenn, dann nur unter prekären Arbeits- und Vertragsverhältnissen.
Bereits jetzt geht in meiner, wie ich sie so oft nenne- verlorene Generation, die Angst um, dass beim Abschluss des Studiums es noch „besser“ wird.
Da stellen wir uns schon richtiggehend darauf ein, dass wir dann als Herr und Frau Doktor soundso zu wenig Erfahrung haben, für einen Job im akademischen Umfeld, zu überqualifiziert sind für eine simplere Arbeit im Büro und zu guter Letzt darum kämpfen müssen, im Winter in Wien Schnee schaufeln zu können.
Denn viele Akademiker/Innen meiner Generation sind aus der Not geboren. Allein aus meiner letzten Klasse aus der HBLA fallen mir mehrere Fälle ein, die allein aufgrund des Perspektivenmangels das Unileben dem Arbeitsleben vorgezogen haben.
In weiterer Folge habe ich letztendlich ein Abendgymnasium mit Matura abgeschlossen. Und dort bin ich dann erst recht auf unzählige Personen getroffen, die im eigentlichen Sinne Schulabbrecher/Innen waren und wussten, dass sie ohne Matura keine Chance auf einen einigermaßen gut bezahlten Job haben.
Schon zur damaligen Zeit habe ich oftmals nach guten Jobs Ausschau gehalten und bald aufgegeben, in der Annahme, dass ich aufgrund der fehlenden Matura keine geeignete Beschäftigung finden würde.
Nun- Mehrere Jahre danach habe ich immer noch die selben Erfahrungen im Angestelltenverhältnis: Nämlich so gut wie keine. Sicherlich, einige Zeit war ich geringfügig angestellt, doch auch in dieser Zeit habe ich mehrfach nach Teilzeitbeschäftigungen im Angestelltenverhältnis gesucht, gelegentlich welche gefunden und wurde abgelehnt.
Meine Generation ist mittlerweile eine Welt, die das normale Dienstverhältnis, wie es über Jahrzehnte Brauch war, kaum noch kennt.
Prekäre Arbeitsverhältnisse, keine Überstundenzuschläge, zu lange Arbeitszeiten und Terror/ Überwachung am Arbeitsplatz sind für viele Menschen meiner Zeit schon Gewohnheit und werden gar nicht mehr angeklagt.
„Ja so ist das halt,…“ sagen dann viele Betroffenen und meinen, dass es schon immer so war und immer so sein wird. Allein mein älterer Bruder und einige Freunde, die um mehrere Jahre älter sind als ich sind mein Zeuge: Diese gegenwärtige Welt wurde konstruiert und geschaffen und jetzt hört Alle zu: Sie kann sich auch ändern.“
Und weil ich das glaube, und weil ich mich dafür engagiere, und weil ich immer diesen Gedanken in mir tragen werde, und weil ich nie aufgeben werde- Deshalb mache ich weiter.
Ich absolvierte eine Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe und demzufolge wurde uns immer eingetrichtert, dass wir zur Hot Volley gehören, insofern wir sie abschließen.
Nun, mir blieb das Vorrecht verwährt und ich konnte diese Schule nicht abschließen. Dennoch war ich noch längere Zeit mit einigen ehemaligen Mitschüler/Innen sporadisch in Kontakt und war bald verwundert.
„Alle zehn Finger werden sie sich nach euch lecken,…“ wurde uns immer gesagt. „Ja die im Gymnasium, die können ja nichts- Aber ihr im Vergleich…“ kamen die Aussagen Tagein Tagaus.
Unter den Absolvent/Innen meiner Schule arbeitete ein Mädchen bis vor kurzem nachweislich beim H&M. Eine andere Person hatte einen Job gesucht, keinen gefunden und danach erst beschlossen, zu studieren.
Warum also gibt es offensichtlich in meiner Generation keine guten Jobchancen?
Das Computerzeitalter setzte unmittelbar und endgültig während der ersten oder zweiten Klasse Oberstufe ein.
Demzufolge ist so ziemlich jede Person, die auch nur 1, 2 Jahre jünger ist bereits um einiges besser qualifiziert in diesem Bereich. Des Weiteren bin ich mit meinen 25 Jahren in einer Welt aufgewachsen, in der es keine „Schande“, noch ein Ausdruck für besonders verachtenswerte Ausbildung gewesen ist, eine Lehre absolviert zu haben.
Richtig- Aufgewachsen bin ich in dieser Zeit. Die Schule letztendlich fertig gemacht habe ich allerdings in einer Zeit, in der ich als Schulabbrecher kurz vor der Matura nicht mal qualifiziert war, um eine einfache Lehre als Reisebüroassistent zu erhaschen.
In diesen wenigen Jahren vollzog sich eindeutig ein Wechsel des Alltages.
Noch wenige Jahre vorher (drehen wir die Uhr um ungefähr 10 Jahre zurück) wären Schulabbrecher im Vergleich dazu mit Handkuss als Lehrlinge aufgenommen worden.
Ich lebe also nun in einer Zeit, in der ich einerseits keinen einfacheren Job bekomme, weil ich mit meinen 25 im qualifizierten Bereich noch kaum Erfahrungen habe. Da sind mir einfach die ehemaligen Lehrlinge voraus. Einen weniger qualifizierten Job bekomme ich schwer, und wenn, dann nur unter prekären Arbeits- und Vertragsverhältnissen.
Bereits jetzt geht in meiner, wie ich sie so oft nenne- verlorene Generation, die Angst um, dass beim Abschluss des Studiums es noch „besser“ wird.
Da stellen wir uns schon richtiggehend darauf ein, dass wir dann als Herr und Frau Doktor soundso zu wenig Erfahrung haben, für einen Job im akademischen Umfeld, zu überqualifiziert sind für eine simplere Arbeit im Büro und zu guter Letzt darum kämpfen müssen, im Winter in Wien Schnee schaufeln zu können.
Denn viele Akademiker/Innen meiner Generation sind aus der Not geboren. Allein aus meiner letzten Klasse aus der HBLA fallen mir mehrere Fälle ein, die allein aufgrund des Perspektivenmangels das Unileben dem Arbeitsleben vorgezogen haben.
In weiterer Folge habe ich letztendlich ein Abendgymnasium mit Matura abgeschlossen. Und dort bin ich dann erst recht auf unzählige Personen getroffen, die im eigentlichen Sinne Schulabbrecher/Innen waren und wussten, dass sie ohne Matura keine Chance auf einen einigermaßen gut bezahlten Job haben.
Schon zur damaligen Zeit habe ich oftmals nach guten Jobs Ausschau gehalten und bald aufgegeben, in der Annahme, dass ich aufgrund der fehlenden Matura keine geeignete Beschäftigung finden würde.
Nun- Mehrere Jahre danach habe ich immer noch die selben Erfahrungen im Angestelltenverhältnis: Nämlich so gut wie keine. Sicherlich, einige Zeit war ich geringfügig angestellt, doch auch in dieser Zeit habe ich mehrfach nach Teilzeitbeschäftigungen im Angestelltenverhältnis gesucht, gelegentlich welche gefunden und wurde abgelehnt.
Meine Generation ist mittlerweile eine Welt, die das normale Dienstverhältnis, wie es über Jahrzehnte Brauch war, kaum noch kennt.
Prekäre Arbeitsverhältnisse, keine Überstundenzuschläge, zu lange Arbeitszeiten und Terror/ Überwachung am Arbeitsplatz sind für viele Menschen meiner Zeit schon Gewohnheit und werden gar nicht mehr angeklagt.
„Ja so ist das halt,…“ sagen dann viele Betroffenen und meinen, dass es schon immer so war und immer so sein wird. Allein mein älterer Bruder und einige Freunde, die um mehrere Jahre älter sind als ich sind mein Zeuge: Diese gegenwärtige Welt wurde konstruiert und geschaffen und jetzt hört Alle zu: Sie kann sich auch ändern.“
Und weil ich das glaube, und weil ich mich dafür engagiere, und weil ich immer diesen Gedanken in mir tragen werde, und weil ich nie aufgeben werde- Deshalb mache ich weiter.
Dienstag, 9. Dezember 2008
Machtlücken und Multitasking

Ich bin wirklich überrascht von den ständigen Erneuerungen unserer Welt. Ständig werden Geräte entwickelt, ausgebaut und erweitert, die es ermöglichen, mobil zu arbeiten, zu schreiben, zu reproduzieren usw. Internetzugang gibt es mittlerweile im Kühlschrank, im Handy, zu Hause, unterwegs am Labtop, am so genannten PDA, Netbook usw. Telefonieren kann ich nahezu überall ohne Begrenzung und bekomme dabei noch ein Handy geschenkt. Demnach müsste es ja jetzt Unmengen von mehr Freizeit geben als es früher war, weil während in vergangenen Zeiten die Menschen wo hinfahren mussten und dabei sangen und tranken (etwa auf Kutschen usw.), so können sie jetzt konzentriert bereits arbeiten und sind womöglich schon weiter bei der Ankunft , als es die Menschen früher nach mehreren Tagen waren.
Dennoch gibt es immer mehr Arbeit, immer mehr Stress und immer mehr verschiedenste Aufgaben für den Einzelnen. Zumindest zum Schein- Denn so viel muss schon gesagt werden- Viele Leben nur davon, so zu tun als ob- im Übrigen: Das nicht nur in der Arbeit, sondern auch privat.
Die Auswirkungen der technischen Auskotzungen sind klar: Immer variablere, flexiblere Arbeitszeit, mehr Aufgaben, mehr grundsätzliche Anforderungen , die dann allerdings letztendlich aufgrund der Technisierung zumeist sogar weniger gebraucht werden.
Das ganze führt so weit, dass es sicherlich erwiesenermaßen Menschen gibt, die nicht mal genau über ihre Aufgaben im Detail Bescheid wissen und/oder Geschäftsmänner, die nicht ihren gesamten Besitz und ihre Investitionen kennen.
In all diesem Umfeld entstehen Lücken der Macht und der Arbeitswelt. Die Lücken der Arbeitswelt werden teilweise durch die Mitarbeiter/Innen für Sabotageakte gegen die eigene Firma genutzt. Die Lücken der Macht werden für Geldwäsche, Steuerbetrug oder der legale Weg des Steuerbetrugs, die Steueroasen genutzt und jeden Tag entstehen neue Löcher in der Grundstruktur der Macht.
Ich möchte sogar so weit gehen, und dem Ganzen den treffsicheren Namen „Machtvakuum“ geben. Denn tatsächlich gibt es ja rundherum Macht, und der Einflussbereich ist allerdings nicht groß genug, um Alles zu umfassen. Wirtschaftspolitik kritische und aufmerksame Menschen werden wohl anmerken, dass dieses Vakuum bewusst herbeigeführt wird, um die ganz großen Wirtschaftsindustrien durch Zuckerl zusätzlich zu entlasten.
Schließlich brauchen die es am aller Nötigsten.
Je kleiner und finanziell weniger lukrativ, desto kleiner und geringer das Machtvakuum.
Ganz selten gibt uns die Politik oder der so genannte „Staat“ ein kleines Häppchen Gerechtigkeit und verfolgt wie in Deutschland zum Beispiel Steuerbetrüger über Disketten und CDs nach Liechtenstein. Demonstrativ werden dann wenige Fälle bekannt und Steuern müssen nachbezahlt werden, doch verehrtes Publikum: Seien sie sich sicher: Hinter dem Vorhang ist eine elitäre Gruppe von Menschen, die sich ins Fäustchen lacht und weiter „arbeitet“.
Dennoch gibt es immer mehr Arbeit, immer mehr Stress und immer mehr verschiedenste Aufgaben für den Einzelnen. Zumindest zum Schein- Denn so viel muss schon gesagt werden- Viele Leben nur davon, so zu tun als ob- im Übrigen: Das nicht nur in der Arbeit, sondern auch privat.
Die Auswirkungen der technischen Auskotzungen sind klar: Immer variablere, flexiblere Arbeitszeit, mehr Aufgaben, mehr grundsätzliche Anforderungen , die dann allerdings letztendlich aufgrund der Technisierung zumeist sogar weniger gebraucht werden.
Das ganze führt so weit, dass es sicherlich erwiesenermaßen Menschen gibt, die nicht mal genau über ihre Aufgaben im Detail Bescheid wissen und/oder Geschäftsmänner, die nicht ihren gesamten Besitz und ihre Investitionen kennen.
In all diesem Umfeld entstehen Lücken der Macht und der Arbeitswelt. Die Lücken der Arbeitswelt werden teilweise durch die Mitarbeiter/Innen für Sabotageakte gegen die eigene Firma genutzt. Die Lücken der Macht werden für Geldwäsche, Steuerbetrug oder der legale Weg des Steuerbetrugs, die Steueroasen genutzt und jeden Tag entstehen neue Löcher in der Grundstruktur der Macht.
Ich möchte sogar so weit gehen, und dem Ganzen den treffsicheren Namen „Machtvakuum“ geben. Denn tatsächlich gibt es ja rundherum Macht, und der Einflussbereich ist allerdings nicht groß genug, um Alles zu umfassen. Wirtschaftspolitik kritische und aufmerksame Menschen werden wohl anmerken, dass dieses Vakuum bewusst herbeigeführt wird, um die ganz großen Wirtschaftsindustrien durch Zuckerl zusätzlich zu entlasten.
Schließlich brauchen die es am aller Nötigsten.
Je kleiner und finanziell weniger lukrativ, desto kleiner und geringer das Machtvakuum.
Ganz selten gibt uns die Politik oder der so genannte „Staat“ ein kleines Häppchen Gerechtigkeit und verfolgt wie in Deutschland zum Beispiel Steuerbetrüger über Disketten und CDs nach Liechtenstein. Demonstrativ werden dann wenige Fälle bekannt und Steuern müssen nachbezahlt werden, doch verehrtes Publikum: Seien sie sich sicher: Hinter dem Vorhang ist eine elitäre Gruppe von Menschen, die sich ins Fäustchen lacht und weiter „arbeitet“.
Der bürokratische Beamte

Bürokratismus hat in Österreich langjährige Tradition.
Egal ob man eine Gemeindewohnung beantragen möchte, Miete zahlen, auf der Uni inskribieren oder den Führerschein abholt- immer gibt es schier unwahrscheinlich hohe Mauern des bürokratischen Unfugs. Dabei wurde mir erst unlängst gesagt, dass der Bürokratismus stark abgebaut wurde. Und tatsächlich stimmt dies sogar. Mittlerweile kann man zum Beispiel durch eine Einzahlung einigermaßen bequem den geschafften Führerschein erlangen, der einem dann sogar per Post zugeschickt wird. Während ich den B- Schein gemacht und abgeholt habe, musste ich noch zum Verkehrsamt- einen langen Weg und Wartezeiten auf mich nehmen.
Selbst die Errungenschaften, die wir im Zuge unserer Zivilisation entwickelt haben, um Bürokratismus abzubauen, erfordern vorher bürokratische Maßnahmen. So ist es zum Beispiel oftmals nicht möglich, eine Einzugsermächtigung vom Adressat selbst aus direkt abzugeben. Man muss also, um zu verhindern, dass man ständig Erlagscheine schicken muss einen Brief schicken per Post, der die Einzugsermächtigung enthält. Und wenn man selbst dort ist, wo man das Geld hinschicken möchte, dann genügt es nicht, diese Ermächtigung dort gleich persönlich zu geben- Nein, wir sind wirklich eine seltsame Spezies.
Um die Studienbeihilfe weiter zu erhalten und eventuell nicht zurückzahlen zu müssen, müssen viele Student/Innen regelmäßig bestätigen, dass sie Student/Innen sind. Trotzdem allein der Umstand, dass man Noten vorweist von der Hauptuniversität zum Beispiel- meiner Ansicht nach Indiz genug sein müsste.
Mit viel Ehrfurcht denke ich an die vielen Jahrzehnte, in denen die Österreicher und Österreicherinnen jeden Zahlungsverkehr mit ERLAGSCHEIN erledigen mussten. Für jede einzelne Zahlung mussten sie zur Post oder zur Bank. Jeder einzelne Schritt musste bereits Wochen im Vorhinein geplant sein- denn man musste sich ja die Erlagscheine aufheben, zurechtlegen usw.
Um die Studienbeihilfe weiter zu erhalten und eventuell nicht zurückzahlen zu müssen, müssen viele Student/Innen regelmäßig bestätigen, dass sie Student/Innen sind. Trotzdem allein der Umstand, dass man Noten vorweist von der Hauptuniversität zum Beispiel- meiner Ansicht nach Indiz genug sein müsste.
Mit viel Ehrfurcht denke ich an die vielen Jahrzehnte, in denen die Österreicher und Österreicherinnen jeden Zahlungsverkehr mit ERLAGSCHEIN erledigen mussten. Für jede einzelne Zahlung mussten sie zur Post oder zur Bank. Jeder einzelne Schritt musste bereits Wochen im Vorhinein geplant sein- denn man musste sich ja die Erlagscheine aufheben, zurechtlegen usw.
Generell hat in der Verwaltung und im privaten Markt die spontane Handlung stark zugenommen. Allein aufgrund Internet, Handy oder auch E- Banking kann man mittlerweile mit dem richtigen Know How schneller einen Bausparvertrag abschließen, als in früheren Zeiten seine Rechnungen bezahlen.
Auf den Universitäten haben diese abgebauten, bürokratischen Hindernisse noch nicht Einzug gefunden. Um Informationen einholen zu können, allein NUR Informationen, müssen teilweise stundenlange Wartezeiten eingeplant werden.
Auf den Universitäten haben diese abgebauten, bürokratischen Hindernisse noch nicht Einzug gefunden. Um Informationen einholen zu können, allein NUR Informationen, müssen teilweise stundenlange Wartezeiten eingeplant werden.
Am Anfang eines neuen Semesters sind die Schlangen teilweise so lang, dass man sich bereits außerhalb des Ganges im Freien anstellen muss.
Wobei man dann nicht mal die Informationen zu der Erledigung, die man gerade machen möchte, erhält, sondern lediglich zu technokratischen Mitarbeiter/Innen weitergereicht wird, die lediglich Alles vollziehen, aber nicht wissen, wohin und wie usw. Dazu muss man dann wieder zu einer anderen Schlange.
Auch das Arbeitsamt ist reiner Bürokratismus. Man muss sich regelmäßig melden, Gespräche führen und bekommt Jobs zugewiesen. Wobei man glücklicherweise (oder ist es eher schlecht) sagen muss, dass man ohnehin verlassen ist, insofern man sich auf das AMS verlässt, dass es einem einen Job besorgt.
Wobei man dann nicht mal die Informationen zu der Erledigung, die man gerade machen möchte, erhält, sondern lediglich zu technokratischen Mitarbeiter/Innen weitergereicht wird, die lediglich Alles vollziehen, aber nicht wissen, wohin und wie usw. Dazu muss man dann wieder zu einer anderen Schlange.
Auch das Arbeitsamt ist reiner Bürokratismus. Man muss sich regelmäßig melden, Gespräche führen und bekommt Jobs zugewiesen. Wobei man glücklicherweise (oder ist es eher schlecht) sagen muss, dass man ohnehin verlassen ist, insofern man sich auf das AMS verlässt, dass es einem einen Job besorgt.
Insbesondere während der furchtbaren Jahre der schwarz- blauen Bundesregierung nahm der Wahnsinn beim AMS einen völlig neuen Grad an. Oftmals wirkte es so, als wäre die einzige Aufgabe des Arbeitsamtes, Arbeitslosigkeit zu verschleiern, statt zu verhindern und/oder zu minimieren.
Um eine Gemeindewohnung in Wien zugeteilt zu bekommen, muss man in der Bundeshauptstadt durchgängig in der selben Wohnung gemeldet sein. Dabei ist es egal, ob man sein ganzes Leben in Wien gelebt, oder gerade erst einen Umzug durchgemacht hat.
MA 2412 lässt grüßen.
Um eine Gemeindewohnung in Wien zugeteilt zu bekommen, muss man in der Bundeshauptstadt durchgängig in der selben Wohnung gemeldet sein. Dabei ist es egal, ob man sein ganzes Leben in Wien gelebt, oder gerade erst einen Umzug durchgemacht hat.
MA 2412 lässt grüßen.
Um überhaupt in den Pool derjenigen zu kommen, die auf eine Wohnung warten können, muss man unzählige bürokratische Hürden erfüllen und/oder überspringen. Man darf nicht zuviel verdienen, die Wohnung in der gegenwärtig gelebt wird darf nicht zumutbar sein usw.
Bürokratismus in unserem Alltag- Die Ausschweifungen der Verwaltungen darf nicht so weit gehen, dass sie eine ernste Belastung der Menschen werden. Und dennochà Der Bürokratismus ist eine starke Belastung- nicht nur für die unter Anführungszeichen „Opfer“, sondern auch für die technokratischen Vollstrecker- die Beamten und öffentlich Bediensteten.
Bürokratismus in unserem Alltag- Die Ausschweifungen der Verwaltungen darf nicht so weit gehen, dass sie eine ernste Belastung der Menschen werden. Und dennochà Der Bürokratismus ist eine starke Belastung- nicht nur für die unter Anführungszeichen „Opfer“, sondern auch für die technokratischen Vollstrecker- die Beamten und öffentlich Bediensteten.
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Dienstag, 2. Dezember 2008
Nie mehr Prekär!

Im Einzelhandel zu arbeiten wird ja letztendlich auch immer mehr zu einer prekären Arbeitssituation. Die Arbeit wird mittlerweile nahezu überall „outgesourct“. Dieses Fremdwort bezeichnet die Abschiebung und Verantwortung von Arbeit zu anderen Arbeitgebern, die ihrerseits wiederum an der Verrichtung der Arbeit einer einzelnen Person profitieren.
So gibt es mittlerweile ein reges Treiben im Einzelhandel, bei Hilfsarbeiterjobs und selbst bei Jobs bei denen hohe Qualifikationen von Nöten sind, wird umstrukturiert. Jobs, die früher drei Vollzeitbeschäftigte erledigt haben, werden nunmehr von 4 geringfügig beschäftigten Menschen ausgeübt.
Dieser Umstand greift jetzt in das Leben von Student/Innen nicht tief ein, da ja diese ohnehin zumeist nicht Vollzeit arbeiten können. Doch spätestens nach abgeschlossenem Studium wird einem schnell klar, dass der „Wert“ einer qualifizierten Arbeitskraft stark gesunken ist. Und letztendlich wird einem auch immer suggeriert, dass man nichts „wert“ ist. Wann auch immer in einem Unternehmen gespart werden muss, sogleich müssen es zumeist die kleinen Angestellten ausbaden. Da gibt es dann kein Weihnachtsgeld, keine Gehaltserhöhungen, Massenentlassung und so Weiter. Auf der anderen Seite wiederum werden dann oftmals noch hohe Managergehälter erhöht und/ oder sogar neue Positionen geschaffen, um eine Person in einen bestbezahlten Job zu hieven.
Die Schieflage wird immer auffälliger. Naja, im Einzelhandel jedenfalls, da muss man schon sehr viel Glück haben, um erstens in ein nettes Team integriert zu werden und um zweitens, nicht prekär, unterbezahlt, ohne soziale Sicherheit oder unter starkem Stress arbeiten zu müssen.
Sehr beliebt sind auch mittlerweile die Schnupperstunden. Das sind Stunden, in denen man unentgeltlich arbeitet und/oder eigentlich Nichts macht, und lediglich „schnuppert“, um dann womöglich nach Hause geschickt zu werden.
Und gerade jetzt zur Weihnachtszeit, da boomt sie wieder- die Schnupper- und prekäre Arbeitszeit. Damit Herr und Frau Österreicher gut beraten werden können, werden unangelernte, uneingeschulte und mitunter auch komplett unmotivierte, zusätzliche Kräfte engagiert. Da werden dann seitens der Promotionfirmen mitunter völlig wahllos irgendwelche Menschen aufgenommen, die ja ohnehin nur auf Provision arbeiten, um einen Mobilfunkanbieter zu bewerben. Und bezahlt wird gut, insofern man viele Handys verkauft- Und ebenso wird auch nahezu Nichts bezahlt- Insofern die Verkäufer/Innen keinen Erfolg haben.
Und da haben wir es ja wieder: Das Glück ist ein Vogerl und genau deshalb, hat es bei Bezahlung Nichts verloren. Also weg mit Arbeitsplätzen auf Provisionsbasis ohne Fixum, weg mit mies bezahlten Mc Jobs, Aushilfsjobs, Student/Innenjobs die Nichts hergeben und her mit dem Schönen Leben- Her mit Kollektivverträgen, Arbeitsverträgen und Reformen, die solche prekären Arbeitsverhältnisse unmöglich machen…
So gibt es mittlerweile ein reges Treiben im Einzelhandel, bei Hilfsarbeiterjobs und selbst bei Jobs bei denen hohe Qualifikationen von Nöten sind, wird umstrukturiert. Jobs, die früher drei Vollzeitbeschäftigte erledigt haben, werden nunmehr von 4 geringfügig beschäftigten Menschen ausgeübt.
Dieser Umstand greift jetzt in das Leben von Student/Innen nicht tief ein, da ja diese ohnehin zumeist nicht Vollzeit arbeiten können. Doch spätestens nach abgeschlossenem Studium wird einem schnell klar, dass der „Wert“ einer qualifizierten Arbeitskraft stark gesunken ist. Und letztendlich wird einem auch immer suggeriert, dass man nichts „wert“ ist. Wann auch immer in einem Unternehmen gespart werden muss, sogleich müssen es zumeist die kleinen Angestellten ausbaden. Da gibt es dann kein Weihnachtsgeld, keine Gehaltserhöhungen, Massenentlassung und so Weiter. Auf der anderen Seite wiederum werden dann oftmals noch hohe Managergehälter erhöht und/ oder sogar neue Positionen geschaffen, um eine Person in einen bestbezahlten Job zu hieven.
Die Schieflage wird immer auffälliger. Naja, im Einzelhandel jedenfalls, da muss man schon sehr viel Glück haben, um erstens in ein nettes Team integriert zu werden und um zweitens, nicht prekär, unterbezahlt, ohne soziale Sicherheit oder unter starkem Stress arbeiten zu müssen.
Sehr beliebt sind auch mittlerweile die Schnupperstunden. Das sind Stunden, in denen man unentgeltlich arbeitet und/oder eigentlich Nichts macht, und lediglich „schnuppert“, um dann womöglich nach Hause geschickt zu werden.
Und gerade jetzt zur Weihnachtszeit, da boomt sie wieder- die Schnupper- und prekäre Arbeitszeit. Damit Herr und Frau Österreicher gut beraten werden können, werden unangelernte, uneingeschulte und mitunter auch komplett unmotivierte, zusätzliche Kräfte engagiert. Da werden dann seitens der Promotionfirmen mitunter völlig wahllos irgendwelche Menschen aufgenommen, die ja ohnehin nur auf Provision arbeiten, um einen Mobilfunkanbieter zu bewerben. Und bezahlt wird gut, insofern man viele Handys verkauft- Und ebenso wird auch nahezu Nichts bezahlt- Insofern die Verkäufer/Innen keinen Erfolg haben.
Und da haben wir es ja wieder: Das Glück ist ein Vogerl und genau deshalb, hat es bei Bezahlung Nichts verloren. Also weg mit Arbeitsplätzen auf Provisionsbasis ohne Fixum, weg mit mies bezahlten Mc Jobs, Aushilfsjobs, Student/Innenjobs die Nichts hergeben und her mit dem Schönen Leben- Her mit Kollektivverträgen, Arbeitsverträgen und Reformen, die solche prekären Arbeitsverhältnisse unmöglich machen…
Montag, 1. Dezember 2008
Thomas Bernhard: Die Kälte- Eine Isolation

Der junge Bernhard wird eingeliefert in Grafenhof. Grafenhof ist eine berüchtigte Lungenheilstätte, in der nur total hoffnungslose und/ oder junge, bei denen sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, eingewiesen werden.
In Grafenhof regiert nur das braune Spuckglas. Den ganzen Tag werden die Menschen dort nur angehalten, Sputum zu produzieren und in einem Glas zu sammeln.
Anfänglich hat Bernhard größte Probleme. Er ist nicht „positiv“, das bedeutet, dass er nicht ansteckend war. Die offene Lungentuberkulose konnte nicht diagnostiziert werden. Er war ein Ausgestossener, ein Aussenseiter und nicht willkommen. Zu Beginn war es ihm nicht einmal möglich gewesen, überhaupt eine ausreichende Menge Sputum zu produzieren, um überhaupt einer medizinischen Analyse gerechtfertigt zu werden.
Mit aller Gewalt schafft es Bernhard letztendlich doch, Sputum zu produzieren. Er ist negativ. Im Laufe seines Aufenthaltes in Grafenhof lernt er einen jungen Mann kennen, der ungefähr 10 Jahre älter sein muss als Bernhard. Er spielt das Harmonium in der Kirche, in der Bernhard jetzt ebenfalls, nicht aus Religiosität sondern aus Liebe zur Musik geht.
Der Mann lernt ihm auch ein wenig Italienisch. Bernhard beschließt an seinem Traum Sänger zu werden fest zu halten. Ihm erscheint es dazu nützlich der italienischen Sprache fähig zu sein und lernt fleißig mit dem Herren. Er unternimmt auch Spaziergänge mit ihm- Heimlich versteht sich. Eines Tages wird der Mann „gesund“ entlassen. Von nun an nimmt ihn Bernhard als Vorbild und möchte ebenso entlassen werden. Tatsächlich verbessert sich sein Gesundheitszustand merklich und er wird ebenso entlassen. Nur wenige Tage darauf wird an ihm die offene Lungentuberkulose festgestellt. Er wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo ihm sein „Pneu“ ruiniert wird. Regelmäßig muss Bernhards Lunge aufgeblasen werden. Dazu wird eine Art „Schlauch“ benutzt der Luft in seine Lunge bläst. Nach einer Unachtsamkeit des Arztes, er telefonierte gerade während des „Aufblasvorganges“ mit der Schwester (Es ging um das Essen), wird der Pneu Bernhards unbrauchbar und ihm wird etwas Neues eröffnet. Er bekommt eine Art „Bauchpneu“, dass vor ihm nur an drei Personen getestet wurde. Um das Pneu anzulegen, muss Bernhard bei vollem Bewusstsein operiert werden. Während dieser Operation stellt er fest, dass der Operateur kein geringerer ist als der „Mörder“ seines Großvaters. Während dieses Romans stirbt nämlich die wichtigste Bezugsperson in Bernhards damaligen, noch sehr jungen Leben. Ihm wird eine schwerwiegende Krankheit diagnostiziert, obwohl es sich lediglich um eine bis zum Platzen gefüllte Blase gehandelt hatte. Bei der Operation kommt Bernhards Großvater ums Leben. Nicht nur Bernhards Großvater geht es schlecht. Seine Mutter liegt mit Gebärmutterkrebs im Sterben. Sie stirbt ebenfalls an einem Fehler der Ärzte. Die Operation, die für seine Mutter lebensrettend hätte sein sollen, kam ein Jahr zu spät.
Nach einem langen Aufenthalt im Krankenhaus geht es zurück nach Grafenhof. Dort kommt er mit einem Doktor, einem Sozialisten ins Zimmer, der jedem im Krankenhaus einfach nur unangenehm ist- In einer so erzkatholisch, nationalsozialistischen Stimmung wie sie Bernhard beschreibt auch nicht verwunderlich. Nachdem der Sozialist, der jedem nur noch ein Dorn im Auge war, endlich gestorben war, wird auch Bernhard in ein anderes Zimmer mit drei anderen Bettgenossen gebracht.
Er beschließt heimlich wieder gesund zu werden. In Grafenhof schien nichts größer zu sein als der Wille zu sterben. Er beschloss überleben zu wollen und ließ sich daher nichts anmerken. Er ging jede Nacht regelmäßig spazieren, insbesondere nach St. Veit. Dort begann er auch zu singen. Ebenso setzte er von sich aus einfach nach und nach, gegen die Empfehlung der Ärzte die Medikamente ab usw. Nachdem die Menschen aus dem Krankenhaus Bernhards nächtliche Abenteuer bemerken, verbieten sie ihm diese mit Androhung des Rausschmisses aus Grafenhof. Es sei lebensgefährlich in Bernhards Zustand zu singen, trotzdem sich dessen Zustand doch seit dem Singen ständig gebessert hatte. Bernhard misstraute, und wurde gesund. Gegen den Willen der Ärzte entschloss er sich einfach, Grafenhof zu verlassen. Er kam nach Hause, an den Ort, wo nun kein Großvater und keine Mutter auf ihn wartete. Während eines kurzen Aufenthaltes zu Hause, nach dem ersten Grafenhof Aufenthalt und dem danach erfolgten Krankenhausaufenthalt hatte Bernhard die Kaufmannslehre ordnungsgemäß beendet. Einem Lungenkranken war aber eine Arbeit in einem Einzelhandel nicht zuzumuten, geschweige denn, dass den jungen Bernhard irgendjemand genommen hätte. Er lebt von der Sozialhilfe und schämt sich, wenn er sie abholt am Mozartplatz. Nachdem Bernhard einmal vergisst, sich ordnungsgemäß aufpumpen zu lassen, durch den Bauch, wie das ja auch früher im Krankenhaus und in Grafenhof passiert war, wird ihm nahe gelegt wieder nach Grafenhof zu fahren, aufgrund dessen, weil seine Heilung nicht mehr gewährleistet war. Bernhard wusste was zu tun war. Er ging nicht wieder zurück, und wurde gesund.
In Grafenhof regiert nur das braune Spuckglas. Den ganzen Tag werden die Menschen dort nur angehalten, Sputum zu produzieren und in einem Glas zu sammeln.
Anfänglich hat Bernhard größte Probleme. Er ist nicht „positiv“, das bedeutet, dass er nicht ansteckend war. Die offene Lungentuberkulose konnte nicht diagnostiziert werden. Er war ein Ausgestossener, ein Aussenseiter und nicht willkommen. Zu Beginn war es ihm nicht einmal möglich gewesen, überhaupt eine ausreichende Menge Sputum zu produzieren, um überhaupt einer medizinischen Analyse gerechtfertigt zu werden.
Mit aller Gewalt schafft es Bernhard letztendlich doch, Sputum zu produzieren. Er ist negativ. Im Laufe seines Aufenthaltes in Grafenhof lernt er einen jungen Mann kennen, der ungefähr 10 Jahre älter sein muss als Bernhard. Er spielt das Harmonium in der Kirche, in der Bernhard jetzt ebenfalls, nicht aus Religiosität sondern aus Liebe zur Musik geht.
Der Mann lernt ihm auch ein wenig Italienisch. Bernhard beschließt an seinem Traum Sänger zu werden fest zu halten. Ihm erscheint es dazu nützlich der italienischen Sprache fähig zu sein und lernt fleißig mit dem Herren. Er unternimmt auch Spaziergänge mit ihm- Heimlich versteht sich. Eines Tages wird der Mann „gesund“ entlassen. Von nun an nimmt ihn Bernhard als Vorbild und möchte ebenso entlassen werden. Tatsächlich verbessert sich sein Gesundheitszustand merklich und er wird ebenso entlassen. Nur wenige Tage darauf wird an ihm die offene Lungentuberkulose festgestellt. Er wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo ihm sein „Pneu“ ruiniert wird. Regelmäßig muss Bernhards Lunge aufgeblasen werden. Dazu wird eine Art „Schlauch“ benutzt der Luft in seine Lunge bläst. Nach einer Unachtsamkeit des Arztes, er telefonierte gerade während des „Aufblasvorganges“ mit der Schwester (Es ging um das Essen), wird der Pneu Bernhards unbrauchbar und ihm wird etwas Neues eröffnet. Er bekommt eine Art „Bauchpneu“, dass vor ihm nur an drei Personen getestet wurde. Um das Pneu anzulegen, muss Bernhard bei vollem Bewusstsein operiert werden. Während dieser Operation stellt er fest, dass der Operateur kein geringerer ist als der „Mörder“ seines Großvaters. Während dieses Romans stirbt nämlich die wichtigste Bezugsperson in Bernhards damaligen, noch sehr jungen Leben. Ihm wird eine schwerwiegende Krankheit diagnostiziert, obwohl es sich lediglich um eine bis zum Platzen gefüllte Blase gehandelt hatte. Bei der Operation kommt Bernhards Großvater ums Leben. Nicht nur Bernhards Großvater geht es schlecht. Seine Mutter liegt mit Gebärmutterkrebs im Sterben. Sie stirbt ebenfalls an einem Fehler der Ärzte. Die Operation, die für seine Mutter lebensrettend hätte sein sollen, kam ein Jahr zu spät.
Nach einem langen Aufenthalt im Krankenhaus geht es zurück nach Grafenhof. Dort kommt er mit einem Doktor, einem Sozialisten ins Zimmer, der jedem im Krankenhaus einfach nur unangenehm ist- In einer so erzkatholisch, nationalsozialistischen Stimmung wie sie Bernhard beschreibt auch nicht verwunderlich. Nachdem der Sozialist, der jedem nur noch ein Dorn im Auge war, endlich gestorben war, wird auch Bernhard in ein anderes Zimmer mit drei anderen Bettgenossen gebracht.
Er beschließt heimlich wieder gesund zu werden. In Grafenhof schien nichts größer zu sein als der Wille zu sterben. Er beschloss überleben zu wollen und ließ sich daher nichts anmerken. Er ging jede Nacht regelmäßig spazieren, insbesondere nach St. Veit. Dort begann er auch zu singen. Ebenso setzte er von sich aus einfach nach und nach, gegen die Empfehlung der Ärzte die Medikamente ab usw. Nachdem die Menschen aus dem Krankenhaus Bernhards nächtliche Abenteuer bemerken, verbieten sie ihm diese mit Androhung des Rausschmisses aus Grafenhof. Es sei lebensgefährlich in Bernhards Zustand zu singen, trotzdem sich dessen Zustand doch seit dem Singen ständig gebessert hatte. Bernhard misstraute, und wurde gesund. Gegen den Willen der Ärzte entschloss er sich einfach, Grafenhof zu verlassen. Er kam nach Hause, an den Ort, wo nun kein Großvater und keine Mutter auf ihn wartete. Während eines kurzen Aufenthaltes zu Hause, nach dem ersten Grafenhof Aufenthalt und dem danach erfolgten Krankenhausaufenthalt hatte Bernhard die Kaufmannslehre ordnungsgemäß beendet. Einem Lungenkranken war aber eine Arbeit in einem Einzelhandel nicht zuzumuten, geschweige denn, dass den jungen Bernhard irgendjemand genommen hätte. Er lebt von der Sozialhilfe und schämt sich, wenn er sie abholt am Mozartplatz. Nachdem Bernhard einmal vergisst, sich ordnungsgemäß aufpumpen zu lassen, durch den Bauch, wie das ja auch früher im Krankenhaus und in Grafenhof passiert war, wird ihm nahe gelegt wieder nach Grafenhof zu fahren, aufgrund dessen, weil seine Heilung nicht mehr gewährleistet war. Bernhard wusste was zu tun war. Er ging nicht wieder zurück, und wurde gesund.
Freitag, 28. November 2008
Die Rückkehr des narrischen Kastanienbaums

Ich möchte nicht sagen, dass ich schon immer auf den neuen Mundl gewartet habe- denn um ehrlich zu sein konnte schließlich niemand mit einer Rückkehr des cholerischen, egoistischen und engstirnigen Edmund Sackbauer rechnen, aber gewünscht und erbeten habe ich mir immer eine Fortsetzung von „Ein echter Wiener geht nicht unter“.
Schließlich ist Nichts eine dermaßen gute Milieu- Studie wie der echte Wiener. Und man muss nicht weit in Wien herumgehen, um die ganzen Mundls, Kurtis und Karlis aufzuspüren. In nahezu jedem alten, traditionellen, womöglich mittlerweile leicht heruntergekommenem Wirtshaus sind sie zu Hause. Sicherlich- Sie werden immer weniger und das ist ja auch logisch- denn die Generation Sackbauer ist schließlich auch zeitlich begrenzt, wenngleich sie auch Nachkommen und neue, leicht modifizierte Generationen nach sich ziehen.
Na ich jedenfalls habe mich gefragt, wie sich denn der Edmund Sackbauer letztendlich verändert haben könnte. Im neuen Kinofilm wird er schließlich 80. Geburtstag feiern.
Allein der Umstand, dass ein Arbeiter 80 wird ist durchaus als „mutig“ anzusehen. Die Lebenserwartung eines Arbeiters ist um Einiges niedriger, als die von Akademikern. Dennoch- Nun sagen wir mal, dass der oftmals alkoholisierte und immer streitsüchtige Edmund Sackbauer 80 Jahre alt wird- Wie könnte er sich da verändert haben?
Na mit Politik hat er ja nie Viel am Hut gehabt, der Edmund- obgleich er sogar einmal Betriebsrat war und sogar solidarisch kündigt, als mehrere Mitarbeiter/Innen entlassen werden sollten, doch welche politische Haltung könnte Edmund wohl heute einnehmen?
Meiner Ansicht nach könnte Edmund Sackbauer traurigerweise ebenfalls zu den Modernisierungsverlieren gehören, zu den vielen Menschen, die ehemalige Stamm- SPÖ- Wähler waren und nun ihr Kreuz bei Strache und Konsorten machen. Und ob der Mundl überhaupt noch irgendetwas von den gegenwärtigen Entwicklungen weltweit mitbekommt? Immerhin haben sich die Zeiten in den letzten 30 Jahren zunehmend beschleunigt und der technische Fortschritt ist kaum noch schneller zu bewältigen.
Ja der Karli Sackbauer ist da schon viel einfacher. Der ist zwar selbst immer ein großer Pfosten gewesen, also ein Trottel- aber immerhin hat er eine sehr intelligente Frau geheiratet und deshalb wird er schon nicht ganz abgerutscht sein. Ja und was wohl mit dem Kurti geschehen ist? Nicht auszudenken, dass dieser Vollzeitalkoholiker noch lebt- doch tatsächlich: In „Echte Wiener“ kehrt auch Kurti zurück auf die Bühne. Allerdings: Ich möchte nichts vorweg nehmen- Es könnte sein, dass er in diesem Film seinen Tod findet.
Ja und wie die ganzen anderen Figuren, deren Charakter noch gar nicht richtig ausgeprägt war und/oder die noch gar nicht vorgekommen sind, sich in den Film einfügen- Das werden wir Alles ab Mitte Dezember miterleben können- Wenn es endlich soweit ist und Edmund Sackbauer nach 30 Jahren zurückkehrt und schreit: „Mei Bier is ned deppat!“
Schließlich ist Nichts eine dermaßen gute Milieu- Studie wie der echte Wiener. Und man muss nicht weit in Wien herumgehen, um die ganzen Mundls, Kurtis und Karlis aufzuspüren. In nahezu jedem alten, traditionellen, womöglich mittlerweile leicht heruntergekommenem Wirtshaus sind sie zu Hause. Sicherlich- Sie werden immer weniger und das ist ja auch logisch- denn die Generation Sackbauer ist schließlich auch zeitlich begrenzt, wenngleich sie auch Nachkommen und neue, leicht modifizierte Generationen nach sich ziehen.
Na ich jedenfalls habe mich gefragt, wie sich denn der Edmund Sackbauer letztendlich verändert haben könnte. Im neuen Kinofilm wird er schließlich 80. Geburtstag feiern.
Allein der Umstand, dass ein Arbeiter 80 wird ist durchaus als „mutig“ anzusehen. Die Lebenserwartung eines Arbeiters ist um Einiges niedriger, als die von Akademikern. Dennoch- Nun sagen wir mal, dass der oftmals alkoholisierte und immer streitsüchtige Edmund Sackbauer 80 Jahre alt wird- Wie könnte er sich da verändert haben?
Na mit Politik hat er ja nie Viel am Hut gehabt, der Edmund- obgleich er sogar einmal Betriebsrat war und sogar solidarisch kündigt, als mehrere Mitarbeiter/Innen entlassen werden sollten, doch welche politische Haltung könnte Edmund wohl heute einnehmen?
Meiner Ansicht nach könnte Edmund Sackbauer traurigerweise ebenfalls zu den Modernisierungsverlieren gehören, zu den vielen Menschen, die ehemalige Stamm- SPÖ- Wähler waren und nun ihr Kreuz bei Strache und Konsorten machen. Und ob der Mundl überhaupt noch irgendetwas von den gegenwärtigen Entwicklungen weltweit mitbekommt? Immerhin haben sich die Zeiten in den letzten 30 Jahren zunehmend beschleunigt und der technische Fortschritt ist kaum noch schneller zu bewältigen.
Ja der Karli Sackbauer ist da schon viel einfacher. Der ist zwar selbst immer ein großer Pfosten gewesen, also ein Trottel- aber immerhin hat er eine sehr intelligente Frau geheiratet und deshalb wird er schon nicht ganz abgerutscht sein. Ja und was wohl mit dem Kurti geschehen ist? Nicht auszudenken, dass dieser Vollzeitalkoholiker noch lebt- doch tatsächlich: In „Echte Wiener“ kehrt auch Kurti zurück auf die Bühne. Allerdings: Ich möchte nichts vorweg nehmen- Es könnte sein, dass er in diesem Film seinen Tod findet.
Ja und wie die ganzen anderen Figuren, deren Charakter noch gar nicht richtig ausgeprägt war und/oder die noch gar nicht vorgekommen sind, sich in den Film einfügen- Das werden wir Alles ab Mitte Dezember miterleben können- Wenn es endlich soweit ist und Edmund Sackbauer nach 30 Jahren zurückkehrt und schreit: „Mei Bier is ned deppat!“
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Mittwoch, 26. November 2008
Thomas Bernhard - Der Keller

Der Keller ist die Rettung, die Zuflucht des mittlerweile sechzehnjährigen Thomas Bernhard. Nach den jahrelangen Quälereien in der Andräschule und den Jahren im Gymnasium hält er es nicht mehr länger aus. Während seines alltäglichen Schulweges macht Bernhard Halt und dreht in Richtung Arbeitsamt um. Er möchte in die „völlig andere Richtung“, in die Gegenrichtung so zu sagen. Nach jahrelangem Aufenthalt in der „Geistesaustreibungsanstalt“ nimmt er einen Job an im „Keller“. Der Keller ist ein Einzelhandel in der Scherzhauserfeldsiedlung, der verschrieensten Siedlung in ganz Salzburg. Er wählt ganz bewusst diese Adresse als Lehrstelle, und nimmt auch keine Andere an, obwohl ihm vorher viele „bessere“ Stellen angeboten werden. Bernhard geht in die Lehre des Herrn Podlaha. In dem Mann, der selbst Musiker werden wollte, es allerdings leider nicht dazu gebracht hat, sieht Bernhard seinen „Lehrer“. Neben seinem Großvater meint er am Meisten von Podlaha profitiert zu haben. Podlaha kann sehr gut mit Menschen umgehen. Er kann mit nahezu jedem reden und sich verstehen, bzw. verständigen. Der Großvater lehrte Bernhard die Ansichten über Schule, Institutionen, Menschen im Allgemeinen und die philosophischen Ansichten der Welt. Allerdings war der Großvater zeit seines Lebens ein Einzelgänger. Podlaha lernte ihm den leichten Umgang mit anderen Menschen. Der Keller versorgte die gesamte Scherzhauserfeldsiedlung. Bernhard’ s Kollegen waren Karl, ein anderer, älterer Lehrling und eine Aushilfe. Hauptgesprächsstoff im Keller war Sex, der Krieg und die Atombombe. Es war gerade große Not. Der Krieg war vorbei und die Amerikaner waren in Salzburg. So manches Mädchen aus Salzburg hatte sich einen „Amerikaner“ angelacht und wurde von ihm reich beschenkt, mit Seidenstrümpfen u.Ä.
In dem Roman erfährt man ebenso etwas von Bernhard’ s Lebensumständen. Er lebte zu Neunt in einer Wohnung. Sein Großvater stand jeden Tag um 3 Uhr morgens auf und wickelte sich in eine Pferdedecke um an seinem Lebenswerk, seinem großen, tausendfünfhundertseitigem Manuskript weiter zu arbeiten. Bernhard’ s Onkel, der Sohn seines Großvaters, der zeit seines Lebens ein genialer Erfinder war und Kommunist hatte seine Erfindungen im Keller gebunkert und arbeitete jeden Tag daran weiter. Ebenso lebte Bernhard’ s Mutter im Keller, seine Stiefgeschwister, ebenso wie sein „Vormund“, der während der Kriegszeit als Soldat in Yugoslawien stationiert war, und niemals sein „Vater“ oder „Stiefvater“ war, da er ihn in dem Sinne niemals „adoptiert“ hatte.
Bernhard geht in seiner Kaufmannslehre auf. Der Umgang mit Menschen macht ihm wieder Spaß. Bis zum heutigen Tage wagt er es nicht, das alte Gymnasium wieder zu betreten. Vor ein paar Jahren, schreibt der Autor, hat er einen alten Bewohner der Scherzhauserfeldsiedlung wieder gesehen. Er war Bauarbeiter und hatte mittlerweile ein total versoffenes Gesicht und Bernhard wieder erkannt.
Der Mann fragte den Autor, was er nun beruflich mache. Er sagte, dass er schreibe und der Mann konnte damit Nichts anfangen. So sind sie: Die Leute aus der Scherzhauserfeldsiedlung. Fast alle Verbrecher und Ausgestossenen kommen aus diesem Gemeindebau, der sorgsam an den Rand der Stadt verlegt wurde, um möglichst unbemerkt dort dahin zu vegetieren.
„Der Keller“ endet mit der einsetzenden Krankheit des Autors, die ihn beinahe umgebracht hätte. Nach einer Erkältung und Fieber hatte sich der junge Bernhard zu schnell wieder zurück in die Arbeit gemeldet und in der Kälte sich beinahe den „Tod“ geholt.
Der Leidensweg des Autors geht weiter.
„Der Keller“ ist die geniale Fortsetzung der autobiographischen Meisterwerke Bernhards. Ein Muss für alle Bernhardfans.
In dem Roman erfährt man ebenso etwas von Bernhard’ s Lebensumständen. Er lebte zu Neunt in einer Wohnung. Sein Großvater stand jeden Tag um 3 Uhr morgens auf und wickelte sich in eine Pferdedecke um an seinem Lebenswerk, seinem großen, tausendfünfhundertseitigem Manuskript weiter zu arbeiten. Bernhard’ s Onkel, der Sohn seines Großvaters, der zeit seines Lebens ein genialer Erfinder war und Kommunist hatte seine Erfindungen im Keller gebunkert und arbeitete jeden Tag daran weiter. Ebenso lebte Bernhard’ s Mutter im Keller, seine Stiefgeschwister, ebenso wie sein „Vormund“, der während der Kriegszeit als Soldat in Yugoslawien stationiert war, und niemals sein „Vater“ oder „Stiefvater“ war, da er ihn in dem Sinne niemals „adoptiert“ hatte.
Bernhard geht in seiner Kaufmannslehre auf. Der Umgang mit Menschen macht ihm wieder Spaß. Bis zum heutigen Tage wagt er es nicht, das alte Gymnasium wieder zu betreten. Vor ein paar Jahren, schreibt der Autor, hat er einen alten Bewohner der Scherzhauserfeldsiedlung wieder gesehen. Er war Bauarbeiter und hatte mittlerweile ein total versoffenes Gesicht und Bernhard wieder erkannt.
Der Mann fragte den Autor, was er nun beruflich mache. Er sagte, dass er schreibe und der Mann konnte damit Nichts anfangen. So sind sie: Die Leute aus der Scherzhauserfeldsiedlung. Fast alle Verbrecher und Ausgestossenen kommen aus diesem Gemeindebau, der sorgsam an den Rand der Stadt verlegt wurde, um möglichst unbemerkt dort dahin zu vegetieren.
„Der Keller“ endet mit der einsetzenden Krankheit des Autors, die ihn beinahe umgebracht hätte. Nach einer Erkältung und Fieber hatte sich der junge Bernhard zu schnell wieder zurück in die Arbeit gemeldet und in der Kälte sich beinahe den „Tod“ geholt.
Der Leidensweg des Autors geht weiter.
„Der Keller“ ist die geniale Fortsetzung der autobiographischen Meisterwerke Bernhards. Ein Muss für alle Bernhardfans.
Donnerstag, 20. November 2008
Der interne Kampf des Josef Pröll
Trotzdem ich in der Regel ein großer Kritiker der Volkspartei bin, tue ich mir derzeit mit Kritik am neuen Parteiobmann Josef Pröll schwer. Warum dies so ist, erkläre ich in diesem Artikel.
Aufgrund der letzten Parteiobmänner und der gegenwärtigen, politischen Lage ist es offensichtlich, dass die ÖVP aus zwei großen Teilen besteht. Einerseits die ultrakonservative, neoliberalistische und antisozialpartnerschaftliche ÖVP des Wolfgang Schüssel. Zu den Handpuppen dieses abgewählten Kanzlers zählen Wilhelm Molterer, Martin Bartenstein, u.v.m. Auch Maria Fekter ist ultrakonservativ und hat bis auf ihr Geschlecht mit Frauenpolitik Nichts zu tun.
Auf der anderen Seite gibt es einen durchaus konsensfähigen Flügel der ÖVP, der es sich nicht aus Prinzip zum Ziel gemacht hat, jede Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmerpartei SPÖ zu behindern und insbesondere zu verhindern.
Selbstverständlich ist dieser Teil der ÖVP ebenfalls enorm wirtschaftspolitisch ausgerichtet, dennoch gilt das Zusammenreden und die Konsenssuche unter diesen Menschen nicht automatisch als Auslegung von Schwäche.
Politiker wie Wolfgang Schüssel tragen die Hauptschuld daran, dass wir uns mittlerweile nicht mehr in einer Konkordanzdemokratie, sondern in einem konkurrenzdemokratischem System befinden. Allein aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer politischen Auslegung wird die ÖVP niemals viele Gemeinsamkeiten mit der SPÖ haben können. Dennoch war insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg bis Mitte der 80er Jahre ein stillschweigender, allgemeingültiger Kompromiss zwischen den Vertretern des Kapitals und der oberen Zehntausend (ÖVP) und den Vertretern der Mehrzahl der Menschen (SPÖ). Dieser Kompromiss wurde spätestens durch die Machtergreifung Wolfgang Schüssels endgültig zerbrochen.
Nun könnte der Anfang der neuen großen Koalition eine neue (hoffentlich in dem Sinne alte) Form der Zusammenarbeit bringen. Solange die SPÖ grundsätzlich jeden Koalitionspartner rechts von der ÖVP ausschließt und die Grünen weiterhin stagnieren, ist die GroKo ohnehin die einzig mögliche Variante einer Regierungsbeteiligung seitens der SPÖ.
Das dieser Umstand grundlegend ein strategischer Nachteil aus Sicht der Sozialdemokratie bezüglich der etwaigen Ausübung von Regierungsverantwortlichkeit darstellt, ist offensichtlich. Denn wie sagte schon Lex Luthor in „Superman- Die Abenteuer von Lois und Clark“: „Ich werde letztendlich gegen Superman gewinnen. Denn Superman hat Prinzipien.“
Genau diese fehlenden Prinzipien sind es, die seitens der ÖVP für die Jahre der schwarz- blau- orangen Bundesregierung verantwortlich waren. Womöglich beginnt durch Pröll nun endlich der lang erwartete Wandel dieser Partei in Richtung Bevölkerung.
Oftmals hat man auch das Gefühl, dass es nicht Pröll selbst ist, der in der Öffentlichkeit gegen sozialdemokratische Forderungen auftritt, sondern die alte Parteistruktur rund um Schüssel und Molterer. Wie ist es sonst zu erklären, dass Faymann Populismus und Unverantwortlichkeit vorgeworfen wird, insofern er 9000 Arbeitsplätze der Post aktiv RETTEN möchte.
So nicht liebe ÖVP- Unverantwortlich ist es, 1000 Filialen einfach zu schließen und somit 9000 Menschen die Lebensgrundlage zu entziehen.
Gut wirtschaften heißt nicht automatisch GEGEN die Interessen der Arbeitnehmer und FÜR die Interessen der Großindustriellen, Manager und Superreichen.
Aufgrund der letzten Parteiobmänner und der gegenwärtigen, politischen Lage ist es offensichtlich, dass die ÖVP aus zwei großen Teilen besteht. Einerseits die ultrakonservative, neoliberalistische und antisozialpartnerschaftliche ÖVP des Wolfgang Schüssel. Zu den Handpuppen dieses abgewählten Kanzlers zählen Wilhelm Molterer, Martin Bartenstein, u.v.m. Auch Maria Fekter ist ultrakonservativ und hat bis auf ihr Geschlecht mit Frauenpolitik Nichts zu tun.
Auf der anderen Seite gibt es einen durchaus konsensfähigen Flügel der ÖVP, der es sich nicht aus Prinzip zum Ziel gemacht hat, jede Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmerpartei SPÖ zu behindern und insbesondere zu verhindern.
Selbstverständlich ist dieser Teil der ÖVP ebenfalls enorm wirtschaftspolitisch ausgerichtet, dennoch gilt das Zusammenreden und die Konsenssuche unter diesen Menschen nicht automatisch als Auslegung von Schwäche.
Politiker wie Wolfgang Schüssel tragen die Hauptschuld daran, dass wir uns mittlerweile nicht mehr in einer Konkordanzdemokratie, sondern in einem konkurrenzdemokratischem System befinden. Allein aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer politischen Auslegung wird die ÖVP niemals viele Gemeinsamkeiten mit der SPÖ haben können. Dennoch war insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg bis Mitte der 80er Jahre ein stillschweigender, allgemeingültiger Kompromiss zwischen den Vertretern des Kapitals und der oberen Zehntausend (ÖVP) und den Vertretern der Mehrzahl der Menschen (SPÖ). Dieser Kompromiss wurde spätestens durch die Machtergreifung Wolfgang Schüssels endgültig zerbrochen.
Nun könnte der Anfang der neuen großen Koalition eine neue (hoffentlich in dem Sinne alte) Form der Zusammenarbeit bringen. Solange die SPÖ grundsätzlich jeden Koalitionspartner rechts von der ÖVP ausschließt und die Grünen weiterhin stagnieren, ist die GroKo ohnehin die einzig mögliche Variante einer Regierungsbeteiligung seitens der SPÖ.
Das dieser Umstand grundlegend ein strategischer Nachteil aus Sicht der Sozialdemokratie bezüglich der etwaigen Ausübung von Regierungsverantwortlichkeit darstellt, ist offensichtlich. Denn wie sagte schon Lex Luthor in „Superman- Die Abenteuer von Lois und Clark“: „Ich werde letztendlich gegen Superman gewinnen. Denn Superman hat Prinzipien.“
Genau diese fehlenden Prinzipien sind es, die seitens der ÖVP für die Jahre der schwarz- blau- orangen Bundesregierung verantwortlich waren. Womöglich beginnt durch Pröll nun endlich der lang erwartete Wandel dieser Partei in Richtung Bevölkerung.
Oftmals hat man auch das Gefühl, dass es nicht Pröll selbst ist, der in der Öffentlichkeit gegen sozialdemokratische Forderungen auftritt, sondern die alte Parteistruktur rund um Schüssel und Molterer. Wie ist es sonst zu erklären, dass Faymann Populismus und Unverantwortlichkeit vorgeworfen wird, insofern er 9000 Arbeitsplätze der Post aktiv RETTEN möchte.
So nicht liebe ÖVP- Unverantwortlich ist es, 1000 Filialen einfach zu schließen und somit 9000 Menschen die Lebensgrundlage zu entziehen.
Gut wirtschaften heißt nicht automatisch GEGEN die Interessen der Arbeitnehmer und FÜR die Interessen der Großindustriellen, Manager und Superreichen.
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Wolfgang Schüssel
Donnerstag, 13. November 2008
Studivz und die Informationselite

Wir leben in einer unglaublichen Zeit. Noch vor ungefähr 50 Jahren brauchten wir unzählige Mitarbeiter/Innen, womöglich Spione usw. um Informationen über eine Person zu erlangen. Dann war da noch das Risiko, dass die Personen eventuell verschwinden, umgebracht werden usw.
Heutzutage geht das viel leichter- Ihr braucht einfach nur Internetplattformen wie studivz.net, facebook.com oder eigens gemachte Blogs besuchen und könnt unzählige Personen stalken und ausspionieren.
Besonders interessant bei studivz usw. ist ja die so genannte elitäre Gruppe. Das sind die Menschen, die sich cool genug für persönliche Homepages sind, aber andererseits wiederum nicht wollen, dass sie tatsächlich für Alle zugänglich sind. Deshalb bauen sie Hürden ein.
Bei dem persönlichen Seelenstriptease von studivz, blogs und facebook kann bis zur Selbstzerfleischung gegangen werden. Tatsächlich kann man jeden einzelnen Schritt aus der Privatsphäre dokumentieren und implizieren.
Beobachte Hans Peter beim Heckenschneiden, schau dir ein Video auf youtube an, wie deine Schulkollegin beim Rasenmähen stürzt oder lach dir einen ab, bei den Life Videos, gemacht vom Handy aus, die dich direkt in eine Schulklasse, zum Bundesheer usw. bringen.
à Die Folge solcher Seelenveröffentlichungen ist interessant. Womöglich gibt es unzählige Leute, die über dich wesentlich mehr wissen als enge Freunde von dir. Mein Gedanke dabei: Insofern ich mich persönlich „veröffentliche“, wieso schütze ich dann andererseits wieder Teile meiner Seiten? Möchte ich damit meinen elitären Stand gegenüber den gewöhnlichen Menschen vorzeigen und ausleben?
Die Medien verändern sich immer schneller und es ist unglaublich: Ich wusste in meiner Jugend über neue Nachrichten konkret erst zu Hause bescheid, insofern die Nachrichten im TV aufgedreht waren. Es gab zu meiner Jugend großteils keinen Teletext, kein Internet, kein Handy usw.--> Die gleichen Informationen, die ich jetzt in Form von nerviger Werbung als SMS erhalte, musste ich früher mühsam über Fortgehen, Freunde, Nachrichten sehen usw. förmlich „erarbeiten“.
2008 leben wir tatsächlich in einer Hochburg der persönlich, individuellen und auch öffentlichen Informationsspirale.
Heutzutage geht das viel leichter- Ihr braucht einfach nur Internetplattformen wie studivz.net, facebook.com oder eigens gemachte Blogs besuchen und könnt unzählige Personen stalken und ausspionieren.
Besonders interessant bei studivz usw. ist ja die so genannte elitäre Gruppe. Das sind die Menschen, die sich cool genug für persönliche Homepages sind, aber andererseits wiederum nicht wollen, dass sie tatsächlich für Alle zugänglich sind. Deshalb bauen sie Hürden ein.
Bei dem persönlichen Seelenstriptease von studivz, blogs und facebook kann bis zur Selbstzerfleischung gegangen werden. Tatsächlich kann man jeden einzelnen Schritt aus der Privatsphäre dokumentieren und implizieren.
Beobachte Hans Peter beim Heckenschneiden, schau dir ein Video auf youtube an, wie deine Schulkollegin beim Rasenmähen stürzt oder lach dir einen ab, bei den Life Videos, gemacht vom Handy aus, die dich direkt in eine Schulklasse, zum Bundesheer usw. bringen.
à Die Folge solcher Seelenveröffentlichungen ist interessant. Womöglich gibt es unzählige Leute, die über dich wesentlich mehr wissen als enge Freunde von dir. Mein Gedanke dabei: Insofern ich mich persönlich „veröffentliche“, wieso schütze ich dann andererseits wieder Teile meiner Seiten? Möchte ich damit meinen elitären Stand gegenüber den gewöhnlichen Menschen vorzeigen und ausleben?
Die Medien verändern sich immer schneller und es ist unglaublich: Ich wusste in meiner Jugend über neue Nachrichten konkret erst zu Hause bescheid, insofern die Nachrichten im TV aufgedreht waren. Es gab zu meiner Jugend großteils keinen Teletext, kein Internet, kein Handy usw.--> Die gleichen Informationen, die ich jetzt in Form von nerviger Werbung als SMS erhalte, musste ich früher mühsam über Fortgehen, Freunde, Nachrichten sehen usw. förmlich „erarbeiten“.
2008 leben wir tatsächlich in einer Hochburg der persönlich, individuellen und auch öffentlichen Informationsspirale.
Mittwoch, 12. November 2008
Die lange Nacht der Forschung
Vor einigen Tagen konnten wir ein sehr interessantes Ereignis erleben. Die so genannte Lange Nacht der Forschung hielt bis auf wenige Ausnahmen wirklich die hohen Versprechungen. An den verschiedensten Universitäten herrschte Hochbetrieb und Jedermann/ Jederfrau konnte Einblick in den Wissenschafts- und Forschungsalltag verschiedenster Studienrichtungen erlangen.
Dabei waren meine Freundin und ich besonders auf Astronomie neugierig. Aus diesem Grund statteten wir der universitären Sternenwarte einen Besuch ab. Mehrere Stunden hielten wir uns dort auf, hörten zwei Vorträgen zu, aßen und tranken und lernten etwas dabei.
Neben den vielen Informationen, die auf uns niederprasselten konnte ich insbesondere einen einzigartigen Einblick in die Welt der Astronomie erhaschen.
Dabei ist mir insbesondere wie üblich das Instrument der Feldforschung wichtig- sprich: Ich habe mich umgesehen und mir ein Bild über die Menschen, die Student/Innen, deren Sozialisation und die Hintergründe gemacht.
Besonders auffällig ist, dass Astronomie ein sehr selten gewähltes Studium in Österreich ist. Die wenigen Astronomen kennen sich untereinander und das Studieren gleicht vielmehr einer schulischen Organisation, denn einer Uni im ursprünglichen Sinn.
Die Anonymität und Namenlosigkeit, die bei Massenstudien herrscht ist beim Studium der Astronomie offensichtlich ein Fremdwort. Dabei herrschte aber zumindest oberflächlich betrachtet eine außergewöhnlich gute Stimmung. Die typische Zerstreutheit der Wissenschaftler/Innen schließt im Übrigen offensichtlich alle Wissenschaften ein.
Danach statteten wir noch dem Neuen Institutsgebäude einen Besuch ab und bestaunten einen enorm großen, multimedialen Globus, der über Projektoren sein Erscheinungsbild erhielt und es auf Wunsch wechseln konnte. Nicht nur, dass aus dem Abbild der Erde der Mond, der Mars und ohnehin jeder Planet werden konnte, so war es auch möglich, Entwicklungen des blauen Planeten genauestens dokumentiert erleben zu können.
So wurden wir zum Beispiel Zeugen der durchschnittlichen Aufheizung des Planeten Erde bis in das Jahr 2100 ungefähr, konnten den Urkontinenten Pangaea, deren Zerstörung und in Zukunft dessen neue Zusammensetzung bestaunen.
Ein Globus dieser Art kostet gegenwärtig bis zu 100 000 Euro und wird auch in Ausstattung usw. immer weiter ausgebaut.
Den ersten Teil unserer Bildungsoffensive am langen Tag der Forschung verbrachten wir auf der Hauptuniversität. Die Stände waren sehr übersichtlich aufgebaut und es war enorm schwierig, Informationen mitzunehmen oder Anregungen zu erhalten.
Mich persönlich hätte ein Vortrag von Dr. Müller interessiert, den bekannten Kriminologen, doch da dieser erst spät abends stattgefunden hätte, zogen wir es vor, bereits vorher die Sternwarte zu besuchen.
Aufgrund der positiven Erfahrungen dieser Institution kann ich getrost sagen, dass es die richtige Entscheidung war.
Nicht überrascht aber dennoch immer wieder enttäuscht bin ich letztendlich über die kapitalistische Auslegung der Forschung. Letztendlich gilt im Volksmund immer lediglich die Naturwissenschaft als Wissenschaft. Es gab meines Erachtens keine sozialwissenschaftlichen Projekte, Vorlesungen und/ oder Ähnliches.
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich immer wieder beobachten, dass die Sozialwissenschaften in Österreich immer noch eine stiefmütterliche Rolle einnehmen.
Ich empfehle auf jeden Fall jedem die Lange Nacht der Forschung, die auch wieder nächstes Jahr ihre Tore öffnen wird. Sie stellt die neue Errungenschaft des so genannten Edutainment dar. Dies ist eine Mischung aus Unterhaltung (Entertainment) und Education (Bildung).
Glücklicherweise sind wir zumindest an Tagen der offenen Tür und langen Nächten der Forschung, Museen usw. ein wenig vom klassischen, langweiligen Frontalunterricht abgekommen.
Mein letzter abschließender Gedanke: Mit diesem Globus in einer Schule würde Geographie jedem Schüler merklich mehr Spaß machen…
Dabei waren meine Freundin und ich besonders auf Astronomie neugierig. Aus diesem Grund statteten wir der universitären Sternenwarte einen Besuch ab. Mehrere Stunden hielten wir uns dort auf, hörten zwei Vorträgen zu, aßen und tranken und lernten etwas dabei.
Neben den vielen Informationen, die auf uns niederprasselten konnte ich insbesondere einen einzigartigen Einblick in die Welt der Astronomie erhaschen.
Dabei ist mir insbesondere wie üblich das Instrument der Feldforschung wichtig- sprich: Ich habe mich umgesehen und mir ein Bild über die Menschen, die Student/Innen, deren Sozialisation und die Hintergründe gemacht.
Besonders auffällig ist, dass Astronomie ein sehr selten gewähltes Studium in Österreich ist. Die wenigen Astronomen kennen sich untereinander und das Studieren gleicht vielmehr einer schulischen Organisation, denn einer Uni im ursprünglichen Sinn.
Die Anonymität und Namenlosigkeit, die bei Massenstudien herrscht ist beim Studium der Astronomie offensichtlich ein Fremdwort. Dabei herrschte aber zumindest oberflächlich betrachtet eine außergewöhnlich gute Stimmung. Die typische Zerstreutheit der Wissenschaftler/Innen schließt im Übrigen offensichtlich alle Wissenschaften ein.
Danach statteten wir noch dem Neuen Institutsgebäude einen Besuch ab und bestaunten einen enorm großen, multimedialen Globus, der über Projektoren sein Erscheinungsbild erhielt und es auf Wunsch wechseln konnte. Nicht nur, dass aus dem Abbild der Erde der Mond, der Mars und ohnehin jeder Planet werden konnte, so war es auch möglich, Entwicklungen des blauen Planeten genauestens dokumentiert erleben zu können.
So wurden wir zum Beispiel Zeugen der durchschnittlichen Aufheizung des Planeten Erde bis in das Jahr 2100 ungefähr, konnten den Urkontinenten Pangaea, deren Zerstörung und in Zukunft dessen neue Zusammensetzung bestaunen.
Ein Globus dieser Art kostet gegenwärtig bis zu 100 000 Euro und wird auch in Ausstattung usw. immer weiter ausgebaut.
Den ersten Teil unserer Bildungsoffensive am langen Tag der Forschung verbrachten wir auf der Hauptuniversität. Die Stände waren sehr übersichtlich aufgebaut und es war enorm schwierig, Informationen mitzunehmen oder Anregungen zu erhalten.
Mich persönlich hätte ein Vortrag von Dr. Müller interessiert, den bekannten Kriminologen, doch da dieser erst spät abends stattgefunden hätte, zogen wir es vor, bereits vorher die Sternwarte zu besuchen.
Aufgrund der positiven Erfahrungen dieser Institution kann ich getrost sagen, dass es die richtige Entscheidung war.
Nicht überrascht aber dennoch immer wieder enttäuscht bin ich letztendlich über die kapitalistische Auslegung der Forschung. Letztendlich gilt im Volksmund immer lediglich die Naturwissenschaft als Wissenschaft. Es gab meines Erachtens keine sozialwissenschaftlichen Projekte, Vorlesungen und/ oder Ähnliches.
Aus meiner Erfahrung heraus kann ich immer wieder beobachten, dass die Sozialwissenschaften in Österreich immer noch eine stiefmütterliche Rolle einnehmen.
Ich empfehle auf jeden Fall jedem die Lange Nacht der Forschung, die auch wieder nächstes Jahr ihre Tore öffnen wird. Sie stellt die neue Errungenschaft des so genannten Edutainment dar. Dies ist eine Mischung aus Unterhaltung (Entertainment) und Education (Bildung).
Glücklicherweise sind wir zumindest an Tagen der offenen Tür und langen Nächten der Forschung, Museen usw. ein wenig vom klassischen, langweiligen Frontalunterricht abgekommen.
Mein letzter abschließender Gedanke: Mit diesem Globus in einer Schule würde Geographie jedem Schüler merklich mehr Spaß machen…
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Astronomie,
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Mittwoch, 5. November 2008
Change and hope

Der Wandel ist gekommen. Mit diesen und ähnlichen Worten zelebrierte Barack Obama seinen unerschütterlichen Wahlsieg gegen den alternden, greisen Mc Cain. In Wahrheit hatte der republikanische Kandidat im Grunde nie eine Chance gegen den viel jüngeren, charismatischen und innovativen Demokraten.
Vor dem Wahlsieg Obamas gab es für mich eigentlich nur zwei Zweifel. Erstens dachte ich an das dubiose Wahlergebnis, dass einst George W. Bush ins weiße Haus gebracht hatte. Da lief damals einiges undurchsichtig, viele Stimmen verschwanden, wurden nicht richtig ausgezählt usw.
Eigentlich hätte es schon damals ein Typ Barack Obama’s problemlos geschafft, George W. Bush hinter sich zu lassen. Das Problem war, dass mit Al Gore ein Politiker angetreten war, der das komplette Gegenteil von Enthusiasmus dargestellt hat. Noch gut kann ich mich an Simpsonsepisoden erinnern, die Al Gore noch in seiner Funktion als Vizepräsident als langweilig, ruhig usw. kennzeichnete.
Obama hat es wie kein anderer zuvor geschafft, die Uhr für 40 Jahre zurückzudrehen und das Jahr 1968 in Erinnerung zu rufen.
Die Menschen aus dieser Zeit glaubten an den Wandel, an „Change“, an eine bessere Welt und wollten sich von der Umklammerung des Bürgertums, des Kapitalismus, der „Bildungsindustrie“ usw. lossagen.
Fälschlich und aus einer Lüge der Konservativen heraus wird im Nachhinein mit dem Jahr 1968 lediglich die sexuelle Revolution, „Befreiung“ in Verbindung gebracht.
In Wahrheit konnte jeder, der die Feierlichkeiten im demokratischen Lager nach dem Wahlsieg Obamas sah, die Stimmung der damaligen Zeit erkennen.
Nicht zu vergessen ist der schier unerschütterliche Optimismus. Obama schaffte es, unzähligen menschlichen Randgruppen, armen Leuten, Menschen ohne Sozialversicherung usw. Hoffnung zu geben. Sie Alle erwarten sich nun den Change.
In den USA ist wohl Vieles möglich, doch Wandel vollzogen von einer einzigen Person ist bisher noch nie geglückt. In seiner neuen Rolle wird Obama erneut Netzwerke errichten und ausweiten müssen, zusammenarbeiten und kämpfen.
Es wird jetzt sich zeigen, inwieweit Obama Mitläufer oder charismatischer Politiker sein wird. Vorweg ist eins zu sagen: Um in die Funktion des US Präsidenten zu kommen, musste er im Laufe seiner Karriere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viele schwierige „Kompromisse“ mit sich, seinem Gewissen und seinen politischen Kontrahenten schließen.
Ein Politiker wird immer an den Ergebnissen gemessen.
Anders als in Europa ist es allerdings auffällig, dass in den USA eine Wahl immer mehr einer Show, einem Act, denn einer politischen Auseinandersetzung gleicht.
Obama und seine politischen Reden erinnern teilweise mehr an eine „Predigt“, denn politischem Inhalt und Visionen.
Um es polemisch auszudrücken: Wären die Wahlplakate der SPÖ bei den Nationalratswahlen hauptsächlich mit Slogans wie „Wandel“ und „Hoffnung“ gekennzeichnet gewesen, bin ich ziemlich sicher, dass es wesentlich weniger SPÖ Wähler/Innen gegeben hätte.
„Der Sieg gehört euch.“sagte Obama und meinte damit all seine Helfer/Innen. Alle schwarzen, weißen, spanischen und armen Menschen. Tatsächlich spendeten die Otto Normalverbraucher 28!! Millionen Dollar zur Finanzierung Obamas Kampagne.
Der erste schwarze Präsident der USA ist ein Meilenstein in der Geschichte. Die Welt ist wohl schon reif, für einen schwarzen Mann im Oval Office. Und stellt euch mal vor: Irgendwann einmal ist der Präsident schwarz und eine FRAU…
Vor dem Wahlsieg Obamas gab es für mich eigentlich nur zwei Zweifel. Erstens dachte ich an das dubiose Wahlergebnis, dass einst George W. Bush ins weiße Haus gebracht hatte. Da lief damals einiges undurchsichtig, viele Stimmen verschwanden, wurden nicht richtig ausgezählt usw.
Eigentlich hätte es schon damals ein Typ Barack Obama’s problemlos geschafft, George W. Bush hinter sich zu lassen. Das Problem war, dass mit Al Gore ein Politiker angetreten war, der das komplette Gegenteil von Enthusiasmus dargestellt hat. Noch gut kann ich mich an Simpsonsepisoden erinnern, die Al Gore noch in seiner Funktion als Vizepräsident als langweilig, ruhig usw. kennzeichnete.
Obama hat es wie kein anderer zuvor geschafft, die Uhr für 40 Jahre zurückzudrehen und das Jahr 1968 in Erinnerung zu rufen.
Die Menschen aus dieser Zeit glaubten an den Wandel, an „Change“, an eine bessere Welt und wollten sich von der Umklammerung des Bürgertums, des Kapitalismus, der „Bildungsindustrie“ usw. lossagen.
Fälschlich und aus einer Lüge der Konservativen heraus wird im Nachhinein mit dem Jahr 1968 lediglich die sexuelle Revolution, „Befreiung“ in Verbindung gebracht.
In Wahrheit konnte jeder, der die Feierlichkeiten im demokratischen Lager nach dem Wahlsieg Obamas sah, die Stimmung der damaligen Zeit erkennen.
Nicht zu vergessen ist der schier unerschütterliche Optimismus. Obama schaffte es, unzähligen menschlichen Randgruppen, armen Leuten, Menschen ohne Sozialversicherung usw. Hoffnung zu geben. Sie Alle erwarten sich nun den Change.
In den USA ist wohl Vieles möglich, doch Wandel vollzogen von einer einzigen Person ist bisher noch nie geglückt. In seiner neuen Rolle wird Obama erneut Netzwerke errichten und ausweiten müssen, zusammenarbeiten und kämpfen.
Es wird jetzt sich zeigen, inwieweit Obama Mitläufer oder charismatischer Politiker sein wird. Vorweg ist eins zu sagen: Um in die Funktion des US Präsidenten zu kommen, musste er im Laufe seiner Karriere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viele schwierige „Kompromisse“ mit sich, seinem Gewissen und seinen politischen Kontrahenten schließen.
Ein Politiker wird immer an den Ergebnissen gemessen.
Anders als in Europa ist es allerdings auffällig, dass in den USA eine Wahl immer mehr einer Show, einem Act, denn einer politischen Auseinandersetzung gleicht.
Obama und seine politischen Reden erinnern teilweise mehr an eine „Predigt“, denn politischem Inhalt und Visionen.
Um es polemisch auszudrücken: Wären die Wahlplakate der SPÖ bei den Nationalratswahlen hauptsächlich mit Slogans wie „Wandel“ und „Hoffnung“ gekennzeichnet gewesen, bin ich ziemlich sicher, dass es wesentlich weniger SPÖ Wähler/Innen gegeben hätte.
„Der Sieg gehört euch.“sagte Obama und meinte damit all seine Helfer/Innen. Alle schwarzen, weißen, spanischen und armen Menschen. Tatsächlich spendeten die Otto Normalverbraucher 28!! Millionen Dollar zur Finanzierung Obamas Kampagne.
Der erste schwarze Präsident der USA ist ein Meilenstein in der Geschichte. Die Welt ist wohl schon reif, für einen schwarzen Mann im Oval Office. Und stellt euch mal vor: Irgendwann einmal ist der Präsident schwarz und eine FRAU…
Dienstag, 4. November 2008
Tony Shalhoub und Monk

Bei Krimiserien bin ich enorm anspruchsvoll und sehe nicht jede Durchschnittseskapade eines Autors.
Gerade deshalb bin ich enorm begeistert von Monk. Trotzdem Monk eine amerikanische Serie ist, versprüht es eine Art europäischen Flair.
Im Normalfall sind amerikanische Krimiserien eher brutal und von Gewalt durchzogen.
Monk erinnert in seiner Tradition eher an Columbo. Die Fälle werden zumeist witzig, ohne Gebrauch von Gewalt und extravagant gelöst.
Der Held der Krimiserie ist ein Antiheld wie er im Buche steht. Mit Adrian Monk betritt ein überzeichneter Zwangsneurotiker die Krimibühne und wird diese höchstwahrscheinlich nicht schnell verlassen.
Monk wird von Tony Shalhoub dargestellt. Der Schauspieler stammt aus einer libanesisch- maronitischen Familie ab.
Anders als viele seiner Kollegen studierte Shalhoub sein Fach. Tatsächlich erlernte er sein Handwerk sogar in Yale.
2001 konnte ich Shalhoub das erste Mal in einer Hauptrolle sehen. Der Film 13 Geister ist allerdings nicht geeignet gewesen, um sein schauspielerisches Charisma zur Schau zu stellen.
Da damals Monk noch nicht gedreht war, blieb mir Shalhoub auch nicht in Erinnerung und ich hätte diesen Horrorstreifen wohl längst vergessen, wenn ich nicht nachträglich Monk damit in Verbindung bringen würde.
Der ehemalige Polizist Adrian Monk verlor seine Ehefrau Trudy aufgrund eines Mordanschlages. Zuerst erscheint es wie ein Unfall und als ob Monk das eigentliche Ziel gewesen wäre. Tatsächlich ist es aber so, dass tatsächlich Trudy Monk sterben sollte.
Im Laufe der Folgen verdichten sich immer mehr Hinweise und Mutmaßungen.
Die Rolle und die Beziehung des Adrian Monk zu seiner verstorbenen Frau sind ebenfalls Gemeinsamkeiten und ein Schnittpunkt zu Columbo.
In der alten, amerikanischen Fernsehserie Columbo gilt es als ein Running Gag, dass die Frau des Inspektors niemals gezeigt wird. Dennoch ist aus der Serie ersichtlich, dass die Beiden eine außergewöhnlich glückliche Beziehung zu führen scheinen.
Nicht zu guter Letzt aufgrund des plötzlichen Todes seiner Frau ist Monk buchstäblich in seinen Neurosen und seinem Körper gefangen. Neben seinen Zwangsneurosen und psychischen Erkrankungen verfügt der ehemalige Polizist insbesondere über ein unglaubliches Auffassungsvermögen.
Insbesondere die Kombinationen von enorm vielen psychischen Besonderheiten, Erkrankungen und Zwangsneurosen ergeben ein Krankheitsbild, das nicht der Realität entsprechen kann.
Die Art und Weise wie Monk die Krimifälle löst sind einzigartig und dementsprechend werden sie Einzug in die Fernsehgeschichte finden. Die Serie Monk wurde bereits mehrfach mit dem Golden Globe und Emmys ausgezeichnet.
Außerdem gibt es mittlerweile auch Monk zu lesen und zu sammeln. Die Krimiserie wird mittlerweile auch in Buchform vertrieben.
Gegenwärtig habe ich allerdings noch keine Erfahrungswerte mit den Romanen und kann dementsprechend diese nicht beurteilen.
Gerade deshalb bin ich enorm begeistert von Monk. Trotzdem Monk eine amerikanische Serie ist, versprüht es eine Art europäischen Flair.
Im Normalfall sind amerikanische Krimiserien eher brutal und von Gewalt durchzogen.
Monk erinnert in seiner Tradition eher an Columbo. Die Fälle werden zumeist witzig, ohne Gebrauch von Gewalt und extravagant gelöst.
Der Held der Krimiserie ist ein Antiheld wie er im Buche steht. Mit Adrian Monk betritt ein überzeichneter Zwangsneurotiker die Krimibühne und wird diese höchstwahrscheinlich nicht schnell verlassen.
Monk wird von Tony Shalhoub dargestellt. Der Schauspieler stammt aus einer libanesisch- maronitischen Familie ab.
Anders als viele seiner Kollegen studierte Shalhoub sein Fach. Tatsächlich erlernte er sein Handwerk sogar in Yale.
2001 konnte ich Shalhoub das erste Mal in einer Hauptrolle sehen. Der Film 13 Geister ist allerdings nicht geeignet gewesen, um sein schauspielerisches Charisma zur Schau zu stellen.
Da damals Monk noch nicht gedreht war, blieb mir Shalhoub auch nicht in Erinnerung und ich hätte diesen Horrorstreifen wohl längst vergessen, wenn ich nicht nachträglich Monk damit in Verbindung bringen würde.
Der ehemalige Polizist Adrian Monk verlor seine Ehefrau Trudy aufgrund eines Mordanschlages. Zuerst erscheint es wie ein Unfall und als ob Monk das eigentliche Ziel gewesen wäre. Tatsächlich ist es aber so, dass tatsächlich Trudy Monk sterben sollte.
Im Laufe der Folgen verdichten sich immer mehr Hinweise und Mutmaßungen.
Die Rolle und die Beziehung des Adrian Monk zu seiner verstorbenen Frau sind ebenfalls Gemeinsamkeiten und ein Schnittpunkt zu Columbo.
In der alten, amerikanischen Fernsehserie Columbo gilt es als ein Running Gag, dass die Frau des Inspektors niemals gezeigt wird. Dennoch ist aus der Serie ersichtlich, dass die Beiden eine außergewöhnlich glückliche Beziehung zu führen scheinen.
Nicht zu guter Letzt aufgrund des plötzlichen Todes seiner Frau ist Monk buchstäblich in seinen Neurosen und seinem Körper gefangen. Neben seinen Zwangsneurosen und psychischen Erkrankungen verfügt der ehemalige Polizist insbesondere über ein unglaubliches Auffassungsvermögen.
Insbesondere die Kombinationen von enorm vielen psychischen Besonderheiten, Erkrankungen und Zwangsneurosen ergeben ein Krankheitsbild, das nicht der Realität entsprechen kann.
Die Art und Weise wie Monk die Krimifälle löst sind einzigartig und dementsprechend werden sie Einzug in die Fernsehgeschichte finden. Die Serie Monk wurde bereits mehrfach mit dem Golden Globe und Emmys ausgezeichnet.
Außerdem gibt es mittlerweile auch Monk zu lesen und zu sammeln. Die Krimiserie wird mittlerweile auch in Buchform vertrieben.
Gegenwärtig habe ich allerdings noch keine Erfahrungswerte mit den Romanen und kann dementsprechend diese nicht beurteilen.
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Der Rückgang der Geburtenrate in Europa und die Ursachen

Oftmals werden die Rückgänge der Geburtenraten in den Westindustriestaaten mit dem „neuen Individualismus“ der Menschen erklärt. Da wird dann ganz offen über das Zerbrechen der konservativen Familienverhältnisse, über Patchworkfamilien und die endgültige Integration der Frauen in das Berufsleben philosophiert.
Ein konservativer Ansatz ist es, den Rückgang der Geburtenrate auf den dauerhaften Einstieg in das Berufsleben der Frauen zu erklären. Deshalb sind es ja auch immer konservative Kräfte und Parteien (zumeist auch nationalistische), die Frauenpolitik unter Anführungszeichen betreiben, indem sie es „Familien“ (im eigentlichen Sinne dem Mann) ermöglichen, durch Steuerbegünstigungen (z.B. Familiensplitting) es der Frau zu „ermöglichen“, abhängig und im Schoße der Familie (des Mannes) ein fremdbestimmtes Leben zu führen.
Mein Ansatz entlarvt komplett andere Probleme und bezieht sich vor allem auf die Frage der Motive des Geburtenrückganges. Enorm wichtig ist es für Familien und Paare, einen finanziellen Background, eine berufliche Absicherung und eine durchgeplante Zukunft vorweisen zu können. In den Jahren der großen Familien war es üblich, dass Menschen ihr gesamtes Leben in ein und demselben Betrieb verbringen und erst mit dem Eintritt in die Pension eine neue Strukturierung des Alltages vornehmen müssen.
Durch die Liberalisierung und die Globalisierung haben wir es jetzt mit einem mobilen, sich ständig verändernden, widersprüchlichen Arbeitsmarkt zu tun.
Niemand kann mehr getrost von sich behaupten, sich in einem konstanten Berufsbereich zu befinden. Pragmatisierungen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Insofern es überhaupt zu fixen Arbeitsverträgen kommt, so sind diese zumeist auf 6, maximal 12 Jahre befristet und dementsprechend ist da von einer geeigneten, familientauglichen Absicherung nicht zu sprechen.
Aufgrund der ständigen Mobilität in der Arbeitswelt ist generell die Struktur der Familie stark angegriffen. Früher war es so, dass der Beruf gewissermaßen dich gefunden und bis in die Pension begleitet hat. Heutzutage muss aufgrund von Umschulungen, Zusatzqualifikationen, Erschließung eines neuen Berufsfeldes usw. teilweise dem Job richtiggehend „gefolgt“ werden.
Dabei sind dann die ungebundenen Menschen gewissermaßen „konkurrenzfähiger“, weil sie einfach ihre sieben Sachen packen und ins Ausland ziehen können.
Hinzu kommt noch der soziale Aspekt der Selbstverwirklichung der Frauen. In früheren Zeiten galten Frauen oftmals lediglich als „Mitbewohnerin“ der Familie und der Mann war das Oberhaupt. Die berufliche Verwirklichung wurde dementsprechend nur auf den Mann ausgerichtet, der ja auch dementsprechend die Familie finanziell unterstützt hat.
Heute ist es so, dass auch Frauen im Berufsleben erfolgreich sein und Selbstbestimmung praktizieren wollen. Dementsprechend sind nun gegenwärtig zwei Interessen aufeinander abzustimmen- Das Interesse der Frau und das des Mannes. In früheren Jahren wurde das Interesse der Frau maximal über die Vorstellungen des Mannes definiert.
Dann folgt noch in weiterer Folge der finanzielle Druck, der heutzutage auf Familien ausgeübt wird. Kinder zu haben bedeutet ein hohes Aufkommen an finanziellen Ressourcen. Während früher Kinder oftmals als „Beilage“ zur Familie, zumeist im konkreten Fall zur Mutter gegolten haben, sind die jungen Menschen gegenwärtig zu Individuen, insbesondere zu Käufer/Innen geworden.
Der Markt mit der Jugend floriert. Kinder und Jugendliche haben einen eigenen Markt erhalten und sind für die Unternehmen zu potentiellen Kunden geworden. Mittlerweile haben Jugendliche eigene Kulturen (Stichwort: Krocha z.B.) und eigene marktspezifischen Verhaltensweisen. So gibt es eigens auf die Vorstellungen von Kindern und Jugendliche abgestimmte Produkte.
So ein Verhalten wäre in der Vergangenheit wirtschaftspolitisch untragbar gewesen. Kinder verfügten über wesentlich weniger Budget und insbesondere der Nutzen für die Eltern musste bezüglich eines Produktes suggeriert, und nicht der individuelle Nutzen des Kindes impliziert werden.
Durch die gesellschaftspolitische Liberalisierung werden die Kinder und Jugendliche immer schneller in die Rolle der Erwachsenen getrieben. Das führt einerseits regelmäßig zu schnelleren, sozialen Entwicklungen und andererseits birgt es ein gefährliches Potential in sich. Durch die wirtschaftspolitische Individualisierung und der Entdeckung der Kinder als Käufer/Innen werden ihnen der Markt für alle Produkte eröffnet. Dabei gibt es nicht nur die Produkte, die ohnehin bereits für Erwachsene am Markt waren (Alkohol, Zigaretten, Handys) sondern auch ein ganz eigener, spezifischer Markt (Ringtones, Screensaver, Modemarken usw.).
Die Individualisierung und schnellere Eingliederung in soziale Gruppierungen impliziert aber gleichzeitig keine unmittelbare, schnellere Entwicklung bezüglich sozialer Kompetenzen und Fähigkeiten der Jugendlichen. Diese Problematik möchte ich jedoch nun nicht weiter erläutern.
Durch diese Entwicklung haben die Jugendlichen ein wesentlich größeres Potential an Produkten, die sie für sich einnehmen können. Dementsprechend werden die Kinder und Jugendlichen für die Eltern auch immer teurer.
Noch vor wenigen Jahren waren Computer und Telefone z.B. Gegenstände der gesamten Familie. Das bedeutet sie wurden einmal gekauft und von allen genutzt. Die erste Entwicklung diesbezüglich war zum Beispiel in früheren Jahrzehnten mit dem Fernseher zu sehen. War der TV früher ein Gemeinschaftsprodukt, das von allen gemeinsam genutzt wurde, so wird er heute häufig extra für Kinder und andere Familienmitglieder angeschafft.
Aufgrund der problematischen, gegenwärtigen Bildungspolitik in Österreich floriert auch der Nachhilfemarkt. Unmengen an Geld wird in Nachhilfe und Fördermodelle gepumpt.
Abschließend können wir also von vielen Problemen bezüglich der abnehmenden Geburtenrate in den Westindustriestaaten sprechen.
1.) Individualisierung der Familienmitglieder (Vater, Mutter, Kind- wobei Mutter und Kind neu sind)
2.) Fehlende Sicherheit und Zukunftsperspektive im Berufsleben
3.) Das Berufsleben bevorzugt Mobilität
4.) Kinder und Familie werden insgesamt immer teurer und sind mit mehr finanziellem Aufwand verbunden.
Auf Dauer betrachtet muss es dementsprechend in vielen Teilbereichen der Wirtschaft, der Politik und insbesondere der Sozialpolitik Reformen geben.
Das Berufsleben und die Familie wird in Zukunft wieder vereinbarer werden müssen. Vorschläge dafür wären zum Beispiel eine Aufwertung der Teilzeitarbeit, gut durchdachte Karenzmodelle oder auch eine Reduzierung der Arbeitsstunden für Vollzeitarbeit.
Höhere Förderungen von Familien- Höheres Kindergeld, Familienbeihilfe und größeres sowie billigeres Angebot für Kindergärten.
Sozialpolitisch und pädagogisch gäbe es noch die Überlegung, die Identität des Kindes auf jeden Fall NICHT über die Konsumenteneigenschaften zu definieren. Das bedeutet zum Beispiel die Schaffung der Kinder- und Jugendkulturen nicht wirtschaftlich, sondern vor allem sozialpolitisch und gesellschaftspolitisch zu nutzen.
In diesen Bereichen wird es in Zukunft eine Reihe von Maßnahmen geben müssen. Ansonsten werden sich die Westindustriestaaten in der Alltagsrealität und demographisch entscheidend und unwiederbringlich verändern.
Ein konservativer Ansatz ist es, den Rückgang der Geburtenrate auf den dauerhaften Einstieg in das Berufsleben der Frauen zu erklären. Deshalb sind es ja auch immer konservative Kräfte und Parteien (zumeist auch nationalistische), die Frauenpolitik unter Anführungszeichen betreiben, indem sie es „Familien“ (im eigentlichen Sinne dem Mann) ermöglichen, durch Steuerbegünstigungen (z.B. Familiensplitting) es der Frau zu „ermöglichen“, abhängig und im Schoße der Familie (des Mannes) ein fremdbestimmtes Leben zu führen.
Mein Ansatz entlarvt komplett andere Probleme und bezieht sich vor allem auf die Frage der Motive des Geburtenrückganges. Enorm wichtig ist es für Familien und Paare, einen finanziellen Background, eine berufliche Absicherung und eine durchgeplante Zukunft vorweisen zu können. In den Jahren der großen Familien war es üblich, dass Menschen ihr gesamtes Leben in ein und demselben Betrieb verbringen und erst mit dem Eintritt in die Pension eine neue Strukturierung des Alltages vornehmen müssen.
Durch die Liberalisierung und die Globalisierung haben wir es jetzt mit einem mobilen, sich ständig verändernden, widersprüchlichen Arbeitsmarkt zu tun.
Niemand kann mehr getrost von sich behaupten, sich in einem konstanten Berufsbereich zu befinden. Pragmatisierungen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Insofern es überhaupt zu fixen Arbeitsverträgen kommt, so sind diese zumeist auf 6, maximal 12 Jahre befristet und dementsprechend ist da von einer geeigneten, familientauglichen Absicherung nicht zu sprechen.
Aufgrund der ständigen Mobilität in der Arbeitswelt ist generell die Struktur der Familie stark angegriffen. Früher war es so, dass der Beruf gewissermaßen dich gefunden und bis in die Pension begleitet hat. Heutzutage muss aufgrund von Umschulungen, Zusatzqualifikationen, Erschließung eines neuen Berufsfeldes usw. teilweise dem Job richtiggehend „gefolgt“ werden.
Dabei sind dann die ungebundenen Menschen gewissermaßen „konkurrenzfähiger“, weil sie einfach ihre sieben Sachen packen und ins Ausland ziehen können.
Hinzu kommt noch der soziale Aspekt der Selbstverwirklichung der Frauen. In früheren Zeiten galten Frauen oftmals lediglich als „Mitbewohnerin“ der Familie und der Mann war das Oberhaupt. Die berufliche Verwirklichung wurde dementsprechend nur auf den Mann ausgerichtet, der ja auch dementsprechend die Familie finanziell unterstützt hat.
Heute ist es so, dass auch Frauen im Berufsleben erfolgreich sein und Selbstbestimmung praktizieren wollen. Dementsprechend sind nun gegenwärtig zwei Interessen aufeinander abzustimmen- Das Interesse der Frau und das des Mannes. In früheren Jahren wurde das Interesse der Frau maximal über die Vorstellungen des Mannes definiert.
Dann folgt noch in weiterer Folge der finanzielle Druck, der heutzutage auf Familien ausgeübt wird. Kinder zu haben bedeutet ein hohes Aufkommen an finanziellen Ressourcen. Während früher Kinder oftmals als „Beilage“ zur Familie, zumeist im konkreten Fall zur Mutter gegolten haben, sind die jungen Menschen gegenwärtig zu Individuen, insbesondere zu Käufer/Innen geworden.
Der Markt mit der Jugend floriert. Kinder und Jugendliche haben einen eigenen Markt erhalten und sind für die Unternehmen zu potentiellen Kunden geworden. Mittlerweile haben Jugendliche eigene Kulturen (Stichwort: Krocha z.B.) und eigene marktspezifischen Verhaltensweisen. So gibt es eigens auf die Vorstellungen von Kindern und Jugendliche abgestimmte Produkte.
So ein Verhalten wäre in der Vergangenheit wirtschaftspolitisch untragbar gewesen. Kinder verfügten über wesentlich weniger Budget und insbesondere der Nutzen für die Eltern musste bezüglich eines Produktes suggeriert, und nicht der individuelle Nutzen des Kindes impliziert werden.
Durch die gesellschaftspolitische Liberalisierung werden die Kinder und Jugendliche immer schneller in die Rolle der Erwachsenen getrieben. Das führt einerseits regelmäßig zu schnelleren, sozialen Entwicklungen und andererseits birgt es ein gefährliches Potential in sich. Durch die wirtschaftspolitische Individualisierung und der Entdeckung der Kinder als Käufer/Innen werden ihnen der Markt für alle Produkte eröffnet. Dabei gibt es nicht nur die Produkte, die ohnehin bereits für Erwachsene am Markt waren (Alkohol, Zigaretten, Handys) sondern auch ein ganz eigener, spezifischer Markt (Ringtones, Screensaver, Modemarken usw.).
Die Individualisierung und schnellere Eingliederung in soziale Gruppierungen impliziert aber gleichzeitig keine unmittelbare, schnellere Entwicklung bezüglich sozialer Kompetenzen und Fähigkeiten der Jugendlichen. Diese Problematik möchte ich jedoch nun nicht weiter erläutern.
Durch diese Entwicklung haben die Jugendlichen ein wesentlich größeres Potential an Produkten, die sie für sich einnehmen können. Dementsprechend werden die Kinder und Jugendlichen für die Eltern auch immer teurer.
Noch vor wenigen Jahren waren Computer und Telefone z.B. Gegenstände der gesamten Familie. Das bedeutet sie wurden einmal gekauft und von allen genutzt. Die erste Entwicklung diesbezüglich war zum Beispiel in früheren Jahrzehnten mit dem Fernseher zu sehen. War der TV früher ein Gemeinschaftsprodukt, das von allen gemeinsam genutzt wurde, so wird er heute häufig extra für Kinder und andere Familienmitglieder angeschafft.
Aufgrund der problematischen, gegenwärtigen Bildungspolitik in Österreich floriert auch der Nachhilfemarkt. Unmengen an Geld wird in Nachhilfe und Fördermodelle gepumpt.
Abschließend können wir also von vielen Problemen bezüglich der abnehmenden Geburtenrate in den Westindustriestaaten sprechen.
1.) Individualisierung der Familienmitglieder (Vater, Mutter, Kind- wobei Mutter und Kind neu sind)
2.) Fehlende Sicherheit und Zukunftsperspektive im Berufsleben
3.) Das Berufsleben bevorzugt Mobilität
4.) Kinder und Familie werden insgesamt immer teurer und sind mit mehr finanziellem Aufwand verbunden.
Auf Dauer betrachtet muss es dementsprechend in vielen Teilbereichen der Wirtschaft, der Politik und insbesondere der Sozialpolitik Reformen geben.
Das Berufsleben und die Familie wird in Zukunft wieder vereinbarer werden müssen. Vorschläge dafür wären zum Beispiel eine Aufwertung der Teilzeitarbeit, gut durchdachte Karenzmodelle oder auch eine Reduzierung der Arbeitsstunden für Vollzeitarbeit.
Höhere Förderungen von Familien- Höheres Kindergeld, Familienbeihilfe und größeres sowie billigeres Angebot für Kindergärten.
Sozialpolitisch und pädagogisch gäbe es noch die Überlegung, die Identität des Kindes auf jeden Fall NICHT über die Konsumenteneigenschaften zu definieren. Das bedeutet zum Beispiel die Schaffung der Kinder- und Jugendkulturen nicht wirtschaftlich, sondern vor allem sozialpolitisch und gesellschaftspolitisch zu nutzen.
In diesen Bereichen wird es in Zukunft eine Reihe von Maßnahmen geben müssen. Ansonsten werden sich die Westindustriestaaten in der Alltagsrealität und demographisch entscheidend und unwiederbringlich verändern.
Sonntag, 26. Oktober 2008
Der obligatorische FUNKE

Letztens habe ich mir das Ostliga Match Wiener Sportklub gegen Admira Amateure angesehen. Wenige Tage darauf war im Fernsehen die „erstklassige“ Begegnung Austria Kärnten gegen LASK Linz zu sehen.
Vorweg möchte ich eins sagen: Ich bin nicht so unrealistisch und möchte behaupten, dass ich keine wesentlichen technischen Unterschiede im Fußball zwischen erster, und dritter Liga erkennen kann. Tatsächlich ist der Fußball in der höchsten Spielklasse viel schneller, aggressiver und mehr taktisch geprägt.
Während in der Ostliga regelmäßig ein großer Schwachpunkt in einer Mannschaft aufgedeckt werden kann, der dennoch oftmals ohne Folge bleibt, so ist es in der höchsten Spielklasse viel eher so, dass letztendlich Tore fallen und Fehler „provoziert“ werden.
Dabei gibt es ja noch mal den Unterschied zwischen der höchsten österreichischen, und zum Beispiel der höchsten spanischen Liga festzustellen.
Denn während in der höchsten österreichischen Spielklasse mittlerweile offensichtlich Rentnervereine wie der LASK problemlos, und Vereine die lediglich offensiv agieren wie Sturm Graz oder Red Bull Salzburg sogar um den Meistertitel mitspielen können.
Mit Wehmut erinnere ich mich da noch an die Zeiten, als die stärksten Vereine der österreichischen Liga in der Championsleauge aufgezeigt haben. Austria Salzburg mit teilweise sensationellen Leistungen gegen damals enorm starke Spieler von Ajax Amsterdam, oder insbesondere Sturm Graz unter Ivica Osim.
Heute kann man bereits froh sein, insofern ein österreichischer Verein überhaupt in einen internationalen Wettbewerb kurzfristig hineinschnuppern kann. Trotzdem objektiv betrachtet die Aufwände und der finanzielle Hintergrund wesentlich mehr zu Optimismus veranlassen müsste. Red Bull investiert enorm viel Geld in den Verein Salzburg und über ein Jahrzehnt pumpte der ehemalige Werkzeugmacher Frank Stronach Millionen in die Austria aus Wien.
Doch dennoch bleibt der Erfolg im Fußball versagt.
Dabei muss doch lediglich mal jemand auf den Wiener Sportclub Platz kommen, um zu erkennen, was konkret fehlt.
Der WSK hatte vorige Saison wesentlich mehr Budget und startete dennoch katastrophal.
Objektiv betrachtet kann man durchaus davon reden, dass der WSK der letzten Saison den diesjährigen Verein aus Hernals an die Wand spielen müsste. Tatsächlich ist es aber so, dass trotz weniger Geld und scheinbar „schlechterem“ Spielermaterial, der Funke übergesprungen ist. Die unerfahrenen Sportklubspieler lassen sich gegenwärtig von den erfahrenen Spielern, die ebenfalls erst zumeist Mitte 20 sind, mitreißen und kämpfen gegen JEDE Mannschaft.
Momentan erkämpft sich der WSK einen Sieg gegen Stegersbach genau so hart wie Siege gegen Wienerberg auswärts oder hoffentlich nächste Woche gegen Parndorf.
Jedes Spiel ist so zu sagen „auf der Kippe“ und kann verloren werden. Doch der Kampf und die Leidenschaft machen momentan jeden einzelnen, finanziellen Nachteil wett und vergessen.
Es muss wieder mehr Leidenschaft in den Fußball, mehr „Funken“ in das Spiel und mehr Identifikation mit dem Verein. Dann wird es auch wieder international funktionieren. Womöglich sogar im österreichischen Nationalteam.
Vorweg möchte ich eins sagen: Ich bin nicht so unrealistisch und möchte behaupten, dass ich keine wesentlichen technischen Unterschiede im Fußball zwischen erster, und dritter Liga erkennen kann. Tatsächlich ist der Fußball in der höchsten Spielklasse viel schneller, aggressiver und mehr taktisch geprägt.
Während in der Ostliga regelmäßig ein großer Schwachpunkt in einer Mannschaft aufgedeckt werden kann, der dennoch oftmals ohne Folge bleibt, so ist es in der höchsten Spielklasse viel eher so, dass letztendlich Tore fallen und Fehler „provoziert“ werden.
Dabei gibt es ja noch mal den Unterschied zwischen der höchsten österreichischen, und zum Beispiel der höchsten spanischen Liga festzustellen.
Denn während in der höchsten österreichischen Spielklasse mittlerweile offensichtlich Rentnervereine wie der LASK problemlos, und Vereine die lediglich offensiv agieren wie Sturm Graz oder Red Bull Salzburg sogar um den Meistertitel mitspielen können.
Mit Wehmut erinnere ich mich da noch an die Zeiten, als die stärksten Vereine der österreichischen Liga in der Championsleauge aufgezeigt haben. Austria Salzburg mit teilweise sensationellen Leistungen gegen damals enorm starke Spieler von Ajax Amsterdam, oder insbesondere Sturm Graz unter Ivica Osim.
Heute kann man bereits froh sein, insofern ein österreichischer Verein überhaupt in einen internationalen Wettbewerb kurzfristig hineinschnuppern kann. Trotzdem objektiv betrachtet die Aufwände und der finanzielle Hintergrund wesentlich mehr zu Optimismus veranlassen müsste. Red Bull investiert enorm viel Geld in den Verein Salzburg und über ein Jahrzehnt pumpte der ehemalige Werkzeugmacher Frank Stronach Millionen in die Austria aus Wien.
Doch dennoch bleibt der Erfolg im Fußball versagt.
Dabei muss doch lediglich mal jemand auf den Wiener Sportclub Platz kommen, um zu erkennen, was konkret fehlt.
Der WSK hatte vorige Saison wesentlich mehr Budget und startete dennoch katastrophal.
Objektiv betrachtet kann man durchaus davon reden, dass der WSK der letzten Saison den diesjährigen Verein aus Hernals an die Wand spielen müsste. Tatsächlich ist es aber so, dass trotz weniger Geld und scheinbar „schlechterem“ Spielermaterial, der Funke übergesprungen ist. Die unerfahrenen Sportklubspieler lassen sich gegenwärtig von den erfahrenen Spielern, die ebenfalls erst zumeist Mitte 20 sind, mitreißen und kämpfen gegen JEDE Mannschaft.
Momentan erkämpft sich der WSK einen Sieg gegen Stegersbach genau so hart wie Siege gegen Wienerberg auswärts oder hoffentlich nächste Woche gegen Parndorf.
Jedes Spiel ist so zu sagen „auf der Kippe“ und kann verloren werden. Doch der Kampf und die Leidenschaft machen momentan jeden einzelnen, finanziellen Nachteil wett und vergessen.
Es muss wieder mehr Leidenschaft in den Fußball, mehr „Funken“ in das Spiel und mehr Identifikation mit dem Verein. Dann wird es auch wieder international funktionieren. Womöglich sogar im österreichischen Nationalteam.
Samstag, 25. Oktober 2008
Der Bürgermeister

Gestern starb der Altbürgermeister Helmut Zilk in den Morgenstunden im Wilhelminen Spital. Wenige Tage zuvor war ja wie berichtet Jörg Haider tödlich verunglückt.
Ich persönlich bin jetzt an den Trauerfeierlichkeiten und deren Inszenierung sehr interessiert.
Vermutlich werden die Festivitäten nicht annähernd so groß hoch sterilisiert sein, wie das Begräbnis des Landeshauptmannes in Kärnten.
Ich persönlich bin jetzt an den Trauerfeierlichkeiten und deren Inszenierung sehr interessiert.
Vermutlich werden die Festivitäten nicht annähernd so groß hoch sterilisiert sein, wie das Begräbnis des Landeshauptmannes in Kärnten.
Dabei ist wahrscheinlich Jörg Haider schuld. Der alternde Politiker war polemisch ausgedrückt „niemandem wurscht“. Hinzu kommt noch der unerwartete und schnelle Tod.
Helmut Zilk wiederum verstarb unter völlig anderen Umständen. Nachdem der Altbürgermeister bereits mehrfach dem Tod von der Schippe gesprungen war, ließ er sich in das Krankenhaus aufgrund einer Infektion einliefern. Freitag morgens wollte er sich noch einmal kurz hinlegen und wachte niemals wieder auf. Er war verstorben.
Helmut Zilk wiederum verstarb unter völlig anderen Umständen. Nachdem der Altbürgermeister bereits mehrfach dem Tod von der Schippe gesprungen war, ließ er sich in das Krankenhaus aufgrund einer Infektion einliefern. Freitag morgens wollte er sich noch einmal kurz hinlegen und wachte niemals wieder auf. Er war verstorben.
Anders als Jörg Haider war Helmut Zilk von allen politischen Parteien respektiert worden. Hinzu kommt noch die langjährige Fernsehtätigkeit. Selbst nach seinem Rücktritt als Bürgermeister von Wien war er erneut im Fernsehen tätig und moderierte die Serie „Lebenskünstler“. Oftmals konnte dabei kritisiert werden, dass Zilk nachgesagt wurde, dass er sehr gerne sich selbst beim Diskutieren zuhöre und dem eigentlichen Gast zu wenig zu Wort kommen ließe.
In den Blickpunkt der Öffentlichkeit geriet auch Zilk, nachdem er einen Briefbombenanschlag in den 90er Jahren überlebte. Danach war seine Hand immer verwundet und entstellt geblieben. Seinen Peiniger Franz Fuchs hat der ehemalige Bürgermeister viele Jahre überlebt. Dieser erhängte sich eines Tages in seiner Gefängniszelle.
Sehr rührend gekümmert muss sich seine Ehefrau Dagmar Koller haben. In seinen schweren Zeiten hat sie ihren Helmut intensiv gepflegt und war somit Mitgrund, weshalb Helmut Zilk überhaupt das Alter von 81 Jahren erreichen konnte.
Wie allen Wiener Bürgermeistern wurde auch Helmut Zilk eine große Vorliebe zum Alkohol nachgesagt. Nicht zu guter Letzt aus diesem Grund wird ja die Liebe zum Alkohol polemisch ausgedrückt schon nahezu als Berufsprofil des Wiener Bürgermeisters akzeptiert.
Während Haider laut, skandalös, mysteriös und völlig unerwartet bei einem Autounfall verstarb, schlief Helmut Zilk 81jährig ein.
Neben der großen Polarisierungskraft Jörg Haiders ist es insbesondere auch die Art des Unfalls, die den Tod in den Medien hochspielen ließ.
Zilk verstarb ruhig und leise. Der Politiker hatte viele Freunde und war auch als Ombudsmann der umstrittenen Tageszeitung Krone tätig.
In den Blickpunkt der Öffentlichkeit geriet auch Zilk, nachdem er einen Briefbombenanschlag in den 90er Jahren überlebte. Danach war seine Hand immer verwundet und entstellt geblieben. Seinen Peiniger Franz Fuchs hat der ehemalige Bürgermeister viele Jahre überlebt. Dieser erhängte sich eines Tages in seiner Gefängniszelle.
Sehr rührend gekümmert muss sich seine Ehefrau Dagmar Koller haben. In seinen schweren Zeiten hat sie ihren Helmut intensiv gepflegt und war somit Mitgrund, weshalb Helmut Zilk überhaupt das Alter von 81 Jahren erreichen konnte.
Wie allen Wiener Bürgermeistern wurde auch Helmut Zilk eine große Vorliebe zum Alkohol nachgesagt. Nicht zu guter Letzt aus diesem Grund wird ja die Liebe zum Alkohol polemisch ausgedrückt schon nahezu als Berufsprofil des Wiener Bürgermeisters akzeptiert.
Während Haider laut, skandalös, mysteriös und völlig unerwartet bei einem Autounfall verstarb, schlief Helmut Zilk 81jährig ein.
Neben der großen Polarisierungskraft Jörg Haiders ist es insbesondere auch die Art des Unfalls, die den Tod in den Medien hochspielen ließ.
Zilk verstarb ruhig und leise. Der Politiker hatte viele Freunde und war auch als Ombudsmann der umstrittenen Tageszeitung Krone tätig.
Auch Zilk konnte während seines Lebens die eigene, persönliche und individuelle Rolle hochspielen. Er galt immer als „guter“ Bürgermeister. Das liegt wahrscheinlich auch in der Stadt Wien begründet. Wenngleich die Wiener/Innen oftmals für das obligatorische Jammern berühmt sind, ihren „Bürgermeister“ lieben sie immer.
Das liegt auch an der so genannten „roten Festung“ Wiens. Trotzdem Wien durchaus auch als Zentrum des in der Vergangenheit aufgekeimten Antisemitismus eingeordnet werden kann, ist die Hauptstadt Österreichs insbesondere seit der zweiten Republik die Hochburg der Sozialdemokratie.
Und Helmut Zilk konnte als langjähriger Bürgermeister diese Hochburg repräsentieren.
Das liegt auch an der so genannten „roten Festung“ Wiens. Trotzdem Wien durchaus auch als Zentrum des in der Vergangenheit aufgekeimten Antisemitismus eingeordnet werden kann, ist die Hauptstadt Österreichs insbesondere seit der zweiten Republik die Hochburg der Sozialdemokratie.
Und Helmut Zilk konnte als langjähriger Bürgermeister diese Hochburg repräsentieren.
Neben
Michael Häupl ist er der einzige Mensch, den ich aktiv als Bürgermeister Wiens mitbekommen habe.
Ich bin davon überzeugt, dass der als charismatisch gegoltene Zilk ebenfalls ein gut besuchtes Begräbnis erhalten und den Menschen in Erinnerung bleiben wird.
Dagmar Koller wird jetzt lernen müssen, ohne ihrem Ehepartner leben zu können. Sie kann sich bezüglich ihrer Bemühungen Nichts vorwerfen und stand ihrem Mann immer zur Seite.
Zuletzt fiel Helmut Zilk durch Kommentare bezüglich der Neuwahlen und Kritik an der SPÖ Politik auf. Dabei ließe es sich nicht vermeiden, dass der gealterte Politprofi oftmals wie ein Instrument der Kronenzeitung wirkte, dass in die mediale Auseinandersetzung mit einbezogen wurde, um Gesprächsstoff zu inszenieren.
Ruhe Sanft , Helmut Zilk
Dagmar Koller wird jetzt lernen müssen, ohne ihrem Ehepartner leben zu können. Sie kann sich bezüglich ihrer Bemühungen Nichts vorwerfen und stand ihrem Mann immer zur Seite.
Zuletzt fiel Helmut Zilk durch Kommentare bezüglich der Neuwahlen und Kritik an der SPÖ Politik auf. Dabei ließe es sich nicht vermeiden, dass der gealterte Politprofi oftmals wie ein Instrument der Kronenzeitung wirkte, dass in die mediale Auseinandersetzung mit einbezogen wurde, um Gesprächsstoff zu inszenieren.
Ruhe Sanft , Helmut Zilk
Mittwoch, 22. Oktober 2008
Neoliberale Propaganda mal anders ausgelegt

Hier ein paar Auszüge der neoliberalen Propaganda umfunktioniert:
Mehr privat- Weniger Staat
Laissez faire
Keine Unterstützung in Zeiten der Finanzkrise für die Unternehmen- Der Staat hat doch ohnehin keine Ahnung und die „invisible hand“ des Marktes wird schon Alles richten.
The fittest will survive ( Wirtschaftsdarwinismus)
Der Kapitalismus krachte bereits nicht nur gegenwärtig wie eine Kaisersemmel- Das System hat sich also auf Dauer nicht bewährt. Es war ideal für die Industrialisierung und den wirtschaftlichen, sowie technischen Aufbau von Wohlstand, ist aber auf Dauer dem Untergang geweiht- Also ein NEUES System, dass das schwächere, kapitalistische System verdrängt, muss her.
Was Nichts kostet, ist Nichts wert.
Richtig. Deshalb sage ich: Her mit der Schenkungs-, Erbschafts- und Vermögenssteuer. Das Vermögen der Fiona Svarovski ist doch Nichts wert, insofern es vererbt wird und Nichts kostet.
Zitat Molterer: Gott sei Dank machen wir nicht mehr den Fehler, zuerst auszugeben und dann einnehmen zu wollen.
Richtig- Ein Grund mehr, keine Investitionen für Rettungspakete usw. zu initiieren.
Zuerst privat kassieren, um dann staatlich Hilfe abzukassieren?
Leistung muss sich lohnen!
Richtig sage ich. Daher sofortige Einfrierung der Provisionen für Manager in den hart betroffenen Businessbereichen.
Außerdem Einführung einer Spekulationssteuer. Leistung soll sich lohnen- Nicht Vermögen. Dementsprechend müssen Vermögenszuwächse aus Vermögen konkret besteuert werden.
Steuern runter macht Österreich munter (Traurigerweise sogar ein Zitat eines Bundeskanzlers)
Gut sage ich- Sofortige Umstrukturierung der Steuersätze, beginnend beim Einstiegssteuersatz (muss niedriger eingestuft werden) und endend beim Spitzensteuersatz, der erhöht werden soll.
Außerdem eine Ausweitung der arbeitenden Menschen, die keine Steuern zahlen müssen.
Mehr privat- Weniger Staat
Laissez faire
Keine Unterstützung in Zeiten der Finanzkrise für die Unternehmen- Der Staat hat doch ohnehin keine Ahnung und die „invisible hand“ des Marktes wird schon Alles richten.
The fittest will survive ( Wirtschaftsdarwinismus)
Der Kapitalismus krachte bereits nicht nur gegenwärtig wie eine Kaisersemmel- Das System hat sich also auf Dauer nicht bewährt. Es war ideal für die Industrialisierung und den wirtschaftlichen, sowie technischen Aufbau von Wohlstand, ist aber auf Dauer dem Untergang geweiht- Also ein NEUES System, dass das schwächere, kapitalistische System verdrängt, muss her.
Was Nichts kostet, ist Nichts wert.
Richtig. Deshalb sage ich: Her mit der Schenkungs-, Erbschafts- und Vermögenssteuer. Das Vermögen der Fiona Svarovski ist doch Nichts wert, insofern es vererbt wird und Nichts kostet.
Zitat Molterer: Gott sei Dank machen wir nicht mehr den Fehler, zuerst auszugeben und dann einnehmen zu wollen.
Richtig- Ein Grund mehr, keine Investitionen für Rettungspakete usw. zu initiieren.
Zuerst privat kassieren, um dann staatlich Hilfe abzukassieren?
Leistung muss sich lohnen!
Richtig sage ich. Daher sofortige Einfrierung der Provisionen für Manager in den hart betroffenen Businessbereichen.
Außerdem Einführung einer Spekulationssteuer. Leistung soll sich lohnen- Nicht Vermögen. Dementsprechend müssen Vermögenszuwächse aus Vermögen konkret besteuert werden.
Steuern runter macht Österreich munter (Traurigerweise sogar ein Zitat eines Bundeskanzlers)
Gut sage ich- Sofortige Umstrukturierung der Steuersätze, beginnend beim Einstiegssteuersatz (muss niedriger eingestuft werden) und endend beim Spitzensteuersatz, der erhöht werden soll.
Außerdem eine Ausweitung der arbeitenden Menschen, die keine Steuern zahlen müssen.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Der Sport und der Mann
Besonders interessant ist ja immer noch der Sport. Durch Sport finden Klassifizierungen statt.
Bist du Rapid oder Austria Wien Anhänger? Bist du pro oder contra Didi Mateschitz und Red Bull Salzburg? Warst du für Michael Schumacher oder Damon Hill?
Für viele Männer nimmt der Sport eine so genannte Ersatzkultur ein. Der Sport gibt Identität, Zugehörigkeitsgefühl und Emotionen.
In vielen sozialen Gruppierungen gilt es als ein Non plus ultra sich im Sport auszukennen. Insofern du im Sport ungebildet bist, giltst du dann als Flasche oder ungeeignet für eine Fortführung der Diskussion.
Schon der gute alte Thomas Bernhard hat zu diesem Thema einige Gedanken zusammengetragen und ich dachte damals bei mir: „Meine Güte, ich sehe ja selbst so viel Sport. Und jetzt hat er mich damit selbst gekränkt,…“
Offensichtlich hat Bernhard sich selbst von der Kritik nicht ausgeschlossen, denn bei einer Dokumentation seines Schaffens und einem Fernseh- Interview wird er selbst beim Zusehen einer Sportveranstaltung beobachtet und gefilmt.
Auch Reinhard Fendrich befasste sich mit diesem Thema in seinem Lied „Es lebe der Sport“. Sinngemäß kritisiert er in dem Song just die Umstände, die ich gerade erläutere. So lautet es im Lied: „..weil wenn sich zwei in die Goschen hauen, steigert das (…) sein Selbstvertrauen.“
Hinzu kommt noch die Nationalität, die Identität stiftet.
So heißt es doch immer in den Nachrichten, dass WIR im Fußball gewonnen, verloren usw. haben.
Sport ist schon ein sehr interessantes Phänomen, das wohl niemals neu strukturiert werden und/oder aufgebrochen werden wird. Wobei grundsätzlich zu sagen ist, dass es mir hundertmal lieber ist, insofern Meinungsverschiedenheiten sportlich, und nicht im Krieg ausgefochten werden.
Jetzt am Schluss fällt es mir ein: Daher kommt wohl der Spruch des obligatorischen Sportsgeistes…
Bist du Rapid oder Austria Wien Anhänger? Bist du pro oder contra Didi Mateschitz und Red Bull Salzburg? Warst du für Michael Schumacher oder Damon Hill?
Für viele Männer nimmt der Sport eine so genannte Ersatzkultur ein. Der Sport gibt Identität, Zugehörigkeitsgefühl und Emotionen.
In vielen sozialen Gruppierungen gilt es als ein Non plus ultra sich im Sport auszukennen. Insofern du im Sport ungebildet bist, giltst du dann als Flasche oder ungeeignet für eine Fortführung der Diskussion.
Schon der gute alte Thomas Bernhard hat zu diesem Thema einige Gedanken zusammengetragen und ich dachte damals bei mir: „Meine Güte, ich sehe ja selbst so viel Sport. Und jetzt hat er mich damit selbst gekränkt,…“
Offensichtlich hat Bernhard sich selbst von der Kritik nicht ausgeschlossen, denn bei einer Dokumentation seines Schaffens und einem Fernseh- Interview wird er selbst beim Zusehen einer Sportveranstaltung beobachtet und gefilmt.
Auch Reinhard Fendrich befasste sich mit diesem Thema in seinem Lied „Es lebe der Sport“. Sinngemäß kritisiert er in dem Song just die Umstände, die ich gerade erläutere. So lautet es im Lied: „..weil wenn sich zwei in die Goschen hauen, steigert das (…) sein Selbstvertrauen.“
Hinzu kommt noch die Nationalität, die Identität stiftet.
So heißt es doch immer in den Nachrichten, dass WIR im Fußball gewonnen, verloren usw. haben.
Sport ist schon ein sehr interessantes Phänomen, das wohl niemals neu strukturiert werden und/oder aufgebrochen werden wird. Wobei grundsätzlich zu sagen ist, dass es mir hundertmal lieber ist, insofern Meinungsverschiedenheiten sportlich, und nicht im Krieg ausgefochten werden.
Jetzt am Schluss fällt es mir ein: Daher kommt wohl der Spruch des obligatorischen Sportsgeistes…
Der Student zwischen Verdammung und Demut

Mittlerweile kann ich durchaus behaupten, bereits seit längerer Zeit Erfahrungen als so genannter Student zu sammeln. Dabei ist vor allem eins auffällig. Die oftmals kritisierte „Entfernung zur Realität“ ist unter den Student/Innen durchaus auf der Tagesordnung.
Aufgrund der sozialen Selektion gibt es nahezu keine Student/Innen, die tief greifende, berufliche Erfahrungen vorweisen können. Dabei ist es unwesentlich, ob der Mensch Anfang, Mitte oder Ende 20 ist.
Oftmals wird in Sozialstatistiken angegeben, dass die Student/Innen geringfügig arbeiten müssen, um sich ihr Studium „leisten“ zu können. Dabei muss ich berichtigen, dass mit maximal 345 Euro pro Monat niemand leben kann. Niemand kann sich ein Studium in einer fremden Stadt, außerhalb der Wohnung der Eltern nicht einmal in der Heimatstadt leisten. Bei Studien und einer geringfügigen Beschäftigung ist immer die Unterstützung der Eltern beigemengt.
Allein das Wohnen würde schon dermaßen hohe Kosten verschlingen, das an ein Studium gar nicht mehr zu denken wäre. Im Übrigen kann niemand von 345 Euro, von der Hand im Mund leben.
Das bedeutet also, dass die Student/Innen tatsächlich ein gewisses Defizit haben zwischen den wirklichen Lebensbedingungen und ihren eigenen. Außerdem wird eine Student/In mit der Zeit gemäß ihres Studiums sozialisiert. Das bedeutet, dass die Jurist/Innen ihre eigene Sprache, die Politikwissenschaftler/Innen ihre eigenen Begriffe und polemisch ausgedrückt, die Theaterwissenschaftsstudent/Innen ihre eigenen Gesten aufweisen.
So kann es durchaus vorkommen, dass im Laufe eines Studiums ein sozialwissenschaftlich ausgebildeter Mensch für Otto Normalverbraucher kaum zu begreifen ist.
Hinzu kommt noch, dass er komplett anders gesellschaftlich geprägt ist, als der Durchschnittsmensch. Dementsprechend können den Student/Innen jetzt zwei beobachtete Phänomene entgegentreten: Sie können von Otto Normalverbraucher verflucht, oder in Demut bewundert werden.
Beides ist sichtlich falsch. Die Student/Innen haben ihr Studium in 95% der Fälle aufgrund ihrer sozialen Voraussetzungen ergreifen, und nicht aufgrund besonderer Gedankenleistungen wählen können.
Das bedeutet, dass nur die wenigsten Student/Innen über dieses Übermaß an Intelligenz verfügen, dass gewisse „Demut“ hervorbringen könnte.
Dennoch ist die Grundintention dieser Demut richtig und der Gedanke völlig logisch konstruiert. Menschen, die „intelligenter“ und tatsächlich gebildeter sind, sollte mit entsprechendem Respekt gegenüber getreten werden. Dabei meine ich keinen besonderen Respekt. Einzig und allein gleich behandelt sollten Student/Innen werden als eine soziale Gruppierung, die insbesondere in der österreichischen Gesellschaft nicht übermäßig häufig auftritt.
Oftmals kommt es allerdings ganz anders. Über Student/Innen wird geflucht und geschimpft.
Nicht selten habe ich den Ausspruch: „Die können ja nicht mal einen Nagel in die Wand schlagen.“vernommen und immer wieder dabei gestutzt.
Menschen aus dem Arbeitermilieu neigen sehr oft dazu, die körperliche über die geistige Arbeit zu stellen. Der Gedankenschritt impliziert, die Qualität der Arbeit in körperlichem Anstrengungsgrad zu messen.
Dementsprechend gibt es auch andere oftmals gehörten Klischees wie: „Die im Büro sitzen ja den ganzen Tag nur rum, saufen Kaffee und tun Nichts.“
Der andere Fall ist wie bereits vorhin erwähnt ebenfalls durchaus anzutreffen. Restlose Vergötterung des Studierten. „Du musst gescheit und intelligent sein.“
Natürlich sind mir als Student solche Klassifikationen und Klischees wesentlich lieber, als die Verfluchungen und Verwünschungen, denen Student/Innen oftmals ausgesetzt werden.
Doch schlussendlich sind Beide falsch.
Wer studiert, und wer nicht studiert, entscheidet in Österreich und auf der ganzen Welt in erster Linie immer noch die Sozialisation und die Geldbörse, und erst in zweiter Linie das Gehirn.
Wobei die Sozialisation immer noch vor die Geldbörse einzuordnen ist.
Als Abschluss möchte ich noch mal erwähnen, dass ich mir persönlich wesentlich bessere Kommunikation zwischen den sozialen Gruppierungen wünschen würde. Gelegentlich besuche ich einen Wirt im zehnten Bezirk, der ein tolles Beispiel für verschiedenste soziale Gruppierungen gibt. Ich besuche dieses Lokal insbesondere aufgrund des Umstandes, weil ich dort keine Student/Innen sehe und dementsprechend immer wieder neue, erfrischende Eindrücke gewinnen kann.
Die Menschen sollten aufeinander zugehen, statt sich gegenseitig auszugrenzen. Und oftmals stößt man auf Verständnis und Toleranz, wo es nicht vermutet worden wäre.
Natürlich ist auch immer wieder das Risiko der gefährlichen Auseinandersetzung gegeben, doch dieses Risiko muss zum allgemeinen, besseren Verständnis eingegangen werden.
Aufgrund der sozialen Selektion gibt es nahezu keine Student/Innen, die tief greifende, berufliche Erfahrungen vorweisen können. Dabei ist es unwesentlich, ob der Mensch Anfang, Mitte oder Ende 20 ist.
Oftmals wird in Sozialstatistiken angegeben, dass die Student/Innen geringfügig arbeiten müssen, um sich ihr Studium „leisten“ zu können. Dabei muss ich berichtigen, dass mit maximal 345 Euro pro Monat niemand leben kann. Niemand kann sich ein Studium in einer fremden Stadt, außerhalb der Wohnung der Eltern nicht einmal in der Heimatstadt leisten. Bei Studien und einer geringfügigen Beschäftigung ist immer die Unterstützung der Eltern beigemengt.
Allein das Wohnen würde schon dermaßen hohe Kosten verschlingen, das an ein Studium gar nicht mehr zu denken wäre. Im Übrigen kann niemand von 345 Euro, von der Hand im Mund leben.
Das bedeutet also, dass die Student/Innen tatsächlich ein gewisses Defizit haben zwischen den wirklichen Lebensbedingungen und ihren eigenen. Außerdem wird eine Student/In mit der Zeit gemäß ihres Studiums sozialisiert. Das bedeutet, dass die Jurist/Innen ihre eigene Sprache, die Politikwissenschaftler/Innen ihre eigenen Begriffe und polemisch ausgedrückt, die Theaterwissenschaftsstudent/Innen ihre eigenen Gesten aufweisen.
So kann es durchaus vorkommen, dass im Laufe eines Studiums ein sozialwissenschaftlich ausgebildeter Mensch für Otto Normalverbraucher kaum zu begreifen ist.
Hinzu kommt noch, dass er komplett anders gesellschaftlich geprägt ist, als der Durchschnittsmensch. Dementsprechend können den Student/Innen jetzt zwei beobachtete Phänomene entgegentreten: Sie können von Otto Normalverbraucher verflucht, oder in Demut bewundert werden.
Beides ist sichtlich falsch. Die Student/Innen haben ihr Studium in 95% der Fälle aufgrund ihrer sozialen Voraussetzungen ergreifen, und nicht aufgrund besonderer Gedankenleistungen wählen können.
Das bedeutet, dass nur die wenigsten Student/Innen über dieses Übermaß an Intelligenz verfügen, dass gewisse „Demut“ hervorbringen könnte.
Dennoch ist die Grundintention dieser Demut richtig und der Gedanke völlig logisch konstruiert. Menschen, die „intelligenter“ und tatsächlich gebildeter sind, sollte mit entsprechendem Respekt gegenüber getreten werden. Dabei meine ich keinen besonderen Respekt. Einzig und allein gleich behandelt sollten Student/Innen werden als eine soziale Gruppierung, die insbesondere in der österreichischen Gesellschaft nicht übermäßig häufig auftritt.
Oftmals kommt es allerdings ganz anders. Über Student/Innen wird geflucht und geschimpft.
Nicht selten habe ich den Ausspruch: „Die können ja nicht mal einen Nagel in die Wand schlagen.“vernommen und immer wieder dabei gestutzt.
Menschen aus dem Arbeitermilieu neigen sehr oft dazu, die körperliche über die geistige Arbeit zu stellen. Der Gedankenschritt impliziert, die Qualität der Arbeit in körperlichem Anstrengungsgrad zu messen.
Dementsprechend gibt es auch andere oftmals gehörten Klischees wie: „Die im Büro sitzen ja den ganzen Tag nur rum, saufen Kaffee und tun Nichts.“
Der andere Fall ist wie bereits vorhin erwähnt ebenfalls durchaus anzutreffen. Restlose Vergötterung des Studierten. „Du musst gescheit und intelligent sein.“
Natürlich sind mir als Student solche Klassifikationen und Klischees wesentlich lieber, als die Verfluchungen und Verwünschungen, denen Student/Innen oftmals ausgesetzt werden.
Doch schlussendlich sind Beide falsch.
Wer studiert, und wer nicht studiert, entscheidet in Österreich und auf der ganzen Welt in erster Linie immer noch die Sozialisation und die Geldbörse, und erst in zweiter Linie das Gehirn.
Wobei die Sozialisation immer noch vor die Geldbörse einzuordnen ist.
Als Abschluss möchte ich noch mal erwähnen, dass ich mir persönlich wesentlich bessere Kommunikation zwischen den sozialen Gruppierungen wünschen würde. Gelegentlich besuche ich einen Wirt im zehnten Bezirk, der ein tolles Beispiel für verschiedenste soziale Gruppierungen gibt. Ich besuche dieses Lokal insbesondere aufgrund des Umstandes, weil ich dort keine Student/Innen sehe und dementsprechend immer wieder neue, erfrischende Eindrücke gewinnen kann.
Die Menschen sollten aufeinander zugehen, statt sich gegenseitig auszugrenzen. Und oftmals stößt man auf Verständnis und Toleranz, wo es nicht vermutet worden wäre.
Natürlich ist auch immer wieder das Risiko der gefährlichen Auseinandersetzung gegeben, doch dieses Risiko muss zum allgemeinen, besseren Verständnis eingegangen werden.
Montag, 20. Oktober 2008
Die Realität der wirtschaftlichen Studien

Die Statistiken der Universitäten sprechen eine klare Sprache. Es gibt nahezu Niemanden, der aus einer Familie mit unter 1000 Euro Gesamthaushaltseinkommen maturiert, geschweige denn studiert. Auch aus Familien mit Einkommen bis 1500 Euro sieht die Statistik nur unwesentlich besser aus.
Hinzu kommt noch, dass die wenigen Student/Innen, die aus diesem Kreis zum Studieren kommen, zumeist aufgrund finanzieller Probleme abbrechen und/oder ein sozialwissenschaftliches oder Kunststudium wählen, da sie falls sie abschließen, schnell abschließen müssen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass sehr wenig Menschen aus sozial schwächeren Familien auf der WU, dem Juridicum und/ oder Medizin Fakultäten studieren.
Ich möchte nun ein bisschen auf die Kerntheorie meiner Aussagen am Beispiel der WU näher eingehen.
Wirtschaft wird immer mit Realität in Zusammenhang gestellt. Auch Staatswirtschaft wird zum Beispiel zumeist mit Betriebswirtschaft oder Familienhaushaltskassen verglichen, trotzdem der Vergleich nicht nur hinkt, sonder im Grund illusorisch und erwiesenermaßen falsch ist.
Doch wissen die Student/Innen der WU überhaupt über Familienhaushaltskassen, Rentabilitätsfragen oder individuellen Bedürfnisauswahlverfahren bescheid?
Insofern ein Mensch aus mehr als ausreichend abgesicherten Familienverhältnissen kommt, niemals Arbeiten muss um sich zu erhalten und auch kein eigenes, familiäres oder eigenes Haushaltsbudget kreieren muss, da ja das Budget von den Eltern bis zum Ende des Studiums komplett abgesichert ist, muss folglich ein großer Unterschied zwischen den eigenen Erfahrungswerten und dem Gelernten entstehen.
Polemisch ausgedrückt: Kann Fiona Svarovski überhaupt über die Bedürfnispyramide von Maslow Kausalitäten und Zusammenhänge feststellen?
Oder kann jemand, der in seinem Kaufverhalten sehr selten oder nie die Preisfrage eruiert, überhaupt die Preispolitik verfolgen, die letztendlich zum unternehmerischen Erfolg führt?
Und falls das trotzdem gekonnt wird, könnte es nicht jemand besser, der selbst in diesen zu erforschenden Segmenten hauptsächlich involviert ist?
Ist es ein Zufall, dass simple Werkzeugmacher wie Frank Stronach letztendlich ein besonders gutes „wirtschaftliches“ Näschen entwickelten, oder Notwendigkeit?
Ich persönlich bin der Meinung, dass es mehrere Komponenten braucht, um wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit zu erzeugen.
Zum einen ist die Erfahrung der Praxis unbedingt notwendig und erforderlich. Falls die Praxis aus familiären Gründen und sozialer Absicherung nicht notwendig ist, um wirtschaftlich überleben zu können, so müssen zumindest Praktika in den Ferien absolviert werden, um in die Materie letztendlich einzutauchen.
Des Weiteren sollte man (und das passiert leider nur viel zu selten) den Menschen jeder sozialen Herkunft auf Augenhöhe begegnen. Dieser Prozess ist vorderrangig nicht nur wirtschaftlich wichtig um Bedürfnisse zu identifizieren, sondern vor allem menschlich, um sich persönlich weiter zu entwickeln und Realitätsferne zu verhindern.
Nicht umsonst sagt man oftmals gerade den Student/Innen realitätsferne Ansichten nach, da sie sich zumeist unter ihresgleichen aufhalten und dementsprechend nur eine soziale Gruppierung von Vielen aufsuchen.
Man muss sie alle mögen, um nicht zu sagen lieben: Die Verlierer der Modernisierung, die Arbeitslosen, die ehemaligen Gefängnisinsassen, die Wirtschaftsbosse, die Politiker/Innen, die Alkoholiker/Innen und die Stammtischphilosophen.
Aus all diesen Erfahrungswerten ergibt sich letztendlich ein Abbild der Realität, dass aussagekräftig ist und aus dem Rückschlüsse gezogen werden können.
Rückschlüsse für die Wirtschaft, für das Selbst und insbesondere Verständnis, Einfühlungsvermögen für die Probleme der Menschen.
Auch politologisch und sozialwissenschaftlich ist es unerlässlich, die Stammtische dieser Welt zu besuchen. Georg Danzer sang eindrucksvoll in einem Lied von dem so genannten „Herrn Wesely“. Dieser Mann ist ein ehemaliger Nationalsozialist, der immer noch Hitler regelmäßig am Stammtisch propagiert. Dabei fallen Sprüche wie: „Damals unterm Hitler war es schon gut. Es bräuchte wieder so einen kleinen Hitler…usw.“
So lange diese Menschen von der so genannten „Bildungselite“ links liegen gelassen und mit ein wenig Sozialhilfe oder Arbeitslose abgespeist werden, werden sie sich kontinuierlich ausbreiten und die politische Landschaft Österreichs dauerhaft prägen…
Hinzu kommt noch, dass die wenigen Student/Innen, die aus diesem Kreis zum Studieren kommen, zumeist aufgrund finanzieller Probleme abbrechen und/oder ein sozialwissenschaftliches oder Kunststudium wählen, da sie falls sie abschließen, schnell abschließen müssen.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass sehr wenig Menschen aus sozial schwächeren Familien auf der WU, dem Juridicum und/ oder Medizin Fakultäten studieren.
Ich möchte nun ein bisschen auf die Kerntheorie meiner Aussagen am Beispiel der WU näher eingehen.
Wirtschaft wird immer mit Realität in Zusammenhang gestellt. Auch Staatswirtschaft wird zum Beispiel zumeist mit Betriebswirtschaft oder Familienhaushaltskassen verglichen, trotzdem der Vergleich nicht nur hinkt, sonder im Grund illusorisch und erwiesenermaßen falsch ist.
Doch wissen die Student/Innen der WU überhaupt über Familienhaushaltskassen, Rentabilitätsfragen oder individuellen Bedürfnisauswahlverfahren bescheid?
Insofern ein Mensch aus mehr als ausreichend abgesicherten Familienverhältnissen kommt, niemals Arbeiten muss um sich zu erhalten und auch kein eigenes, familiäres oder eigenes Haushaltsbudget kreieren muss, da ja das Budget von den Eltern bis zum Ende des Studiums komplett abgesichert ist, muss folglich ein großer Unterschied zwischen den eigenen Erfahrungswerten und dem Gelernten entstehen.
Polemisch ausgedrückt: Kann Fiona Svarovski überhaupt über die Bedürfnispyramide von Maslow Kausalitäten und Zusammenhänge feststellen?
Oder kann jemand, der in seinem Kaufverhalten sehr selten oder nie die Preisfrage eruiert, überhaupt die Preispolitik verfolgen, die letztendlich zum unternehmerischen Erfolg führt?
Und falls das trotzdem gekonnt wird, könnte es nicht jemand besser, der selbst in diesen zu erforschenden Segmenten hauptsächlich involviert ist?
Ist es ein Zufall, dass simple Werkzeugmacher wie Frank Stronach letztendlich ein besonders gutes „wirtschaftliches“ Näschen entwickelten, oder Notwendigkeit?
Ich persönlich bin der Meinung, dass es mehrere Komponenten braucht, um wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit zu erzeugen.
Zum einen ist die Erfahrung der Praxis unbedingt notwendig und erforderlich. Falls die Praxis aus familiären Gründen und sozialer Absicherung nicht notwendig ist, um wirtschaftlich überleben zu können, so müssen zumindest Praktika in den Ferien absolviert werden, um in die Materie letztendlich einzutauchen.
Des Weiteren sollte man (und das passiert leider nur viel zu selten) den Menschen jeder sozialen Herkunft auf Augenhöhe begegnen. Dieser Prozess ist vorderrangig nicht nur wirtschaftlich wichtig um Bedürfnisse zu identifizieren, sondern vor allem menschlich, um sich persönlich weiter zu entwickeln und Realitätsferne zu verhindern.
Nicht umsonst sagt man oftmals gerade den Student/Innen realitätsferne Ansichten nach, da sie sich zumeist unter ihresgleichen aufhalten und dementsprechend nur eine soziale Gruppierung von Vielen aufsuchen.
Man muss sie alle mögen, um nicht zu sagen lieben: Die Verlierer der Modernisierung, die Arbeitslosen, die ehemaligen Gefängnisinsassen, die Wirtschaftsbosse, die Politiker/Innen, die Alkoholiker/Innen und die Stammtischphilosophen.
Aus all diesen Erfahrungswerten ergibt sich letztendlich ein Abbild der Realität, dass aussagekräftig ist und aus dem Rückschlüsse gezogen werden können.
Rückschlüsse für die Wirtschaft, für das Selbst und insbesondere Verständnis, Einfühlungsvermögen für die Probleme der Menschen.
Auch politologisch und sozialwissenschaftlich ist es unerlässlich, die Stammtische dieser Welt zu besuchen. Georg Danzer sang eindrucksvoll in einem Lied von dem so genannten „Herrn Wesely“. Dieser Mann ist ein ehemaliger Nationalsozialist, der immer noch Hitler regelmäßig am Stammtisch propagiert. Dabei fallen Sprüche wie: „Damals unterm Hitler war es schon gut. Es bräuchte wieder so einen kleinen Hitler…usw.“
So lange diese Menschen von der so genannten „Bildungselite“ links liegen gelassen und mit ein wenig Sozialhilfe oder Arbeitslose abgespeist werden, werden sie sich kontinuierlich ausbreiten und die politische Landschaft Österreichs dauerhaft prägen…
Dienstag, 14. Oktober 2008
DER Inspektor

Meine absolute Lieblingskrimiserie ist und bleibt Inspektor Columbo. Das Besondere an dieser Serie ist der Umstand, dass in 99% der Folgen der Täter bereits von Anfang an bekannt ist und es lediglich um die Frage des „Wie“ geht, die den Zuseher beschäftigt.
Dabei geht der Inspektor auf eine Art und Weise vor, die bereits als so genannte „Columbo Strategie“ eingegangen ist. Seine Taktik ist es, denn Täter in die Lösung des Falles mit einzubeziehen, unscheinbar und ungefährlich zu wirken.
Dadurch bewirkt er, dass sich die Täter/Innen zumeist sehr sicher und ungefährdet fühlen und in diesen Momenten schlägt der markante, kleine Polizist zu.
Ursprünglich beruht die Serie auf einem Theaterstück, dass auch mit einem „anderen“ Columbo aufgeführt wurde. Peter Falk als Inspektor Columbo wurde erst für die TV Serie eingebunden und war im Übrigen nicht die erste Wahl. Es ist ein Glück für die Zuseher/Innen, dass letztendlich Falk den Zuschlag für die Rolle erhielt. Bing Crosby hatte zum Beispiel abgesagt und aufgrund der Lebensdauer hätte es ohnehin nicht übermäßig viele Folgen gegeben. Hinzu kommt noch, dass Falk dem Inspektor viel eigene Identität beigefügt hat.
Sehr typisch für den Inspektor ist zum Beispiel das Wiederauftauchen in einer Szene. Er verließ bereits den Raum und betritt ihn erneut, weil er „noch eine Frage“ hat. Diese Eigenheit führte Falk selbst ein, nachdem er einen Aspekt seines Textes vergessen und mit einem zweiten Auftritt auf der Bühne, der improvisiert war, seinen Fehler ausgebügelt hatte.
Der zerknitterte Trenchcoat ist ebenfalls ein markantes Symbol für den Inspektor ohne Vornamen. Auch dieses Stück Fernsehgeschichte nahm der einäugige Falk eigenhändig auf das Set mit und initiierte damit eine Individualität, die seines Gleichen in der Krimigeschichte sucht.
Ein weiterer Teil der Erfolgsgeschichte der Krimiserie ist der Umstand, dass die Frau Columbos niemals gezeigt wird. Oftmals wird das Gefühl erzeugt, sie in der nächsten Szene sehen zu müssen und letztendlich wird der Running gag weiter zelebriert, niemals seine Ehefrau im Fernsehen zu zeigen.
Mittlerweile ist Peter Falk über 80 Jahre alt. Die letzte Folge Columbo liegt bereits fünf Jahre zurück und lange Zeit schien es so, dass es zu keiner neuen, endgültig letzten Folge kommen sollte. Anhand von Homepages und Internetdaten ist es allerdings im Bereich des Möglichen, dass es eine letzte, abschließende Folge geben könnte.
Ich persönlich würde es mir sehr wünschen. Die letzte Folge „Die letzte Party“ zeigte Columbo im untypischen Raver- Milieu und war nicht sehr gelungen. Es wäre eigentlich sehr schade, würde eine so glorreiche Serie wie Columbo durch eine miese Endfolge beendet werden.
Sehr auffällig und hervorzuheben ist auch der Umstand, dass in der TV Serie einzig in einer Folge Columbo eine Waffe trägt und er ansonsten immer auf jede Form des Waffeneinsatzes verzichtet. Columbo ist ein Mensch, der die Menschen durch Intelligenz, Bauernschläue und Aufmerksamkeit entlarvt. Gewalt und Actionszenen werden nahezu nie initiiert und falls es doch zu wenigen Momenten kommt, dann sind diese nicht in der Intensität, wie sie im gegenwärtigen Fernsehen zumeist präsentiert werden.
Dabei geht der Inspektor auf eine Art und Weise vor, die bereits als so genannte „Columbo Strategie“ eingegangen ist. Seine Taktik ist es, denn Täter in die Lösung des Falles mit einzubeziehen, unscheinbar und ungefährlich zu wirken.
Dadurch bewirkt er, dass sich die Täter/Innen zumeist sehr sicher und ungefährdet fühlen und in diesen Momenten schlägt der markante, kleine Polizist zu.
Ursprünglich beruht die Serie auf einem Theaterstück, dass auch mit einem „anderen“ Columbo aufgeführt wurde. Peter Falk als Inspektor Columbo wurde erst für die TV Serie eingebunden und war im Übrigen nicht die erste Wahl. Es ist ein Glück für die Zuseher/Innen, dass letztendlich Falk den Zuschlag für die Rolle erhielt. Bing Crosby hatte zum Beispiel abgesagt und aufgrund der Lebensdauer hätte es ohnehin nicht übermäßig viele Folgen gegeben. Hinzu kommt noch, dass Falk dem Inspektor viel eigene Identität beigefügt hat.
Sehr typisch für den Inspektor ist zum Beispiel das Wiederauftauchen in einer Szene. Er verließ bereits den Raum und betritt ihn erneut, weil er „noch eine Frage“ hat. Diese Eigenheit führte Falk selbst ein, nachdem er einen Aspekt seines Textes vergessen und mit einem zweiten Auftritt auf der Bühne, der improvisiert war, seinen Fehler ausgebügelt hatte.
Der zerknitterte Trenchcoat ist ebenfalls ein markantes Symbol für den Inspektor ohne Vornamen. Auch dieses Stück Fernsehgeschichte nahm der einäugige Falk eigenhändig auf das Set mit und initiierte damit eine Individualität, die seines Gleichen in der Krimigeschichte sucht.
Ein weiterer Teil der Erfolgsgeschichte der Krimiserie ist der Umstand, dass die Frau Columbos niemals gezeigt wird. Oftmals wird das Gefühl erzeugt, sie in der nächsten Szene sehen zu müssen und letztendlich wird der Running gag weiter zelebriert, niemals seine Ehefrau im Fernsehen zu zeigen.
Mittlerweile ist Peter Falk über 80 Jahre alt. Die letzte Folge Columbo liegt bereits fünf Jahre zurück und lange Zeit schien es so, dass es zu keiner neuen, endgültig letzten Folge kommen sollte. Anhand von Homepages und Internetdaten ist es allerdings im Bereich des Möglichen, dass es eine letzte, abschließende Folge geben könnte.
Ich persönlich würde es mir sehr wünschen. Die letzte Folge „Die letzte Party“ zeigte Columbo im untypischen Raver- Milieu und war nicht sehr gelungen. Es wäre eigentlich sehr schade, würde eine so glorreiche Serie wie Columbo durch eine miese Endfolge beendet werden.
Sehr auffällig und hervorzuheben ist auch der Umstand, dass in der TV Serie einzig in einer Folge Columbo eine Waffe trägt und er ansonsten immer auf jede Form des Waffeneinsatzes verzichtet. Columbo ist ein Mensch, der die Menschen durch Intelligenz, Bauernschläue und Aufmerksamkeit entlarvt. Gewalt und Actionszenen werden nahezu nie initiiert und falls es doch zu wenigen Momenten kommt, dann sind diese nicht in der Intensität, wie sie im gegenwärtigen Fernsehen zumeist präsentiert werden.
Samstag, 11. Oktober 2008
Das Trauma
Meinen heutigen Fußballnachmittag verbrachte ich im Wettbüro auf der Favoritenstraße.
Dabei konnte ich Menschen mit Bier und andere Personen mit Wettscheinen sehen. Was ich nicht sehen konnte, war das Fußballmatch, denn es gab keine Bilder der Begegnung.
Vielleicht war es letztendlich auch besser, dass ich nur dem Moderator lauschen konnte, denn die Partie ging ernsthaft nur 1:1 aus.
Insbesondere in der ersten Halbzeit schien das Team mehr als drückend überlegen, verzeichnete mehrere Stangenschüsse und erzielte zwei irreguläre Tore. Letztendlich ging das Spiel 1:1 aus und damit hat sich das österreichische Nationalteam erneut blamiert.
Die Faröer Inseln sind offensichtlich kein guter Boden für österreichische Fußballer.
Bereits vor 18 Jahren verlor das Team in einem unglaublichen Spiel mit 1:0.
Mein Bruder erklärt mir in diesem Zusammenhang immer wieder sein Erlebnis. Er kam nach dem Match nach Hause und fragte unseren Vater nach dem Ergebnis. Nachdem dieser mit 1:0 antwortete, schien er enttäuscht, da er an einen knappen Sieg der Österreicher gedacht hatte.
Damals wie heute ist das Trauma offensichtlich immer noch akut.
Doch viele Nationen haben ein „Faröer“. England konnte zum Beispiel über Ewigkeiten nicht gegen Schweden gewinnen.
Der Wiener Sportklub hatte mit Baumgarten in der Ostliga über Jahre einen akuten Angstgegner, gegen den sie nahezu nie gewannen. Ebenso sieht es mit der Vienna aus, die über lange Zeit nie einen Heimsieg gegen den Sportklub erkämpfen konnten.
Fußball ist eben doch mehr, als bloß 22 Spieler/Innen und ein Schiedsrichter. Fußball hat auch gewisse soziale Regeln, die empirisch belegbar sind und verwundern. Wie kommt es, das es Mannschaften gibt, die NIE Elfmeterschießen gewinnen und andere, die nahezu und/oder gar Keines verlieren?
Bei all dem Geplaudere über das österreichische Team muss vor allem eins gesagt werden. Es muss nun kommenden Mittwoch gegen Serbien ein Sieg her. Alles andere als ein Sieg wäre im Grunde bereits der Beginn einer aussichtslosen Situation. Im Normalfall verdient man sich auch gar keine Teilnahme bei einer WM, insofern nicht gegen dieses Insel- Nationalteam gewonnen werden kann.
Womöglich kann allerdings Österreich diesen Ausrutscher durch Siege z.b in Serbien und/oder Frankreich, Rumänien wieder ausgleichen. Es wäre auf jeden Fall den Spielern von Brückner zu empfehlen, insofern sie noch nach Südafrika reisen wollen.
Dabei konnte ich Menschen mit Bier und andere Personen mit Wettscheinen sehen. Was ich nicht sehen konnte, war das Fußballmatch, denn es gab keine Bilder der Begegnung.
Vielleicht war es letztendlich auch besser, dass ich nur dem Moderator lauschen konnte, denn die Partie ging ernsthaft nur 1:1 aus.
Insbesondere in der ersten Halbzeit schien das Team mehr als drückend überlegen, verzeichnete mehrere Stangenschüsse und erzielte zwei irreguläre Tore. Letztendlich ging das Spiel 1:1 aus und damit hat sich das österreichische Nationalteam erneut blamiert.
Die Faröer Inseln sind offensichtlich kein guter Boden für österreichische Fußballer.
Bereits vor 18 Jahren verlor das Team in einem unglaublichen Spiel mit 1:0.
Mein Bruder erklärt mir in diesem Zusammenhang immer wieder sein Erlebnis. Er kam nach dem Match nach Hause und fragte unseren Vater nach dem Ergebnis. Nachdem dieser mit 1:0 antwortete, schien er enttäuscht, da er an einen knappen Sieg der Österreicher gedacht hatte.
Damals wie heute ist das Trauma offensichtlich immer noch akut.
Doch viele Nationen haben ein „Faröer“. England konnte zum Beispiel über Ewigkeiten nicht gegen Schweden gewinnen.
Der Wiener Sportklub hatte mit Baumgarten in der Ostliga über Jahre einen akuten Angstgegner, gegen den sie nahezu nie gewannen. Ebenso sieht es mit der Vienna aus, die über lange Zeit nie einen Heimsieg gegen den Sportklub erkämpfen konnten.
Fußball ist eben doch mehr, als bloß 22 Spieler/Innen und ein Schiedsrichter. Fußball hat auch gewisse soziale Regeln, die empirisch belegbar sind und verwundern. Wie kommt es, das es Mannschaften gibt, die NIE Elfmeterschießen gewinnen und andere, die nahezu und/oder gar Keines verlieren?
Bei all dem Geplaudere über das österreichische Team muss vor allem eins gesagt werden. Es muss nun kommenden Mittwoch gegen Serbien ein Sieg her. Alles andere als ein Sieg wäre im Grunde bereits der Beginn einer aussichtslosen Situation. Im Normalfall verdient man sich auch gar keine Teilnahme bei einer WM, insofern nicht gegen dieses Insel- Nationalteam gewonnen werden kann.
Womöglich kann allerdings Österreich diesen Ausrutscher durch Siege z.b in Serbien und/oder Frankreich, Rumänien wieder ausgleichen. Es wäre auf jeden Fall den Spielern von Brückner zu empfehlen, insofern sie noch nach Südafrika reisen wollen.
Jörg Haider
Als ich heute morgens die Nachrichten im Fernsehen sah, konnte ich die Mitteilung über den Unfalltod von Jörg Haider nicht begreifen. Dieser Unfall macht jedem Menschen wohl die Vergänglichkeit bewusst, die für alle Menschen gleich ist.
Ein Politiker, Landeshauptmann oder Künstler hat letztendlich auch einen zerstörbaren und verletzlichen Körper, und selbst eventuelle Bevorzugen im Krankenhaus usw. können in einem so tragischen Unfall wie heute früh Nichts am Tod ändern.
Es ist makaber, dass der Rechtspopulist und Demagoge Jörg Haider am zweiten Höhepunkt seiner Karriere starb. Schaffte er es einst mit der FPÖ zur zweitstärksten Partei aufzusteigen, ehe ihn Wolfgang Schüssel politisch „ausbremste“, so war ihm unlängst die Sensation gelungen, eine Partei zu beachtlicher Größe zu verhelfen, die allein seine Person als Wahlprogramm beinhaltete. Denn das BZÖ ist in Wahrheit nicht mehr und nicht weniger als der verstorbene Jurist.
Es kann vermutet werden, dass die Zukunft für das Bündnis Zukunft mit dem Tod des Kärntner Landeshauptmanns abgelaufen ist.
Jörg Haider war ein charismatischer, populistischer, intelligenter und flexibler Politiker. Seine Stärke war es, den jeweiligen, aktuellen Bedürfnissen der Menschen Ausdruck zu verleihen.
Dies gelang ihm auch durch eine ausländerfeindliche und minderheitsfeindliche Politik. Zu den verzichtbaren Errungenschaften Jörg Haiders gehört es, dass er das so genannte „dritte Lager“ wieder salonfähig und wählbar gemacht hat.
Tatsächlich konnte ich vor einigen Jahren Haider für einen kurzen Augenblick persönlich sprechen. Ich persönlich fühle mich dem linken Spektrum zugehörig, fand und finde die rechtspopulistische Kultur in Österreich schlichtweg „irrational“ und Ängste schürend.
Während linksgerichtete Politik immer auf Zusammengehörigkeit und Gemeinsamkeiten bauen sollte, war es über lange Zeit das Ausspielen von Interessen und die Ängste über Modernisierung, Zukunft und Zuwanderung, die Jörg Haider aufsteigen ließ.
Während des persönlichen Aufeinandertreffens konnte ich mich allerdings davon überzeugen, wie der Politiker seine Karten perfekt ausspielt. Gegenüber den Menschen und Otto Normalverbraucher/In, war er freundlich und begegnete jeder Person auf Augenhöhe. Während viele Politiker/Innen durch Arroganz negativ auffallen, schien Haider zumindest oberflächlich gegenüber jedem Menschen freundlich zu sein.
In seinen letzten politischen Jahren war es ruhig um den alternden Politiker geworden. Seine Ausdrucksweise erlangte Akzeptanz, er gab sich staatsmännisch und bedeutend „ruhiger“. Im Vergleich zu seinen freiheitlichen „Nachfolger“ HC Strache wirkte er zeitweise richtiggehend „gemäßigt“ und in seinen Vorschlägen bezüglich sozialpolitischer Reformen war durchaus einige positive Schaffungskraft erkennbar. So wollte er zum Beispiel eine Spekulationssteuer einführen, die insbesondere aufgrund der gegenwärtigen Finanzmarktkrise an Aktualität gewonnen hat. Des Weiteren wollte er die Kindergartenplätze ausweiten und hatte das sozialdemokratische Modell der Gesamtschule in Kärnten als Schulversuch impliziert.
Außerdem war es sein Wunsch, die kleinen und mittleren Betriebe zu entlasten und immer wieder pries er das Tankstellenmodell in Kärnten an.
Besonders in den letzten Jahren häuften sich die Verdachtsmomente, das Jörg H. in homosexuellen Kreisen verkehre. Die Freiheitliche Partei Österreichs versuchte die Homophobie der Wähler/Innen des dritten Lagers aufgrund dieser Gerüchte auf ihre Seite zu bringen. Immer wieder griffen sie den Juristen in diesem Zusammenhang unter der Gürtellinie an.
Des Weiteren hatte er in Kärnten ein Modell der „Grundsicherung“ initiiert, weshalb er dem SPÖ- Modell von Erwin Buchinger bis zuletzt eine Absage erteilte. Aufgrund dieses Umstandes konnte und kann die notwendige bedarfsorientierte Grundsicherung nicht umgesetzt werden.
Heute kam es zu einigen pietätlosen Äußerungen in Foren von verschiedenen Zeitungen. Vorweg möchte ich dazu meine Meinung sagen. Die politische Strahlkraft des Jörg Haider und seine Fähigkeit, Stimmen immer und immer wieder auf sich ziehen zu können, war eine unwahrscheinlich große und starke, individuelle Fähigkeit des gebürtigen Oberösterreichers.
Seine politische Zugehörigkeit ist mir fremd und viele seiner Aussagen und Politik hatten Unmengen von Menschen verletzt, diskriminiert und demontiert.
Der politische und ideologische Inhalt des Jörg Haider ist aufgrund meiner Sozialisation und Vorstellungen von Politik nicht erstrebenswert und abzulehnen. Rechtspopulismus dürfte im Jahr 2008 keine Stimme mehr haben.
Die individuellen Fähigkeiten, das Charisma und die Möglichkeiten, Wahlen allein durch die eigene Person für sich zu entscheiden waren beachtenswert.
Menschen aus dem linken Spektrum dürften im Zusammenhang mit Haider nicht entschieden genug nachdenken, wenn sie seinen Tod feiern und belächeln. Jedes Menschenleben ist gleich viel wert. Das ist eine Grundaussage des Sozialismus. Ein Mensch, der über den Tod Jörg Haiders pietätlose Äußerungen trifft und diesen befürwortet, kann dementsprechend nicht wahrhaftig dem linken Spektrum zuzuordnen sein.
Denn spätestens dort, wo das Leben aufhört und der Tod beginnt, bleibt auch der nackte, einzelne Mensch einfach nur Mensch, entpolitisiert und verblichen.
Ein Politiker, Landeshauptmann oder Künstler hat letztendlich auch einen zerstörbaren und verletzlichen Körper, und selbst eventuelle Bevorzugen im Krankenhaus usw. können in einem so tragischen Unfall wie heute früh Nichts am Tod ändern.
Es ist makaber, dass der Rechtspopulist und Demagoge Jörg Haider am zweiten Höhepunkt seiner Karriere starb. Schaffte er es einst mit der FPÖ zur zweitstärksten Partei aufzusteigen, ehe ihn Wolfgang Schüssel politisch „ausbremste“, so war ihm unlängst die Sensation gelungen, eine Partei zu beachtlicher Größe zu verhelfen, die allein seine Person als Wahlprogramm beinhaltete. Denn das BZÖ ist in Wahrheit nicht mehr und nicht weniger als der verstorbene Jurist.
Es kann vermutet werden, dass die Zukunft für das Bündnis Zukunft mit dem Tod des Kärntner Landeshauptmanns abgelaufen ist.
Jörg Haider war ein charismatischer, populistischer, intelligenter und flexibler Politiker. Seine Stärke war es, den jeweiligen, aktuellen Bedürfnissen der Menschen Ausdruck zu verleihen.
Dies gelang ihm auch durch eine ausländerfeindliche und minderheitsfeindliche Politik. Zu den verzichtbaren Errungenschaften Jörg Haiders gehört es, dass er das so genannte „dritte Lager“ wieder salonfähig und wählbar gemacht hat.
Tatsächlich konnte ich vor einigen Jahren Haider für einen kurzen Augenblick persönlich sprechen. Ich persönlich fühle mich dem linken Spektrum zugehörig, fand und finde die rechtspopulistische Kultur in Österreich schlichtweg „irrational“ und Ängste schürend.
Während linksgerichtete Politik immer auf Zusammengehörigkeit und Gemeinsamkeiten bauen sollte, war es über lange Zeit das Ausspielen von Interessen und die Ängste über Modernisierung, Zukunft und Zuwanderung, die Jörg Haider aufsteigen ließ.
Während des persönlichen Aufeinandertreffens konnte ich mich allerdings davon überzeugen, wie der Politiker seine Karten perfekt ausspielt. Gegenüber den Menschen und Otto Normalverbraucher/In, war er freundlich und begegnete jeder Person auf Augenhöhe. Während viele Politiker/Innen durch Arroganz negativ auffallen, schien Haider zumindest oberflächlich gegenüber jedem Menschen freundlich zu sein.
In seinen letzten politischen Jahren war es ruhig um den alternden Politiker geworden. Seine Ausdrucksweise erlangte Akzeptanz, er gab sich staatsmännisch und bedeutend „ruhiger“. Im Vergleich zu seinen freiheitlichen „Nachfolger“ HC Strache wirkte er zeitweise richtiggehend „gemäßigt“ und in seinen Vorschlägen bezüglich sozialpolitischer Reformen war durchaus einige positive Schaffungskraft erkennbar. So wollte er zum Beispiel eine Spekulationssteuer einführen, die insbesondere aufgrund der gegenwärtigen Finanzmarktkrise an Aktualität gewonnen hat. Des Weiteren wollte er die Kindergartenplätze ausweiten und hatte das sozialdemokratische Modell der Gesamtschule in Kärnten als Schulversuch impliziert.
Außerdem war es sein Wunsch, die kleinen und mittleren Betriebe zu entlasten und immer wieder pries er das Tankstellenmodell in Kärnten an.
Besonders in den letzten Jahren häuften sich die Verdachtsmomente, das Jörg H. in homosexuellen Kreisen verkehre. Die Freiheitliche Partei Österreichs versuchte die Homophobie der Wähler/Innen des dritten Lagers aufgrund dieser Gerüchte auf ihre Seite zu bringen. Immer wieder griffen sie den Juristen in diesem Zusammenhang unter der Gürtellinie an.
Des Weiteren hatte er in Kärnten ein Modell der „Grundsicherung“ initiiert, weshalb er dem SPÖ- Modell von Erwin Buchinger bis zuletzt eine Absage erteilte. Aufgrund dieses Umstandes konnte und kann die notwendige bedarfsorientierte Grundsicherung nicht umgesetzt werden.
Heute kam es zu einigen pietätlosen Äußerungen in Foren von verschiedenen Zeitungen. Vorweg möchte ich dazu meine Meinung sagen. Die politische Strahlkraft des Jörg Haider und seine Fähigkeit, Stimmen immer und immer wieder auf sich ziehen zu können, war eine unwahrscheinlich große und starke, individuelle Fähigkeit des gebürtigen Oberösterreichers.
Seine politische Zugehörigkeit ist mir fremd und viele seiner Aussagen und Politik hatten Unmengen von Menschen verletzt, diskriminiert und demontiert.
Der politische und ideologische Inhalt des Jörg Haider ist aufgrund meiner Sozialisation und Vorstellungen von Politik nicht erstrebenswert und abzulehnen. Rechtspopulismus dürfte im Jahr 2008 keine Stimme mehr haben.
Die individuellen Fähigkeiten, das Charisma und die Möglichkeiten, Wahlen allein durch die eigene Person für sich zu entscheiden waren beachtenswert.
Menschen aus dem linken Spektrum dürften im Zusammenhang mit Haider nicht entschieden genug nachdenken, wenn sie seinen Tod feiern und belächeln. Jedes Menschenleben ist gleich viel wert. Das ist eine Grundaussage des Sozialismus. Ein Mensch, der über den Tod Jörg Haiders pietätlose Äußerungen trifft und diesen befürwortet, kann dementsprechend nicht wahrhaftig dem linken Spektrum zuzuordnen sein.
Denn spätestens dort, wo das Leben aufhört und der Tod beginnt, bleibt auch der nackte, einzelne Mensch einfach nur Mensch, entpolitisiert und verblichen.
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